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Beugungsscheibchen entstehen bei der Beugung eines Lichtstrahls an einer Blende. Ist die Blende kreisförmig, beobachtet man ein zentrales Maximum, umgeben von Ringen abnehmender Licht-Strahlungsintensität, einer Energiegröße. Mathematisch wird die Beugung von Licht durch das Beugungsintegral beschrieben.

Zentrales Beugungsscheibchen


Beugung_teleskop_halterung.jpg Das Bild eines Lichtpunkts, das von einer kreisförmigen Linse oder Öffnung (Lochkamera) endlicher Größe abgebildet wird, ist nicht etwa wieder ein Lichtpunkt, sondern ein Beugungsscheibchen, umgeben von konzentrischen Beugungsringen. Dieses Phänomen wird nicht durch Abbildungsfehler, sondern durch die Beugung des Lichts am Rand der Linse oder Blende hervorgerufen. Die Größe des Beugungsscheibchens ist umgekehrt proportional zum Linsendurchmesser. Nach dem englischen Astronomen George Biddell Airy wird der zentrale Beugungsfleck auch Airy-Scheibchen genannt.

Das Bild rechts zeigt eine Hochvergrößerungsaufnahme von Sternen, aufgenommen mit dem Hubble-Teleskop. Obwohl die Beugungsscheibchen gleich groß sind, erscheinen aufgrund von Überstrahlungen im Aufnahmematerial helle Sterne größer. Die ausgedehnten sternförmigen Spikes entstehen durch kleine Strukturen: rechtwinklig angeordnete Halterungsdrähte für Umlenkspiegel im Objektiv-Strahlengang.

Beugungrechteck.png Weicht die Blende von der Kreisform ab, verändert sich die Form des Zentralmaximums und der höheren Beugungsordnungen. Das Bild rechts zeigt ein Beispiel für eine Rechteck-Blende. Ihre Anordnung ist oben links im Bild skizziert. Das Verhältnis von Höhe und Breite spiegelt sich auch im Zentralfleck wieder, aber mit reziproken Verhältnissen. Die Nebenmaxima sind am stärksten in den Hauptrichtungen ausgeprägt. Abbildungen mit sechseckigen Blenden erzeugen Nebenmaxima, die der volkstümlichen Darstellung eines Sterns mit 6 Strahlen recht nahe kommt (siehe auch Diskrete Fourier-Transformation).


Beugung an einer Kreisblende


Diffraction_disc_calculated.png hinter einer Kreisblende.]] Beugung1.png

Die Licht-Intensität I(r) hinter einer Lochblende, die mit monochromatischem Licht bestrahlt wird, folgt der Besselfunktion erster Art J_1(r), wobei r vom Ursprung aus gemessen wird:

I(r) = \left(\frac{J_1(r)}{r}\right)^2

Man erkennt, dass die Intensität in regelmäßigen Abständen auf Null zurück geht und erhält nach außen schwächer werdende Ringe. Die Größe der zentralen Beugungsscheibe ergibt sich aus der ersten Nullstelle der Funktion J_1(r). In der Funktionsdarstellung rechts liegt sie bei 3{,}8317.... Da der Funktionswert um 2\pi erweitert wurde und sich auf den Radius, nicht den Durchmesser, bezieht, beträgt die Winkelgröße \delta des zentralen Beugungsscheibchens:

\sin(\delta) = 3{,}83/(2 \cdot \pi) \cdot 2 \frac {\lambda}{D} = 1{,}22 \frac {\lambda}{D}

mit \lambda = Wellenlänge des Lichtes, D = Durchmesser der Blende.

Die Größe des Beugungsscheibchens, das sich aus dem kleinsten Blendendurchmessers eines optischen Instruments ergibt, bestimmt das Auflösungsvermögen. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Lochblende im Strahlengang, oder um die Randbegrenzung einer Linse handelt. Zwei Punkte lassen sich nur dann sicher trennen, wenn in der Abbildung ihre Maxima mindestens um den Radius r des Beugungsscheibchens auseinander liegen.

Bildet eine Linse das Bild in der Brennebene f ab, hat das zentrale Beugungsscheibchen den Durchmesser d (= 2 \cdot r):

d = 2 \cdot 1{,}22 \ \lambda \ \frac {f} {D}

mit \lambda = Wellenlänge des Lichtes, f = Brennweite der abbildenden Linse, D = Durchmesser der Linse.

Je größer der Durchmesser D bzw. je kleiner die Blendenzahl f/D ist, desto kleiner ist der Winkel \alpha bzw. der Durchmesser d des Beugungsscheibchens. Das ist einer der Gründe dafür, dass hoch auflösende Teleskope große Spiegel benötigen.

Näherungen


In der Praxis rechnet man oft mit folgenden Näherungsformeln:

  • d = f/D mit f/D dimensionslos, d in µm

und

  • \alpha = 100/D mit \alpha in Winkelsekunden, Blende in mm

Beispiele


1. Eine Kleinbildkamera mit einer Blende von f / D = 2{,}4 erzeugt ein Beugungsscheibchen von ca. 2 \mu\mathrm{m} Durchmesser. Es ist auf einem Negativ-Film fast nicht mehr auflösbar. Erst bei astronomischen Fernrohren mit langer Brennweite macht sich die Aufweitung der Lichtpunkte bemerkbar. Oft durchziehen helle Linien sternförmig die Beugungsscheibchen. Sie resultieren aus Beugungserscheinungen an stabförmigen Spiegelhalterungen und facettierten Blenden.

2. Wenn die Internationale Raumstation ISS mit einem Objektiv D von 0,1 m Durchmesser ausgerüstet ist, lassen sich Details der Größe von einer Winkelsekunde auflösen. Bei einer Flughöhe von 400 km entspricht das einer Auflösung x von ca. 2 m:

\frac{\lambda}{D} = \frac{x}{h} \Leftrightarrow x= \frac {0{,}5 \cdot 10^{-6} \cdot 0{,}4 \cdot 10^{6}}{0{,}1}\mathrm{m} = {2} \ \mathrm{m}

Um die Details auch fotografieren zu können, müssen sie größer sein als das Auflösungsvermögen d des Filmmaterials. Wenn d ca. 5 \mu\mathrm{m} beträgt, ist eine Brennweite f von mindestens 1 m erforderlich:

d = \lambda \cdot \frac {f} {D}
\Leftrightarrow f= \frac {5 \cdot 10^{-6} \cdot 0{,}1}{0{,}5 \cdot 10^{-6}}\mathrm{m} = {1} \ \mathrm{m}

Die kleine Blendenzahl von f / D = 10 erfordert lange Belichtungszeiten, oder hochempfindliche Filme, die wiederum eine geringe Ortsauflösung besitzen...

Optik

Airy disc | Tache d'Airy | Plamka Airy'ego

 

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