Die
Bewertungsrelation
(synonym
Kostengewicht (cost weight (CW)), Schweregrad oder Relativgewicht) ist eine Kennzahl in medizinisch-ökonomischen Klassifikationssystemen wie z. B.
DRG-Systemen zur Abrechnung medizinischer Leistungen in Krankenhäusern. Sie wird einer Gruppe von Patientenfällen (DRG) zugewiesen und gibt den ökonomischen Schweregrad eines medizinischen Falles und damit in Verbindung mit dem
Basisfallwert (engl. base rate) den Erlös eines Falles an.
Das Ziel ist die Kenntlichmachung und Definition des ökonomischen Aufwands zur Behandlung/Diagnostik einer solchen Gruppe von Patientenfällen (im DRG-System: eine bestimmte DRG).
Praxis
Praktische Anwendung: Einem theoretischen Durchschnittsfall eines Patienten wird eine Bewertungsrelation von 1,000 zugewiesen. Fälle, welche aufwändiger als der Durchschnitt sind, bekommen eine Bewertungsrelation von mehr als 1,000. Fälle, welche weniger aufwändig sind als der Durchschnitt, bekommen eine Bewertungsrelation von weniger als 1,000.
Multipliziert man die Bewertungsrelation mit dem sogenannten Basisfallwert oder Basisfallpreis (engl. base rate), erhält man den Betrag, welche eine Krankenkasse an ein Krankenhaus für einen solchen Behandlungsfall zahlen muss.
Beispiel: Bewertungsrelation 1,000. Basisrate 3000 EUR. 1 x 3000 EUR = 3000 EUR sind für diesen Behandlungsfall an das Krankenhaus zu zahlen.
Ermittlung
Die Bewertungsrelation wird für die jeweils gültigen
DRG-Katalog (aktuell G-DRG
2006) ermittelt. Als Grundlage für die Ermittlung der DRG dienen die Daten gemäß
SGB V §301 wie z.B. Haupt
diagnose (ICD-10-Kode), Nebendiagnose,
Therapie (OPS-Kode), Alter, Geschlecht, Beatmungsdauer, Aufnahmegewicht (nur bei Kindern, die jünger als ein Lebensjahr sind).Grundlage der Ermittlung der Bewertungsrelation sind Kostendaten aus an einer bundesweiten Kalkulation teilnehmenden Krankenhäusern.
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