Unter Betonzuschlag, seit 2001 in Deutschland durch die Bezeichnung Gesteinskörnung für Beton ersetzt, versteht man ein Gemenge von gebrochenen oder ungebrochenen, gleich oder verschieden großen Körnern aus natürlichen oder künstlichen mineralischen Stoffen, in Sonderfällen auch aus Metall oder aus organischen Stoffen. Sie müssen frei von Verunreinigungen (z. B. Humus) und schädlichen Bestandteilen (z. B. Chloride > 0,02%, s. a. Alkalireaktion) sein.
Art der Zuschlagstoffe
Die Eigenschaften des Betonzuschlags sind abhängig von der Art und der Beschaffenheit des
Gesteins, aus denen der Zuschlag besteht. Dieser muss so aber so fest sein, dass er die Herstellung eines
Betons der erforderlichen Festigkeit ermöglicht.
Normalzuschlag
Zuschläge mit einer
Rohdichte von 2200 bis 3200 kg/m³ werden als Normalzuschläge bezeichnet. Für diese verwendet man vorwiegend natürliche Zuschlagstoffe wie den kugeligen und glatten
Sand (bis 2 mm Korngröße) und
Kies aus Flussablagerungen und
Moränen. Daneben gibt es aus
Steinbrüchen gebrochene Zuschlag wie
Schotter,
Splitt,
Brechsand und Füller (Gesteinsmehl). Aber auch künstliche Zuschlagsstoffe wie
Hochofenschlacke,
Klinkerbruch und
recycelter Betonsplitt sind möglich.
Leichtzuschlag
Zuschläge mit einer Rohdichte von weniger als 2200 kg/m³ werden als Leichtzuschläge bezeichnet und bei
Leichtbeton eingesetzt. Als natürliche Zuschlagstoffe verwendet man dabei z. B.
Bims, Lavasand, Lavakies und
Kieselgur sowie als künstliche Zuschläge z. B.
Blähschiefer, Blähton und Hüttenbims.
Schwerzuschlag
Zuschläge mit einer Rohdichte größer als 3200 kg/m³ werden als Schwerzuschläge bezeichnet und bei
Schwerbeton eingesetzt. Als natürliche Zuschlagstoffe verwendet man dabei z. B.
Schwerspat (Bayrt),
Magnetit,
Hämatit und
Limonit sowie als künstliche Zuschläge z. B.
Schrott und Schwermetallschlacken.
Sieblinie_32.png
Zusammensetzung der Zuschlagstoffe
Die Kornzusammensetzung des Betonzuschlags bestimmt die Dichte und den Wasseranspruch einer Betonmischung, der zur Erzielung einer ausreichenden Verarbeitbarkeit erforderlich ist. Die Kornzusammensetzung der Gesteinskörnungen wird durch Siebversuche mit Prüfsieben bestimmt und mit
Sieblinien dargestellt, welche den Anteil des Zuschlages in Gewichtsprozenten zeigen, der kleiner als die zugehörige
Korngröße ist. Der Zuschlag kann einer stetigen oder einer unstetigen Sieblinie folgen. Für eine gute Verarbeitbarkeit ist es erstrebenswert die Korngrößen so zusammenzusetzen, dass ihre Sieblinie als Grob- oder Mittelkörnung im günstigen Bereich 3 zwischen den Linien B und C liegen. Mit unstetigen Sieblinien U ist eine besonders dichte Packung der Zuschlagskörner möglich und somit eine größere Dichte erzielbar.
Als Größtkorn ist 8, 16, 32 oder 63 mm üblich. Es sollte so groß wie möglich gewählt werden, da sich so aufgrund des geringeren Wasseranspruches die
Zementzugabe vermindern lässt. Das Größtkorn ist aber durch konstruktive Randbedingungen wie Bauteilabmessungen und
Bewehrungsdichte begrenzt. Die Betonzuschlagstoffe bis 0,125 mm bilden zusammen mit dem Zement den Mehlkorngehalt, und beeinflussen somit die Verarbeitbarkeit.
Siehe auch: Gesteinskörnung (neuer Begriff für Zuschlag)
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