Zufallsgrößen mit einer Null-Eins-Verteilung bzw. Bernoulli-Verteilung benutzt man zur Beschreibung von zufälligen
Ereignissen, bei denen nur zwei mögliche Versuchsausgänge interessieren, das zufällige Ereignis (Erfolg) und sein komplementäres Ereignis (Mißerfolg). Beispiele hierfür sind:
- Werfen einer Münze (Wappen , Zahl )
- Werfen eines Würfels, wobei nur eine „6“ als Erfolg gewertet wird: , .
- Qualitätsprüfung (ok, nicht ok)
- Anlagenprüfung (funktioniert, funktioniert nicht)
Definition
Eine diskrete Zufallsgröße
unterliegt der
Null-Eins-Verteilung bzw.
Bernoulli-Verteilung mit dem Parameter
, wenn sie die folgenden
Einzelwahrscheinlichkeiten besitzt.
- und .
Letzteres kann man auch durch den geschlossenen Ausdruck
-
ersetzen, denn es ist
- und
Eine Wiederholung von vielen identischen Versuchen, bei denen jeder Einzelversuch der Bernoulli-Verteilung
genügt, wird Bernoullisches Versuchsschema oder Bernoulli-Prozess genannt.
Eigenschaften
Erwartungswert
Die Bernoulli-Verteilung mit Parameter
hat den
Erwartungswert:
-
Varianz
Die Bernoulli-Verteilung besitzt die
Varianz:
- , denn: .
Verteilungsfunktion
Die Bernoulli-Verteilung besitzt die
Verteilungsfunktion:
=\begin{cases} 0, & \mbox{wenn }t<0 \\
1-p, & \mbox{wenn }0
Beziehung zu anderen Verteilungen
Beziehung zur Binomialverteilung
Die Bernoulli-Verteilung ist ein Spezialfall der Binomialverteilung für . Mit anderen Worten, die Summe von Bernoulli-verteilten Zufallsvariablen genügt der BinomialVerteilung.
Beziehung zur Poisson-Verteilung
Die Summe von Bernoulli-verteilten Zufallsvariablen genügt für , und einer Poisson-Verteilung mit dem Parameter .
Wahrscheinlichkeitsverteilung