Bex ist eine politische Gemeinde im Distrikt Aigle des Kantons Waadt in der Schweiz. Der ehemalige deutsche Name Beis wird heute nicht mehr verwendet. BexEglise.jpg
Die Fläche des 96.6 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des unteren Rhônetals und der angrenzenden Alpen. Der westliche Gemeindeteil liegt im Rhônetal, wobei der kanalisierte Lauf der Rhône die Westgrenze bildet. Östlich an die Rhône schliesst sich eine breite Talebene an, die wiederum von den Hügeln Le Montet (688 m ü. M.) und Chiètres (608 m ü. M.) begrenzt wird. Zwischen diesen beiden Hügelgebieten liegt die Mulde von Bex, die vom Avançon durchflossen wird. Ganz im Süden reicht das Gebiet bis zur Engstelle der Rhône bei Saint-Maurice.
Der weitaus grössere östliche Gemeindeteil liegt im stark reliefierten Gebiet der Waadtländer Alpen und umfasst grösstenteils das Einzugsgebiet des Avançon mit seinen beiden Quellbächen Avançon de Nant (im Süden) und Avançon d'Anzeindaz (im Norden). Zwischen den Tälern dieser Bäche befindet sich der aus Schrattenkalk bestehende Felsgrat L'Argentine (2422 m ü. M.). Im Südosten verläuft die Grenze über die geologisch zu den helvetischen Decken der Kalkhochalpen gehörenden Dent de Morcles (2969 m ü. M.), Dent Favre (2916 m ü. M.), Grand Muveran (3051 m ü. M.) und Tête à Pierre Grept (2904 m ü. M.). Die Bäche an der Nordwestflanke dieser Bergkette werden durch mehrere kleine Firnfelder (Glacier des Martinets, Plan Névé und Glacier de Paneirosse) gespeist. Ganz im Osten des Gemeindegebietes von Bex liegen die ausgedehnte Alp Anzeindaz und der Gebirgspassübergang Pas de Cheville (2038 m ü. M.), der eine Verbindung vom Tal des Avançon zur Derborence herstellt. Auf dem nördlich an diesen Pass angrenzenden Sommet des Diablerets, dem Gipfel des Massivs von Les Diablerets, wird mit 3210 m ü. M. der höchste Punkt der Gemeinde erreicht. Im Norden verläuft die Grenze teils entlang des Avançon, teils auf dem Hang von Gryon und entlang des Wildbachs Gryonne. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 4 % auf Siedlungen, 32 % auf Wald und Gehölze, 28 % auf Landwirtschaft und rund 36 % war unproduktives Land.
Zu Bex gehören zahlreiche Weiler, Einzelhöfe und Alpsiedlungen, darunter:
Nachbargemeinden von Bex sind Ollon, Gryon, Ormont-Dessus und Lavey-Morcles im Kanton Waadt sowie Saint-Maurice, Massongex, Monthey, Collonges, Fully, Leytron, Chamoson und Conthey im Kanton Wallis.
Heute bietet Bex rund 2300 Arbeitsplätze an. Mit 15 % der Erwerbstätigen, die noch im primären Sektor beschäftigt sind, hat die Landwirtschaft immer noch einen gewissen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Etwa 34 % der Erwerbstätigen sind im industriellen Sektor tätig, während der Dienstleistungssektor 51 % der Arbeitskräfte auf sich vereinigt (Stand 2001).
Die Landwirtschaft zeigt noch heute dank des ausgedehnten Gemeindegebietes und der unterschiedlichen Höhenlagen eine grosse Vielfalt. An den Südhängen der Hügel Le Montet und Chiètres sowie im Bereich von Le Chêne wird auf einem Gebiet von insgesamt über 100 ha Weinbau betrieben. In der Rhôneebene werden die Landwirtschaftsflächen durch Ackerbau- und Obstbaukulturen genutzt, während an den unteren Hängen Kastanienwälder gedeihen. Die höheren Lagen dienen der Milchwirtschaft und Viehzucht. In den Alpen gibt es ausgedehnte Alpweiden zur Sömmerung der Viehbestände.
Die Industrie hat sich vor allem in der Rhôneebene in Bahnhofnähe niedergelassen. Wichtige Unternehmen sind eine Gipsfabrik, eine Papierfabrik, Betriebe des Metall- und Stahlbaus, des Maschinenbaus, des Baugewerbes (darunter Sandstrahlen und Schutzverkleidungen), ein Kabelwerk und ein Galvanisierungsunternehmen. Einige Bewohner pendeln auch in die auf der anderen Talseite der Rhône gelegene Industriestadt Monthey mit Erdölraffinerie und chemischer Industrie. Am Avançon befindet sich ein Elektrizitätswerk der Forces motrices de l'Avançon.
Touristische Hauptattraktion ist heute das Salzbergwerk von Bex (Musée de la mine du sel). Im weiteren verfügt die Gemeinde über ein historisches Museum (seit 1974), eine nationale Ausstellung zeitgenössischer Bildhauerei (Bex et Arts) und über einen 1891 gegründeten botanischen Garten in Pont-de-Nant.
Am 10. Juni 1857 wurde der Abschnitt Villeneuve-Bex der Eisenbahnlinie von Lausanne nach Sion eingeweiht. Seit dem 1. November 1860 ist auch die Fortsetzung von Bex nach Saint-Maurice in Betrieb. Der Bahnhof Bex ist Ausgangspunkt der Schmalspurbahnlinie via Gryon nach Villars-sur-Ollon.
Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgen Buslinien von Bex nach Monthey, nach Fenalet und nach Les Plans-sur-Bex. Seit 1919 gibt es in der Rhôneebene einen Flugplatz, an dem seit 1974 alljährlich ein internationales Fliegertreffen stattfindet.
Die erste urkundliche Erwähnung datiert bereits aus dem Jahr 574 unter dem Namen Baccis villa. Damals standen sich bei Bex fränkische Truppen und Räuberbanden langobardischer Herkunft gegenüber, die ins Wallis eingefallen waren. Später erschienen die Namen Bacium, Baiz, Baz und im Jahr 1245 Bez.
Das Gebiet von Bex kam im Jahr 999 durch eine Schenkung vom Königreich Hochburgund an den Bischof von Sion. Seit dem 12. Jahrhundert unterstand es in weltlichen Angelegenheiten den Grafen von Savoyen. Seit dieser Zeit ist die Adelsfamilie de Baiz (oder de Bex) erwähnt, deren Burg sich auf dem Hügelgebiet von Chiètres südlich des Dorfes befand. Zwei weitere Burgen kontrollierten im Tal des Avançon den Weg über den Saumpass Pas de Cheville. Seit Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Herrschaft Bex in zahlreiche Lehen und Afterlehen aufgesplittert.
Bereits 1464 wurde Bex als Folge einer Strafaktion von Bern besetzt. 1476 erfolgte ein Einfall der Oberwalliser, welche die Burg in Brand setzten. Die Gemeinde stellte sich deshalb unter den Schutz Berns und wurde dem Gouvernement Aigle angegliedert. Als Mandement besass die Gemeinde einen eigenen Gerichtshof. 1528 wurde die Reformation eingeführt. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Bex von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Aigle zugeteilt. Der Wohlstand von Bex im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert war eng mit dem Salzbergwerk und dem Bädertourismus jener Zeit verbunden.
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