Beromünster (bis 1934 Münster (LU) genannt) ist eine Gemeinde im Amt Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.
Fusionen und Fusionspläne
Die alte Gemeinde Beromünster fusionierte am
1. September 2004 mit der Gemeinde
Schwarzenbach LU. Der Name der neuen Gemeinde ist Beromünster. Eine weitere Fusion mit Nachbargemeinden (eventuell unter dem Namen
Michelsamt) ist geplant. Siehe dazu:
Gemeindefusionen und geplante Gemeindefusionen im Kanton Luzern
Ortsname
In der Alten Eidgenossenschaft war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die Bezeichnung
Münster im Aargau zur Unterscheidung üblich. Bis
1934 hiess die Gemeinde offiziell
Münster (LU). Der neue Name
Beromünster diente erneut der Unterscheidung von anderen gleichnamigen Orten. Für die Vorsilbe
Bero- wurde auf den Grafen Bero zurückgegriffen, der zu Erinnerung an seinen Sohn, der im Kampf mit einem Bären gestorben sein soll, im Ort eine Kapelle stiftete.
Landessender Beromünster
Der
Landessender Beromünster (das spätere
Schweizer Radio DRS) wurde mit dem 1937 errichteten
Blosenbergturm eröffnet. Auf diese Weise wurde Beromünster in der ganzen Deutschschweiz bekannt, zumal im Zweiten Weltkrieg, als die
Geistige Landesverteidigung wesentlich auch auf dem neuen Propagandamedium Radio beruhte. Neben dem Blosenbergturm gibt es in Beromünster noch einen zweiten Sendeturm, der wie der Blosenbergturm als freistehender Stahlfachwerkturm ausgeführt ist und als Reserveantenne dient.
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Geographie
Beromuenster.jpg
Beromünster liegt im oberen Bereich des
Wynentals und wird von der
Wyna durchflossen. Bis auf kleine Bereiche am Ufer der Wyna und einem Teil des Waldes
Wiholz im Süden des Orts ist das ganze Gemeindegebiet gerodet. Vom gesamten Gemeindeareal sind 65,2% landwirtschaftliche Nutzfläche, 25,4% Siedlungsgebiet und nur 9,1% Wald und Gehölz.
Der Ortsteil Schwarzenbach (662 m.ü.M.; 3,2 km nordnordöstlich von Beromünster) liegt auf dem nördlichen Ausläufer der Erlosen zwischen Wynen- und Seetal. Der Ostabhang der Erlosen Richtung Seetal ist noch teilweise stark mit Wald bedeckt. Südsüdöstlich des Dorfs liegt die Anhöhe Hohwacht , die mit 691 m.ü.M. den höchsten Punkt der Gemeinde bildet. Nebst dem Dorf gibt es noch die Weiler Lüsch (im Norden), Grüt (im Nordosten) und die Häusergruppe Rüti (im Südsüdosten des Dorfs). Westlich des Dorfs entspringt der Schwarzenbach , der nach kurzem Lauf in die Wyna fliesst. Vom Areal von 331 ha (ohne Seeanteil) werden 64,4% landwirtschaftlich genutzt, fast ein Drittel (31,1%) sind mit Wald und Gehölz bedeckt und nur 4,5% Siedlungsgebiet.
Nachbargemeinden
Beromünster grenzt an die luzernischen Gemeinden
Ermensee,
Gunzwil,
Mosen und
Neudorf - sowie an die Gemeinden
Beinwil am See und
Menziken im
Kanton Aargau.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerung wuchs von
1798 bis
1860 an (1798-1860: +27,6%). Danach blieb sie mit Ausnahme des Jahres
1900 bis
1930 stabil. Danach wuchs sie bis ins Jahr
2000 (mit Ausnahme der 50-er-Jahre) stark an(1930-2000: +98,2%). Seither schwankt sie, geht tendenziell aber eher zurück (2000-2004: -2,4%).
- Ortsteil Schwarzenbach LU
Die Bevölkerung stieg zwar leicht zwischen
1850 und
1870 und sank dann bis
1888 auf ihr historisches Tief. Sie blieb ansonsten bis
1970 stets im Bereich zwischen 171 und 188 Personen. Bis ins Jahr
2000 gab es - mit Ausnahme der 80-er-Jahre - ein starkes Wachstum (1970-2000: +23,9%). Seither stagniert die Einwohnerzahl.
Sprache
Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr
2000 ergab sich folgendes Bild:
Es gaben 90,1% Deutsch, 4,6% Albanisch und 2,1% Serbokroatisch als Hauptsprache an.
Es gaben 96,57% Deutsch, 1,72% Italienisch und 0,86% Französisch als Hauptsprache an.
Religionen - Konfessionen
Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus:
80,41% römisch-katholische-, 7,08% evangelisch-reformierte- und 1,91% orthodoxe Christen. Daneben 5,47% Muslime und 2,80% Konfessionslose.
77,68% römisch-katholische, 14,59% evangelisch-reformierte- und 1,72% freikirchliche Christen. Daneben 3,86% Konfessionslose und 1,29% Muslime.
80,16% römisch-katholische-, 7,76% evangelisch-reformierte- und 1,74% orthodoxe Christen. Daneben 5,09% Muslime und 2,89% Konfessionslose.
Herkunft und Nationalität
Ende 2004 waren von den 2'532 Einwohnern 2'167 Schweizer und 365 (=14,4%) Ausländer. Dabei betrug der Ausländeranteil im Ortsteil Beromünster 15,6% und im Ortsteil Schwarzenbach 2,2%. Bei der letzten Volkszählung war die Situation wie folgt:
Von den Einwohnern waren 82,01% (einschlieslich Doppelbürger 84,33%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (sowohl Albaner wie Slawen), Italien, Kroatien und Portugal.
Von den Einwohnern waren 81,17% (einschliesslich Doppelbürger 83,33%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montengro (sowohl Albaner wie Slawen), Italien, Kroatienund Portugal.
Von den Einwohnern waren 90,56% (einschliesslich Doppelbürger 94,42%) Schweizer Staatsangehörige. Die wenigen Ausländer kommen aus Finnland, Italien, Deutschland, Serbien-Montenegro, Slowenien und Spanien.
Bildung
Beromünster ist Sitz einer
Kantonsschule. Diese wird von zirka 350 Schülern besucht und von 45 Lehrern unterrichtet. Die Gemeinde verfügt auch über ein Primarschulhaus mit eigener Sekundarschule.
Verkehr
In den Jahren 1905/1906 wurde eine Bahn von Reinach AG nach Beromünster gebaut. Doch ist diese Linie nicht mehr in Betrieb. An ihre Stelle sind drei Busverbindungen getreten. Die Postautolinie
Beromünster-Beinwil am See (mit Anschluss an die Bahnlinie
Luzern-Lenzburg), die Buslinie
Luzern-Beromünster(-Rickenbach) und die Buslinie
Sursee-Schenkon-Beromünster (mit Anschluss in Sursee an die Bahnlinie
Luzern-Olten).
Der Ort liegt an den Hauptstrassen Sursee-Reinach AG und Luzern-Aarau. Die nächst gelegenen Autobahnanschlüsse sind Sursee in 10 km und Sempach in 12 km Entfernung - beide an der A2 .
Geschichte
Stift Beromünster
2004 beromuenster flecken.jpg |
Stiftskirche Beromuenster August 2004.jpg Beromünster]]
Das im Jahr 1036 neu gegründete und heute noch lebendige
Kollegiatstift besass bis 1798 weltliche und kirchliche Rechte in einer ausserordentlichen Dichte und galt als eine der reichsten geistlichen Herrschaften auf eidgenössischem Territorium. Einige Stichworte zu seinem kulturellen Reichtum: die 1226 erstmals erwähnte Schule, 1470 der erste datierte Schweizer
Buchdruck und eine reiche Musikaliensammlung mit eigens für das Stift geschriebenen Werken vom Mittelalter bis zur Klassik.
Die Stadt Luzern übernahm 1415 das Reichslehen der Kast- oder Schirmvogtei und erwarb 1420 das herrschaftlich dazugehörige Gebiet, das so genannte Michelsamt. Die lokale Herrschaft wurde nur unvollständig in die Landesherrschaft eingebunden. Das Stift besass in diesem territorial fast geschlossenen Gebiet neben seiner dominanten Stellung als Grundherr auch das Niedergericht, also Twing und Bann. Über die inkorporierten Pfarreien war es gleichzeitig der alleinige Zehntherr. Als eigentliche "Herrschaft in der Herrschaft" übte der Propst in Beromünster neben polizeilichen und militärischen Funktionen auch die hohe Gerichtsbarkeit aus, in der Landvogtei Michelsamt teilte er diese Aufgabe und Einkünfte mit dem städtischen Landvogt.
Das Michelsamt war weder die grösste noch die einträglichste Luzerner Landvogtei. Für die Luzerner Obrigkeit war das Stift besonders wichtig: Einerseits war es wegen seiner exponierten Lage an der Grenze zum bernischen, nach der Reformation andersgläubigen Aargau ein wichtiger Vorposten des katholischen Staates. Zusätzlich spielte das Stift herrschaftspolitisch eine wichtige Rolle.
In diesem Michelsamt verkörperte der Propst die Herrschaft, denn Luzern war weit weg, und die städtischen Landvögte waren selten anwesend. Der Propst war für die Militärorganisation verantwortlich. Er setzte im Namen des Stifts die Pfarrer und – in den reformierten Gebieten – die Prädikanten ein. Über seine Grundherrschaft war das Stift der grösste Grund- und Waldbesitzer im Michelsamt, fast jeder im Flecken oder in den Dörfern erhielt Haus und Hof als Lehen aus der Hand des Propstes.
Persönlichkeiten
Literatur
- Anton Dormann, Josef Wallimann, Die Geschichte der Pfarrei St. Stephan Beromünster, 1959
- Peter Eggenberger, Das Stift Beromünster, 1986
- Gregor Egloff, Herr in Münster: Die Herrschaft des Kollegiatsstiftes St. Michael in Beromünster in der Luzerner Landvogtei Michelsamt am Ende des Mittelalters und in der frühen Neuzeit (1420-1700), Basel 2003 ISBN 3796519180
- Fritz Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, Luzern 1977
- Philipp Anton von Segesser, Rechtsgeschichte von Stadt und Republik Luzern, 4 Bde., Luzern 1850-58
- Anton Suter, Beromünster einst und jetzt, Beromünster 1986
Weblinks
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