Bertrand Piccard (* 1. März 1958 in Lausanne) ist ein Schweizer Psychiater und Wissenschaftler. Er umkreiste zusammen mit Brian Jones als erster Mensch die Erde in einem Ballon.
Bertrand stammt aus einer berühmten Familie:
Sein Grossvater, Auguste Piccard (1884-1962), erkundete 1931 auf 16.000 m Höhe die Stratosphäre und war der erste Mensch, der mit einem Bathyskaphen in die tiefste Stelle des Ozeans tauchte.
Sein Vater, Jacques Piccard (*1922) brach den Tiefseetauchweltrekord und tauchte im Marianengraben auf -10.916 m hinunter. Er baute das erste Touristen-U-Boot der Welt, erforschte 1969 den Golfstrom und setzt sich für das Leben im Meer ein.
Mit 16 Jahren zählte Bertrand Piccard zu den europäischen Pionieren im Deltafliegen und Fliegen von Ultraleichtflugzeugen. Er war Fluglehrer für Deltafliegen und Ultraleichtflugzeug und erforschte das Fliegen in all seinen Formen: Distanz, Höhe, Akrobatik, Start von Montgolfieren, Motorflug, Hängegleiter und Fallschirm. Piccard war Europameister im Kunstflug, Inhaber eines Höhenweltrekords und mehrerer "Weltpremieren". Er überquerte als erster die Alpen im Ultraleichtflugzeug in der Richtung Schweiz-Italien.
Aber mehr als Rekorde und Abenteuer fesseln ihn beim Fliegen das Studium des menschlichen Verhaltens und die Beobachtung der verschiedenen Bewusstseinsebenen in Extremsituationen. Das Deltafliegen wurde für ihn zu einem Labor der Psychologie. Er wurde Arzt und spezialisierte sich später auf Psychiatrie und Psychotherapie für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie die Hypnose. Nach seiner Tätigkeit als Chefarzt in einer Abteilung am Universitätsspital eröffnet Piccard eine eigene Praxis für Psychotherapie, wo er auch Hypnoseausbildungskurse organisiert.
Interessanterweise kommt er aufgrund seiner Arzttätigkeit wieder zur Familientradition, dem Ballonflug, zurück. Er beteiligte sich als Co-Pilot, Arzt und Hypnotiseur am Chrysler Challenge, dem ersten transatlantischen Ballonwettbewerb mit Start in den USA. Zusammen mit Wim Verstraeten gewinnt er dieses historische Rennen und landet nach 5 Tagen und 5.000 km in Spanien. Für Bertrand Piccard wird dieser Flug zu einer Offenbarung. Nach 18 Jahren Gleitfliegen, bei dem mit lokalen Aufwinden (Thermik) gearbeitet wird, entdeckt er bei diesem transatlantischen Ballonflug eine neue Art zu fliegen, sich von einem beständig wehenden, nicht nur lokal wirkenden Wind ins Unbekannte führen zu lassen. Ein Traum beginnt zu keimen: die Welt zu umfliegen, ohne Zwischenlandung, ohne Motor, ohne Steuer, ganz einfach vom Wind getrieben. Insgesamt 10 Teams mit 21 Starts versuchten seit 1981 diese Umrundung zu schaffen, aber keinem gelang es.
Nach drei Jahren Vorbereitungszeit startete der Breitling Orbiter am 12. Januar 1997 in Château-d'Œx. Ein Kerosinverlust beendet diesen ersten Versuch vorzeitig.
Auch der 2. Versuch misslang. Am 8. Februar 1998 muss Breitling Orbiter 2 in Burma wegen eines Überflugverbots Chinas aufsetzen. Immerhin war er länger als jegliches Luftschiff geflogen, indem er 9 Tage, 17 Stunden und 51 Minuten in der Luft geblieben war.
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