Die Biblia Hebraica Stuttgartensia (BHS) ist eine hebräische Bibel auf Grundlage des Codex Petropolitanus B 19A (früher: Codex Leningradensis). Sie ist eine Fortführung der Biblia Hebraica (BHK) des Hebraisten Rudolf Kittel (*28. März 1853; † 20. Oktober 1929).
Anlass für den Namenswechsel war die komplette Überarbeitung des Apparates (d.h. des Systems von Fußnoten und Querverweisen). So wurden Verwechslungen vermieden.
1925: Die Württembergische Bibelanstalt in Stuttgart übernimmt die Biblia Hebraica. (2. Ausgabe)
1937: Herausgabe der Biblia Hebraica (3. Auflage) durch Kittel, Eißfeldt, Alt und Kahle auf der Grundlage des Ben-Ascher-Textes (in Form des Leningrader Codex von 1008 n. Chr.) neu bearbeitet.
1955: Letzte Auflage der Biblia Hebraica. (9. Auflage)
1966-1967: Neubearbeitung der Biblia Hebraica und Umbenennung in Biblia Hebraica Stuttgartensia durch Karl Elliger und Wilhelm Rudolph.
1997: Letzte Neubearbeitung der Biblia Hebraica Stuttgartensia. (5. Auflage)
2004: Erscheinen des ersten Bandes der Biblia Hebraica Quinta (BHQ), welche voraussichtlich im Jahr 2010 fertig gestellt sein soll. Sie bietet den Text und die Masora des Codex Leningradensis treuer als ihre Vorgängerausgaben, und verweist im Apparat auf Lesarten anderer Textzeugen, wie der griechischen Septuaginta und der in Qumran entdeckten biblischen Schriften, welche vor-masoretischen Ursprungs sind.
Die Vokalisierung in Form von Punkten und Strichen wurde von den Masoreten eingefügt, um die Aussprache zu fixieren, da im hebräischen Urtext keine Vokale enthalten waren. Das hebräische Alphabet kennt keine Vokalbuchstaben, nur vier Konsonantenzeichen, die auch Vokale bezeichnen können, aber dies weder vollständig noch eindeutig leisten, sodass die genaue Aussprache eines Wortes nur mündlich überliefert wurde. Die Vokalzeichen werden im Hebräischen unter den zugehörigen Konsonanten notiert. Ausnahme sind Cholem und Schurek, die oberhalb beziehungsweise links neben dem jeweiligen Konsonanten notiert werden.
Manche Wörter wurden im Laufe der Zeit in der Aussprachetradition ersetzt, so besonders der Gottesname JHWH (Jahwe). Bei solchen Ersetzungen blieben die ursprünglichen Konsonanten erhalten (genannt Ketiv, Schreibform), man vokalisierte diese aber entsprechend der neuen Aussprache (genannt Qere, Leseform). Die Konsonanten der Qere-Form wurden dabei oft an den Textrand gesetzt. Die BHS vokalisiert den Namen Gottes als "Jehwáh", "Jehowáh", "Jehwíh" oder "Jehowíh". Diese Wörter sind allerdings nicht als solche zu lesen, sondern stehen für die Aussprachen "Schemá" (aramäisch: der Name), "Adonái" (Herr), "Elohím" (Gott).
Beispiele für Vokalisierung:
- | JHWH | Jehwáh | Jehowáh | Jehwíh | Jehowíh |
| Darstellung | JHWH.jpg | JeHWaH.png | JeHoWaH.png | JeHWiH.png | JeHoWiH.png |
Auch die aramäischen Passagen der Bibel werden in der BHS in hebräischer Schrift dargestellt.
Biblia Hebraica Stuttgartensia | Biblia Hebraica Stuttgartensia
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Biblia Hebraica Stuttgartensia".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world