Das Bevölkerungswachstum bezeichnet die Zu- oder Abnahme der Zahl der Einwohner eines Gebietes. Es ist eines der zentralen Untersuchungsgebiete der Demografie.
Es existieren zwei zentrale Einflussfaktoren für das Bevölkerungswachstum in einer einzelnen Raumeinheit:
Das Ausmaß des Bevölkerungswachstums wird als Wachstumsrate in Prozent bezogen auf ein Jahr ausgedrückt. Bei einem Bevölkerungswachstum von jährlich 1,5% (die mittlere globale Wachstumsrate beträgt gegenwärtig rund 1,9%) braucht eine gegebene Bevölkerung ca. 47 Jahre für eine Verdoppelung der Bevölkerungszahl; beträgt die jährliche Wachstumsrate 2%, verkürzt sich die Verdoppelungszeit auf 35 Jahre. Bei einer Rate von 3,5%, die in einigen afrikanischen Ländern erreicht bzw. überschritten wird, beträgt die Verdoppelungszeit nur noch 20 Jahre (siehe auch Geburten- und Sterberate).
Das weltweite Bevölkerungswachstum ist nur begrenzt beeinflussbar. Eine langfristige Stabilisierung der Weltbevölkerung wird jedoch allgemein angenommen (siehe UNFPA). Zwei Trends sind möglich:
Umgangssprachlich wird oft das Wachstum der Weltbevölkerung mit dem Begriff Bevölkerungswachstum gleichgesetzt. Ungehemmtes Wachstum führt zu dramatischen ökologischen Problemen und politischen Herausforderungen. Seit der industriellen Revolution wuchs die Weltbevölkerung sehr stark, wobei das Wachstum mit dem Fortschritt einherging. In den Industrieländern ist das Bevölkerungswachstum mittlerweile jedoch abgeschlossen und in eine Bevölkerungsabnahme umgeschlagen. Das Bevölkerungswachstum in vielen anderen Ländern hält jedoch noch an und lässt die Weltbevölkerung zurzeit noch steigen. In fast allen Industrieländern ist in den nächsten 50 Jahren mit einem Bevölkerungsrückgang zu rechnen.
Ein solcher Rückgang ist auch in der Volksrepublik China und in einigen Ländern des südlichen Afrika zu erwarten. Dort gibt es bereits Länder, die praktisch kein Bevölkerungswachstum mehr aufweisen (Botswana (-0,55% 2003), Simbabwe, Südafrika), vor allem wegen Misswirtschaft, Hunger, Krieg und Seuchen (vor allem AIDS, aber auch Tuberkulose und Malaria).
In Russland und der Ukraine gibt es bereits einen größeren Bevölkerungsrückgang (ca. 0,5-1% pro Jahr). Auch in Nordamerika ist die Zahl der Geburten pro Frau auf unter 2 gesunken und in vielen Ländern Südamerikas ist ein Rückgang auf 2 Geburten pro Frau zu beobachten.
In Mittel- und Osteuropa und den Nachfolgestaaten der UdSSR sind 1,1 bis 1,4 Geburten pro Frau heute schon die Regel. Lediglich in islamischen Ländern und in Südostasien ist noch mit größerem Bevölkerungswachstum zu rechnen.
Die so genannte Bevölkerungsexplosion in den Entwicklungsländern wird zwar in den entwickelten Ländern allgemein beklagt, es werden aber nur wenige Maßnahmen getroffen, um den Wachstumstrend zu bremsen. Darüber wird im Rahmen der Weltbevölkerungskonferenzen der UNO debattiert.
Population growth | Bevolkingsgroei | Crescimento populacional
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