Bethaus Felde.JPG Das Bethaus Felde liegt - wie der Name schon sagt - in Felde, heute ein Ortsteil der ungefähr 4 km entfernten ammerländischen Kreisstadt Westerstede. Es wurde 1850 erbaut und gilt heute als das älteste baptistische Gotteshaus Kontinentaleuropas. Die älteren Baptistenkirchen in Hamburg (erbaut 1847) und Berlin (erbaut 1848) wurden während des II. Weltkrieges zerstört.
Schon im Januar 1850 wurde das erste Baumaterial angefahren. Johann Gerhard Oncken, der Begründer der meisten kontinentaleuropäischen Baptistenkirchen, unterstützt diesen Neubau nach Kräften, indem er Dachziegel organisierte und Spendengelder aus England und den Vereinigeten Staaten zur Verfügung stellte. Auch die anderen nordwestdeutschen Baptisten, die sich selbst noch in Wohnzimmern und Scheunen zu ihren Gottesdiensten versammelten, trugen die finanziellen Lasten Bethaus-Neubaus mit. Mittels einer Anzeige, die Bohlken in den Oldenburger Anzeigen am 9. März 1850 schaltete, versuchte die ca 30 Mitglieder starke Gemeinde weitere Spender unter den befreundeten Christen des Ammerlands zu gewinnen. Der Text dieser Anzeige laute:"Halsbek im Amt Westerstede. Allen Freunden und Bekannten hiermit die Anzeige, daß die Gemeinde der getauften Christen allhier mit dem Bau einer Capelle begonnen hat. Da dies Gebäude aus den Mitteln freiwilliger Gelder gebaut wird, so bittet man zugleich alle Diejenigen so Gottes Sache am herzen liegt und welche sich daher auch durch ein Gabe migt an dem begonnenen Werke Betheiligen möchten, dem Unterzeichneten davon Nachricht geben zu wollen. Frerich Bohlken".
Das Innere des Bethauses wurde von Köbner so beschrieben: "Zunächst gelangt man beim Betreten in einen Vorraum, anliegend zwei Zimmer für Stille und Gespräch. Hinter der inneren Eingangstür öffnet sich der langgestreckte Saal. Der Mittelgang führt zum Abendmahlstisch, der sehr einfach mit einer blauen Decke belegt, und zur Kanzel, die kathederartig mit einer Thür an jeder Seite. Über dem Pult hängt eine kleine blaue Sammetdecke mit weißer Borde...".
Die Bänke des Bethauses besaßen Rückenlehnen, was für Kapellengebäude jener Zeit als Luxusausstattung galt. Das "lichtreiche Innere" der Kirche machte auf die Besucher - so Köbner - einen angenehmen Eindruck. Das Platzangebot war angesichts der 30 Mitglieder überdimensioniert: ca. 350 Sitzplätze.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Bethaus (Felde)".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world