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Besenginster
Cytisus scoparius2.jpg
: Rosenähnliche (Rosidae)
: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
: Geißklee (Cytisus)
: Besenginster
Wissenschaftlicher Name Cytisus scoparius (L.Link) Der Besenginster (Cytisus scoparius) ist eine Pflanzenart, die zu den Schmetterlingsblütlern (Faboideae) gehört.
Obwohl er den Wortbestandteil "-ginster" im Namen trägt, gehört er nicht zu den echten Ginstern (Gattung Genista), sondern zu Cytisus (Geißklee). Der frühere botanische Artname lautete Sarothamnus scoparius. Volkstümliche Namen sind Besenkraut, Gilbkraut, Mägdebusch, Mägdekrieg, und Rehweide.

Beschreibung


Cytisus scoparius1.jpg
Der Besenginster ist ein ein bis zwei Meter hoher Strauch mit wechselständigen, dreizähligen, verkehrt-eiförmigen, seidig-behaarten Blättern an langen, besenförmigen Ästen. In seiner Blütezeit (Mai bis Juni) bildet er goldgelbe Blüten (bis 2,5 cm lang) aus, die einzeln an Stielen sitzen und in den oberen Zweigteilen gehäuft auftreten.

Erscheinungsbild


Der Besenginster ist ein winterkahler z.T. auch sommerkahler Rutenstrauch, selten auch ein kleiner bis 3m hoher Baum. Die Blüten sind homogame „Pollen-Schmetterlingsblumen mit Schnellmechanismus“. Nektar wird nicht vorgehalten, dementsprechend sind alle 10 Staubgefäße zu einer Röhre verwachsen. Der Bestäubungsmechanismus kann nur von großen Hummeln ausgelöst werden: Setzt sich ein größerer Blütenbesucher auf die Flügel, wird das über eine Falte mit den Flügeln verbundene Schiffchen ebenfalls niedergedrückt; dabei öffnet sich das Schiffchen an der Oberseite und es schnellen zuerst die 5 kürzeren Staubblätter hervor und schleudern ihren Pollen an den Bauch des Besuchers; ist das Schiffchen bis zur Spitze gespalten, kommt es zu einer 2. Explosion, bei der der Griffel und fast gleichzeitig die 4 längeren, unteren Staubblätter des inneren Kreises hervorschnellen und dem Besucher auf den Rücken schlagen. Explodierte Blüten werden von Pollen sammelnden, kleineren Bienen und Käfern besucht. Selbstbestäubung ist erfolglos. Die schwarzen und deshalb Wärme speichernden Hülsen sind typische Austrocknungsstreuer. Sie schleudern ihre Samen selbsttätig mehrere Meter von sich weg. Weiterhin ist auch eine Ausbreitung der runden Samen als Rollsamen möglich. Ebenso eine Ausbreitung über den Kropf von Tauben oder wegen der Ölkörper (Elaiosomen) eine Verbreitung durch Ameisen. Die hartschaligen Samen reifen Ende August bis Anfang September, sie keimen erst im 2. Jahr und bleiben Jahrzehnte keimfähig. Die Keimung erfolgt nur im Licht und wird durch Brand gefördert. Der Besenginster ist schnellwüchsig, Jungpflanzen werden im 1. Jahr bis 45cm hoch. Im 2. Jahr beginnen sie sich zu verzweigen und werden bis über 1m hoch. Der Holzzuwachs ist im 4. Jahr am stärksten, danach nimmt das Wachstum rasch ab. Die Sträucher werden meist nur 12 Jahre alt. Der Blühbeginn liegt meist im 3. Jahr. Der frostempfindliche Strauch friert in strengen Wintern bis auf den dicken Stamm zurück. Der Besenginster ist ein Rohboden-Pionier.

Standorte


XN Cytisus scoparius 00.jpg Extensivweide]] Der Besenginster lebt häufig und gesellig auf Extensivweiden (Brandweiden), in Waldschlägen, an Waldsäumen, in Brachen, an Wegen und Böschungen, in lichten bodensauren Eichen Hainbuchen-Wälder. In der Eifel, dem Rheinischem Schiefergebirge und dem Sauerland entwickelte sich auf den als Allmenden genutzten Grünlandflächen die Besenginsterheide als Folge einer Form der Wechselwirtschaft, die als Feld-Heide-Wechselwirtschaft bezeichnet wird.

Er liebt basen- und stickstoffarme Böden, die lehmig, sandig oder steinig sein können. Er fehlt in reinen Kalkgebieten. Nach ELLENBERG ist er eine Lichtpflanze, ozeanisch verbreitet und eine Verbandscharakterart der Besenginster-Gebüsche (Sarothamenion).

Giftigkeit


Der Besenginster ist in allen Pflanzenteilen giftig. Verantwortlich dafür sind die Alkaloide Spartein, Lupanin, Hydroxylupanin (=Octalupin) neben dem Flavonglykosid Scoparin. Beobachtet wurden Kreislaufkollaps mit Tachykardie, Erbrechen, Durchfall, Schwindel und Kopfschmerzen.

Verwendung


Medizinische Verwendung

Als Teedroge werden die die getrockneten, holzigen, grünen Sprosse mit Zweigen und Blättern verwendet sowie die Blüten. Anwendungsgebiete des Tees sind Rhythmus- und Erregungsleitungsstörungen des Herzens, nervöse Herzbeschwerden, niedriger Blutdruck. Der Tee wirkt auch harntreibend und verstärkt die Uteruskontraktion. Deshalb ist eine Anwendung in der Schwangerschaft kontraindiziert. Da es bei der Anwendung als Tee durch falsche Dosierung zu Vergiftungserscheinungen kommen kann, werden heute oft Fertigpräparate eingesetzt.

Besenginsterpräparate sollten nur als vom Arzt verordnete Medikation verwendet werden.

Sonstige Verwendung des Besenginsters

Der Besenginster wird als Winterfutter für Hasen und Rehe, als Bodenverbesserer (Stickstoffsammler) und als raschwüchsiger Bodenfestiger eingesetzt. Besonders Kulturformen mit abweichender Blütenfarbe werden als Ziersträucher genutzt.

Weblinks


}}
  • http://www.kaesekessel.de/kraeuter/b/besenginster.htm

Hülsenfrüchtler | Heilpflanze

Janovec metlatý | Almindelig Gyvel | Cytisus scoparius | Genêt à balais | Brem (plant) | Żarnowiec miotlasty | Harris

 

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