Die Bibelschule ist eine Ausbildungsstätte für kirchliche und freikirchliche Mitarbeiter im Gemeinde- und Missionsdienst. Sie zeichnet sich meist durch eine evangelikale Theologie aus. Viele Bibelschulen bieten auch Kurse für interessierte Laien an.
Geschichte
Die historischen Wurzeln der Bibelschulen liegen in den
Erweckungsbewegungen des
19. Jahrhunderts. Sie entstanden aus dem Bedürfnis heraus, die
Äußere- und
Innere Mission durch
praktisch-theologisch geschulte Kräfte voran zu treiben. Die Erweckungsbewegungen hatten zahlreiche neue Gemeinden, Gemeinschaftskreise sowie diakonische und missionarische Werke im In- und Ausland hervor gebracht. Dem damit verbundenen Wachstum an Aufgaben konnten die Pastoren der verschiedenen protestantischen Kirchen nicht mehr gerecht werden. Im deutschen Sprachgebiet war es
Christian Spittler, der
1840 auf
St. Chrischona die erste Bibelschule als "Missions- und Evangelistenschule" ins Leben rief.
1886 folgte die Gründung des
Wuppertaler
Johanneums. Seitdem sind viele weitere Bibelschulen entstanden, die je nach Ausrichtung und Arbeitsschwerpunkt verschiedene Dachverbände gegründet haben. Zu diesen Dachverbänden gehören:
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Theologische Ausrichtung
Bibelschulen haben häufig keine enge konfessionelle Ausrichtung. Viele dieser Ausbildungsstätten sind als sogenannte "freie Werke" organisiert. Gemeinsam ist ihnen jedoch eine starke Bindung an die Bibel, die für sie in allen Lehr- und Lebensfragen unbedingte Autorität hat. Manchen Bibelschulen haben auch in diesem Zusammenhang eine stark
apologetische Ausrichtung entwickelt. Die zentrale praktisch-theologische Frage der modernen Bibelschulen lautet: Wie erreichen wir kirchendistanzierte Menschen mit dem
Evangelium?
Bibelschulausbildung
Das Studium an einer Bibelschule dauert zwischen drei und fünf Jahren. Zahlreiche Praktika und Mitarbeit in landes- oder
freikirchlichen während des Studiums gehören zum festen Ausbildungsprogramm. Die theologische Ausbildung umfasst in der Regel die Fächer
Bibelkunde,
Exegese, Theologie des
Alten und
Neuen Testaments,
Dogmatik,
Ethik,
Homiletik,
Seelsorge,
Kirchengeschichte, Konfessions- und Missionskunde,
Evangelisation,
Psychologie und
Pädagogik. Neben dem Pflichtfach "Neutestamentliches
Griechisch" wird oft auch als Wahlfach
Hebräisch angeboten.
Hier findet sich ein Lehrplanbeispiel einer deutschen Bibelschule.
Besondere Kurzseminare, zu der meist auch interessierte Besucher von außerhalb eingeladen sind, beschäftigen sich mit aktuellen Themen und Zeitströmungen.
Der Bibelschulunterricht hat einen ausgeprägten ist an den Bedürfnissen der praktischen Gemeindearbeit orientiert. Sein Anliegen bleibt es aber bei aller Praxisbezogenheit, die Bibelschüler zu einem selbständigen biblisch-theologischen Denken und Arbeiten anzuleiten. Viele theologische Ausbildungsstätten dieses Typus gestalten das Studium als Lern- und Lebensgemeinschaft. Studenten und Lehrer wohnen häufig auf demselben Gelände; auf intensive Begegnung und gemeinsames geistliches Leben während der Ausbildungszeit wird großen Wert gelegt.
Siehe auch
Weblinks
Bibel | Christentum