Der Biafra-Krieg war ein Sezessionskrieg von 1967 bis 1970 zwischen Nigeria und dem nigerianischen Gebiet Biafra mit der Hauptstadt Enugu.
Im Krieg zeigte sich bald jedoch trotz erbittertem Widerstand die militärische Unterlegenheit Biafras. Großbritannien und vor allem die Sowjetunion unterstützten die Zentralregierung, während Frankreich, Portugal und Südafrika der Republik Biafra halfen, allerdings ohne diese offiziell anzuerkennen. Vor allem den Bombardierungen der nigerianischen Luftwaffe mit sowjetischen Iljuschin Il-28-Bombern, bei denen auch Napalm verwendet wurde, hatte das Biafra-Militär nichts entgegen zu setzen. Die Luftwaffe Biafras bestand fast nur aus mit Raketen bewaffneten Sportflugzeugen, mit denen es bei Überraschungsangriffen auf nigerianische Flugplätze einige Male gelang, MiG-Jagdflugzeuge und andere Maschinen am Boden zu zerstören. Im Jahr 1969 schoss eine nigerianische MiG-19 eine von einer westliche Hilfsorganisation gecharterte Douglas DC-7 ab. Ebenso scheiterten Vermittlungsversuche Dritter, wie z.B. der Generalsekretäre des Commonwealth und der UNO, durch die harte Haltung des nigerianischen Militärdiktators Yakubu Gowon.
Nach fast drei Jahren blutigem Bürgerkrieg und einer kriegsbedingten Hungersnot musste die Republik Biafra am 15. Januar 1970 schließlich kapitulieren. Biafra wurde wieder dem nigerianischen Staat eingegliedert, während die Igbo auf Jahrzehnte keine bedeutenden Posten in Militär oder Verwaltung mehr erhielten. Während des Krieges waren ca. zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen, darunter viele Kinder durch Hunger. Biafras Wirtschaft war zerstört und brauchte mehrere Jahre um sich wieder zu normalisieren. Chukwuemeka Odumegwu, der Anführer der Republik Biafra, floh in die Elfenbeinküste und sein Stabschef Philip Effiong ergab sich den nigerianischen Truppen unter Regierungschef Jakubu Gowon. Chukwuemeka Odumegwu kehrte erst 1982 im Zuge einer General-Amnestie zurück. Er nahm an den Präsidentschaftswahlen von 2003 teil, war jedoch chancenlos. Am 28. Oktober 2005 verhaftete man den Separatistenführer Ralph Uwazuruike, der wieder öffentlich einen Staat Biafra gefordert hatte.
Die innenpolitischen Unruhen um das zur Biafra-Region zählende Nigerdelta bestehen fort. Weiterhin gibt es Vorwürfe, dass die Einnahmen an der Erdölförderung nur den Erdölkonzernen und korrupten zentralen Machthabern zugutekämen, während die ortsansässige Bevölkerung im Nigerdelta mit den Folgen der Umweltverschmutzung aus der Ölförderung alleingelassen bleibt und ihre lokale Infrastruktur nicht verbessert wird. Oftmals kommt es daher lokal zu Gewalttaten, angefangen vom illegalen Anzapfen der Ölleitungen und dadurch ausgelösten Bränden bis zu Entführungen von und Morden an Erdöl-Beschäftigten.
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