Der juristische Begriff des Besitzdieners ist im deutschen Sachenrecht in § 855 BGB geregelt. Besitzdiener ist derjenige, der kumulativ
Beispiele: der Chauffeur bezüglich des Wagens, die Kassiererin bezüglich des Kassenbestandes, der Lagerleiter bezüglich des Lagerinhalts.
Immer derjenige, der den Besitz an den Besitzdiener unter oben genannten Voraussetzungen übergibt, ist der Besitzherr. Im Innenverhältnis zwischen Besitzherr und Besitzdiener bestehen von Seiten des Besitzdieners sehr wenig Rechte gegenüber dem Besitzherrn. Wichtig ist die Besitzdienerstellung im Außenverhältnis zu Dritten. Wird nämlich dem Besitzdiener die Sache, die er für einen anderen besitzt, (von einem Dritten, nicht vom Besitzherrn) entzogen, so kann er sich dieser Entziehung mit Gewalt erwehren (§§ 860, 859 BGB). Diese (rechtswidrige) Entziehung des Besitzes nennt man auch Verbotene Eigenmacht. Aber auch eine rechtswidrige Besitzstörung kann dazu führen, dass sich der Besitzdiener erwehren darf. Man nennt die Handlung gegen die Besitzentziehung (Wegnahme des Besitzes) Besitzkehr und die Handlung gegen die Besitzstörung Besitzwehr. Das Recht, sich dieser verbotenen Eigenmacht mit Gewalt zu erwehren ist ein Rechtfertigungsgrund für eine an sich strafbare Handlung. Gewalt darf nämlich - so schon der Begriff Gewaltmonopol - grundsätzlich nur vom Staat und seinen Organen ausgeübt werden. In diesem besonderen Fall darf es aber auch der Besitzdiener. Es handelt sich um ein sogenanntes Jedermannsrecht.
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"Besitzdiener".
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