Kingofthailand3.JPG Rama IX. Bhumibol Adulyadej der Große (in Thai ภูมิพลอดุลยเดช, ausgesprochen Buhmipon Adunjadeht; * 5. Dezember 1927 in Cambridge, Massachusetts, USA) ist seit dem 9. Juni 1946 König von Thailand. Er ist der Neffe von Rama VII. Prajadhipok und jüngerer Bruder von Rama VIII. Ananda Mahidol.
Nach dem frühen und unglücklichen Tod seines Bruders, des Königs Rama VIII., am 9. Juni 1946 musste Prinz Bhumibol von heute auf morgen seine Lebenspläne ändern. Eigentlich naturwissenschaftlich interessiert (darin ähnelt er dem König Rama IV. Mongkut), orientierte er sich nach seiner Ernennung zum König neu und studierte seit August 1946 in Lausanne in der Schweiz Politik- und Rechtswissenschaften. Bei einem Autounfall am Genfer See verlor er ein Auge, so dass er seit damals mit einem Glasauge lebt.
Im Oktober 1956 lebte er - wie für sehr viele Thais üblich - für mehrere Wochen in einem Kloster als buddhistischer Mönch. Er suchte sich hierzu den Wat Bovornives im Bangkoker Stadtteil Banglampuh aus, in dem sein Vorfahre, König Rama IV. Mongkut, einst Abt gewesen war.
Im Sommer 1960 kam das thailändische Königspaar zu einem Staatsbesuch nach Deutschland. Königin Sirikit erzielte mit ihrer angenehm verbindlichen Art einen großen Eindruck in der Gesellschaft.
Seit 1932 versuchte das Militär mehrfach, die Macht im Lande zu übernehmen, mal mehr, mal weniger erfolgreich. 1947 durch Phibul Songkhram (1947 - 1957), 1957 durch Marschall Sarit Thanarat (1957 - 1963), abgelöst durch Marschall Thanom Kittikachorn (1963 - 1973), 1980 durch General Prem Tinsulanonda (1980 - 1988), 1991 durch General Sunthorn Kongsompong (1991 - 1992). Die größte Herausforderung für den König war wohl das Massaker vom 17. Mai 1992, als Hunderte von Demonstranten gegen die Regierung von General und Premierminister Suchinda Kraprayoon durch das Militär erschossen wurden. In einer kritischen Situation ließ Rama IX. in Bangkok die Tore zum Park seines Palastes öffnen, so dass Demonstranten sich retten konnten. Nachdem die Lage eskalierte, bestellte der König die Kontrahenten (Militärs und Demokraten) zu einer Audienz ein. Vor laufender Kamera mussten die Militärs dem König versprechen, die Waffen niederzulegen und den Konflikt auf friedliche Art und Weise beizulegen. Dies zeigt bis in die heutige Politik seine Auswirkungen.
Der König ist eng mit den Menschen des Landes verbunden, die schnell erkannt haben, dass Rama IX. Anteil an ihren Sorgen und Nöten teil nimmt und auch persönlich für die Verbesserung ihrer Lebenssituation sorgt. Er startete mehr als 1000 größere und kleinere Projekte, die er aus seiner Privatschatulle bezahlt und mit denen das gesamte Spektrum der ländlichen Probleme Thailands angesprochen wird (von der Einführung neuer Nutzpflanzen über die Wasserhaltung, von der Trockenlegung von Sümpfen bis zur Erhaltung der letzten Regenwälder des Landes). Siehe auch: Weblinks.
Landwirtschaft, Bewässerungsprojekte, Rettungsdienst, Gesundheitswesen waren und sind z.T. noch Problemfelder, für deren Verbesserung er persönlich gesorgt hat und die er weiterhin tatkräftig begleitet. Unter anderem sorgte er für den Rückbau des Opiums im Norden und förderte den Anbau von Pflanzen und Früchten mit hohem Ertrag, die auf gemäßigtes Klima angewiesen sind. Auf dem Palastgelände betreibt er eine Versuchsfarm, die sich mit Viehzucht und experimentellem Fruchtanbau beschäftigt.
Der König ist schon seit vielen Jahren der am längsten regierende Monarch der Welt. Im Jahre 2006 finden in Bangkok anläßlich seines 60jährigen Thronjubiläums umfangreiche Feiern statt.
Mit Königin Sirikit Kitiyakara hat er vier Kinder: Prinzessin Ubon Ratana, Kronprinz Maha Vajiralongkorn, Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn und Prinzessin Chulabhorn.
Von der Bevölkerung wird Rama IX. außerordentlich verehrt. Dies wird u.a. daran erkennbar, dass in den meisten Haushalten Thailands ein Bild des Königs hängt, ohne dass dies angeordnet wäre. Es gilt des Weiteren als verboten, Banknoten, die alle das Bild des Königs tragen, zu knicken, zu zerreißen oder auf sie zu treten. Vor beinahe jeder kulturellen Veranstaltung (z.B. im Kino, Theater etc.) wird die Königshymne abgespielt, zu der sich alle Anwesenden erheben und nach deren Ende sich viele in Richtung des Königssymbols verneigen (Wai). Insbesondere wird Rama IX. für das Ende der Dürre im Isaan verehrt, wo er bei einer Ortsbesichtigung während der Dürrezeit feststellte, dass am Himmel durchaus genügend Wolken waren, diese jedoch weiterzogen, ohne den Regen abzulassen. Unter seiner Leitung wurde eine (nicht-giftige) Chemikalie entwickelt, welche die Wolken zum regnen brachte. Dieser Regen auf den ausgedorrten Boden ist bis heute Thema in allen königsbezogenen Hymnen, Filmaufnahmen und Hommagen (z.B. bei Kinovorführungen), und wird "königliches Regenprojekt" (ฝนหลวง, Fon luang) genannt.
In Thailand finden sich auf vielen Autos die Aufkleber เรารักในหลวง (Wir lieben den König) und viele Thailänderinnen und Thailänder tragen gelbe Armbänder mit der gleichen Aufschrift, die vom Königspalast verkauft werden, um Projekte des Königs zu finanzieren.
Während der Demonstrationen gegen Premierminister Thaksin Shinawatra im Frühjahr 2006 trugen viele der Demonstrantinnen und Demonstranten gelbe Stirn- und Armbänder, um ihre Verbundenheit zum König und ihren Vorwurf gegen Thaksin, nicht königstreu (genug) zu sein, Ausdruck zu verleihen.
Dementsprechend ist Majestätsbeleidigung in Thailand ein ernsthaftes Vergehen. Kritische Stimmen gegen die Monarchie als solche und republikanische Bestrebungen gibt es öffentlich nur vereinzelt oder im privaten Gespräch mit unterdrückter Stimme und hinter vorgehaltener Hand. Majestätsbeleidigung fängt dabei schon beim Kritisieren des Königs (z.B. das Nichteingreifen während politischer Unruhen, das Auflösen des Parlaments auf Wunsch Thaksins 2006) oder auch beim (eigenwilligen) Interpretieren von Reden des Königs an. Aber auch das Ausführen von Handlungen, die nur dem König zustehen, oder auch nur das Ankündigen solcher Aktivitäten, kann als Anmaßung im Sinne einer Majestätsbeleidigung ausgelegt werden. Der Vorwurf der Majestätsbeleidigung wird dabei jedoch nicht vom König selbst oder vom Hofe erhoben, sondern von Politikern bzw. Staatsanwälten und von den Polizeiorganen verfolgt. In der thailändischen Politik wird dies häufig benutzt, um den politischen Gegner anzuschwärzen, ihm Mangel an Loyalität zum König und dem Staat generell zu unterstellen und seine Sympathien bei der Bevölkerungen zu schmälern oder ihn ganz auszuschalten. Der Sozialkritiker und Umweltaktivist Sulak Sivaraksa wurde wegen seiner konsequenten Gedanken zu Missständen und Fehlentwicklungen im Lande mehrfach der Majestätsbeleidigung bezichtigt, weshalb er sogar einige Zeit im Exil lebte. Im Frühjahr 2006 wurden mehrfach Anzeigen wegen Majestätsbeleidigung von Thaksin-Befürwortern als auch -Gegnern gegen die jeweils andere Seite gestellt. Zeitungen, die über (angebliche) Majestätsbeleidigungen berichten, dürfen oder wollen die Behauptungen nicht einmal ansatzweise wiederholen, so dass der Leser bzw. die Leserin über den eigentlichen Vorwurf im Unklaren bleibt. Deshalb bleibt bei diesem Thema vieles im Bereiche der Gerüchte und der Verleumdungen. Die sehr weite Auslegung des Begriffes „Majestätsbeleidigung“ und der Missbrauch dieses Vorwurfes haben zu Bestrebungen geführt, diesen Straftatbestand abzuschaffen oder zumindest einzuschränken.
Eine Möglichkeit, einer Verurteilung wegen Majestätsbeleidigung zu entgehen, ist es, das „königliche Pardon“ beim Palast zu beantragen, bei dem der König einem vergibt.
König (Thailand) Staatsoberhaupt Thailänder | Mann | Geboren 1927
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