Berserker ist die Bezeichnung für einen ungestümen, wild und ohne Rücksicht auf sich selbst kämpfenden Krieger.
Bei einigen Stämmen war es auch Tradition, dass die Berserker sich vor der Schlacht durch den Verzehr von Zauberpilzen oder das Inhalieren von sonstigen drogenähnlichen Substanzen in einen Rauschzustand versetzten, in dem ihr Schmerzempfinden rapide gesenkt wurde. Die Gerüchte der Römer über Krieger, die auch mit drei Speeren im Leib noch weiterkämpften, gründen sich auf Begegnungen mit Berserkern. Allerdings ist es wiederum fragwürdig, ob jemals römische Legionäre nach Nordgermanien vorgedrungen sind, da der Begriff Berserker in Mittelgermanien nicht vorhanden war. Dort hießen sie Einherier. Deren Zeichen war der Doppelblitz. Dieses Symbol ist dem Wetter- und Kriegsgott Thor gewidmet.
Allerdings muss gesagt werden, dass es sich bei Berserkern nicht zwangsläufig um alte Krieger handelte, die dem unehrenhaften „Strohtod“ (wegen Altersschwäche) entgehen wollten. Es handelte sich oftmals auch um Männer, die im Kampf der sogenannten "Schlachtenraserei" anheim fielen, was man am besten mit einem Blutrausch vergleichen kann. Derartige Krieger galten als geliebte Söhne der Götter und eine Gruppe von Berserkern war durch ihre Rücksichtlosigkeit und das stark reduzierte bis vollkommen neutralisierte Schmerzempfinden durchaus in der Lage, das Schlachtenglück zu wenden. Zu dem Bärenfell ist noch zu sagen, dass ein Berserker als herausragend galt, wenn er das Tier mit bloßen Händen tötete. Die bei derartigen Kämpfen entstandenen Narben wurden im Krieg entblößt, um dem Feind den Mut zu nehmen. Bei einigen Stämmen wurde das Bärenfell allerdings durch das eines Wolfes ersetzt.
Zudem galten sie als eine germanische Elitetruppe, die auch für den Personenschutz eingesetzt wurde. Ein Beispiel dafür ist Harald Schönhaar (860-933), Gründer des norwegischen Gesamtreiches, er soll stets eine Leibwache aus zwölf Berserkern um sich gehabt haben, in der Schlacht am Bocksfjord (872) zeichneten sie sich besonders aus. In der Regel traten sie in den Formationen 3,6 und 12 auf. Diese Zahlen hatten eine besondere Bedeutung in der germanischen Kultur. Man kann sie auch an alten Hünengräbern entdecken, da sie dort in der Bauweise übernommen wurden.
Siehe auch: Wikinger, Männerbund
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