| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Bernau_BB.jpg | Karte_Bernau_bei_Berlin_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Brandenburg |
| Landkreis: | Barnim |
| Geografische Lage: | |
| Fläche: | 103,72 km² |
| Einwohner: | 35.047 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 338 Einwohner je km² |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 60 020 |
| Höhe: | 67 m ü. NN |
| Postleitzahl: | 16321 |
| Vorwahl: | 03338 |
| Kfz-Kennzeichen: | BAR |
| Stadtgliederung: | 8 Ortsteile |
| Website: | www.bernau-bei-berlin.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Hubert Handke (CDU) |
Bernau bei Berlin ist eine Stadt im Landkreis Barnim in Brandenburg, (Deutschland). Die Stadt liegt etwa zehn Kilometer nordöstlich von Berlin.
Birkholzaue Ortseingang.jpg Eine Besonderheit stellt die Ortsgrenze des Ortsteils Birkholzaue zu Elisenau dar. Die Ortsgrenze verläuft im Bereich der Durchgangsstraße (Bernauer Chaussee) quer durch die Siedlung. Da Birkholzaue ein Ortsteil von Bernau ist, Elisenau zu Blumberg (inzwischen Ortsteil von Ahrensfelde) gehört, gibt es links und rechts der Straßenseite zwei verschiedene Ortseingangs- und Ortsausgangsschilder.
Eine längere Belagerung Bernaus wurde nicht versucht, jedoch drohte der Bevölkerung der Stadt im Falle der Eroberung ein Massaker. Der Abzug der Hussiten - offenbar nach Kämpfen - wurde Anlass zu einer bis heute lebendigen Tradition, dem Bernauer Hussitenfest, das aus Dankprozessionen hervorgegangen ist.
Nach Pest und Krieg war Bernau verarmt und öde. 1699 siedelte Kurfürst Friedrich I. in der Stadt 25 hugenottische Familien (Handwerker, Bauern, Kaufleute und Wissenschaftler) an. Am 1. August 1842 wurde der Bernauer Bahnhof an der Strecke der Berlin-Stettiner Eisenbahn eröffnet. Seit 1924 verband das erste elektrisch betriebene Stadtbahnnetz der Welt Bernau mit Berlin. Ab 1930 war Bernau der Sitz der Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Administrativ zu Bernau gehört die Waldsiedlung („Wandlitz“) in der die Politspitze der DDR wohnte.
Bis zur brandenburger Kreisreform im Jahre 1993 war Bernau Kreisstadt des Kreises Bernau.
Durch Erlass des brandenburgischen Innenministers erhielt Bernau bei Berlin mit Wirkung ab 1. Januar 2006 den Status einer Mittleren kreisangehörigen Stadt.
In der Chronik von Tobias Seiler 1736 sind die Namen von 25 Frauen und 3 Männern verzeichnet, die zwischen 1536 und 1658 in Bernau der Hexerei bezichtigt wurden.
Von der Künstlerin Annelie Grund wurde am 31.10.2005 ein Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung in Bernau neben dem Henkerhaus geschaffen mit der Inschrift "der Hexerei beschuldigt, gefoltert, getötet" (mit fachlicher Unterstützung von der Historikerin Dr. Birgit Schädlich).
Um die Stadt Bernau ranken sich viele Sagen. Die bekanntesten sind hier aufgeführt.
Als die Glocke von Bernau gegossen wurde, gab man den Einwohnern auf, alles habselige Metall für den Guss der Glocke zu spenden. Jeder trug herbei, was er an Metall entbehren konnte. Als ein altes Weib, das als Hexe verschrien war, seine Schürze öffnete und Kreuzottern und andere Schlangen in die Glut gab, war die Bestürzung groß. Doch der Klang der Bernauer Glocke hat bis heute alle Schlangen verschreckt. Bis heute gibt es keine Giftschlangen in und um Bernau.
Das Bernauer Bier war damals schon überregional bekannt, und in vielen Schankstuben erhältlich. Einem Bernauer Gesellen, der in Berlin zur Lehre war, war das offenbar nicht bekannt. Als sein Lehrherr ihm auftrug, eine Kanne Bernauer Bier zu besorgen, machte er sich auf den Weg nach Bernau. Seine Eltern fürchteten, dass sein Lehrherr wohl sehr böse wäre, weil er solange ausblieb, denn Bernauer Bier hätte er auch in Berlin kaufen können. Der Geselle machte sich mit schlechtem Gewissen auf den Weg. Als Rekrutenwerber ihn überzeugten, doch lieber als Soldat seinem Vaterland zu dienen, als Schläge von seinem Lehrherren zu beziehen, vergrub er die Kanne mit dem Bier. Jahre später, er war inzwischen Hauptmann, kam er wieder bei seinem alten Meister vorbei. Das Gespräch kam auf den Lehrjungen, und er gab sich zu erkennen. Man ging zu der Stelle und fand eine Kanne Bier, das nach Jahren noch vorzüglich schmeckte.
Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1831 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Stichtag ist jeweils der 31. Dezember, sofern es nicht abweichend angegeben ist.
Bernau_bei_Berlin_Population_Statistics.svg
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1816 | 1.832 |
| 1858 | 4.911 |
| 1867³ | 5.106 |
| 1871¹ | 5.567 |
| 1875¹ | 6.469 |
| 1880¹ | 6.744 |
| 1885¹ | 7.279 |
| 1890¹ | 7.725 |
| 1895² | 8.176 |
| 1900¹ | 8.346 |
| 1905¹ | 9.500 |
| 1910¹ | 9.838 |
| 8. Oktober 1919 | 9.204 |
| 1. Januar 1931 | 9.962 |
| 17. Mai 1939 | 15.311 |
| 29. Oktober 1946 | 12.984 |
| 31. August 1950 | 13.355 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1955 | 13.896 |
| 1956 | 13.690 |
| 1957 | 13.768 |
| 1958 | 13.743 |
| 1959 | 13.841 |
| 1960 | 13.638 |
| 1962 | 13.801 |
| 1963 | 13.839 |
| 1964 | 13.909 |
| 1965 | 14.078 |
| 1966 | 13.846 |
| 1967 | 14.160 |
| 1968 | 14.096 |
| 1969 | 13.957 |
| 1970 | 14.177 |
| 1971 | 14.886 |
| 1972 | 15.463 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1973 | 15.493 |
| 1974 | 15.749 |
| 1975 | 16.167 |
| 1976 | 16.394 |
| 1977 | 16.592 |
| 1978 | 16.618 |
| 1979 | 17.166 |
| 1980 | 17.847 |
| 1981 | 18.266 |
| 1982 | 19.057 |
| 1983 | 19.052 |
| 1984 | 19.063 |
| 1985 | 19.478 |
| 1986 | 19.919 |
| 1987 | 19.838 |
| 1988 | 19.818 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1989 | 19.574 |
| 1995 | 19.828 |
| 1996 | 21.132 |
| 1997 | 23.008 |
| 1998 | 24.032 |
| 1999 | 24.643 |
| 2000 | 24.861 |
| 2001 | 27.167 |
| 2002 | 28.511 |
| 2003 | 34.379 |
| 2004 | 34.995 |
¹ 1. Dezember, ² 2. Dezember, ³ 3. Dezember
| Die Linke.PDS: | 11 Sitze | Freie Fraktion: | 8 Sitze | CDU: | 6 Sitze | SPD: | 4 Sitze | Unabhängige Fraktion: | 3 Sitze |
In der Chronik von Tobias Seiler ist das Amt des Bürgermeisters seit 1406 dokumentiert. Bis 1662 gab es stets vier Bürgermeister die regelmäßig wechselten, so dass jeweils zwei amtierend und zwei beratend tätig waren. Danach gab es zwei Bürgermeister, einen regierenden und einen beratenden.
Ab 1719 wechselten die Bürgermeister nicht mehr und blieben beständig im Amt. Es gab zum einen den dirigierenden oder Justizbürgermeister (Consul dirigens), der nicht nur den obersten Rang der Stadtverwaltung inne hatte, sondern auch der oberste Stadtrichter war. Daneben gab es noch den Polizeibürgermeister (Proconsul), der für Kommunal- und Polizeiangelegenheiten verantwortlich war. Die Bürgermeister wurden durch den Magistrat der Stadt frei gewählt, wobei aber eine Bestätigung durch staatliche Behörden notwendig war.
Am 19. Dezember 1808 trat die Ordnung für sämtliche Städte der Preußischen Monarchie in Kraft und es gab nur noch einen Bürgermeister. Die Bürgermeister seit dieser Städteverordnung waren (Liste unvollständig):
Das Henkerhaus berichtet über die Grausamkeiten des Mittelalters und das Leben in der Kleinstadt in verschiedenen Epochen.
Das 2005 eröffnete Wolf Kahlen-Museum für Medienkunst am Pulverturm zeigt Medienkunstwerke aus 40 Jahren Kunstgeschichte. Der Medienpionier ist dort mit Leihgaben von 1956 bis heute vertreten.
Aus dem Mittelalter sind große Teile der Stadtmauer erhalten. Die Stadtmauer ist bis zu 8 m hoch und ca. 1,3 km lang (einst 1,5 km). Zusätzlich gab es außerhalb der Stadt drei Wälle, die heute vor allem im Nordosten und Nordwesten des Stadtkerns noch vorhanden sind. In die Stadtmauer waren früher 42 Lughäuser (Wehrtürme) eingebaut, von denen 32 erhalten sind und zum Teil restauriert wurden. An der westlichen Seite der Mauer ist ferner ein Pulverturm integriert. Von den früher drei Toren der Stadt ist heute nur noch das imposante Steintor im Südosten des Stadtkerns zu sehen. Es gibt eine Initiative von Bürgern, die sich für den Wiederaufbau des Mühlentores nördlich des Stadtkernes einsetzt.
Der Stadtkern, der von der Stadtmauer begrenzt wird, war bis 1975 mit kleinen größtenteils Fachwerkhäusern bebaut. Diese vor allem zu Beginn des 19. Jahrhundert erbauten Gebäude waren in schlechtem Zustand und wurden zu Zeiten der DDR mangels finanzieller Mittel nicht renoviert. Stattdessen wurde die Stadt auserkoren, architektonisch zur sozialistischen Musterstadt umgestaltet zu werden. Die alte Bausubstanz der Innenstadt wurde großflächig abgetragen und durch Plattenbauten ersetzt. Allerdings wurde darauf geachtet, dass sich die Neubauten in das Stadtbild einfügten und ihre Höhe auf vier Geschosse begrenzt.
Nördlich der Stadt befindet sich das größte Bauhausobjekt neben dem Bauhaus selbst - die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Bernau_Gasometer.JPG Birkholzaue_Fernmeldeturm.jpg Unter Denkmalschutz steht auch eines der besterhaltenen Gasometer Ostdeutschlands.
Im Ortsteil Birkholzaue befindet sich ein 115 Meter hoher Fernmeldeturm in Stahlbetonbauweise. Dieser Turm besitzt im Unterschied zu fast allen anderen vergleichbaren Fernmeldetürmen keinen Antennenträger auf seiner Spitze, was ihm den Spitznamen „Bernauer Birzel“ eingebracht hat.
Im Oktober findet das Festival der Alten Musik statt.
Bernau_bei_Berlin_Bahnhof.jpg Bernau kann man mit der Linie S2 der S-Bahn zügig von der Hauptstadt aus erreichen. Es gibt zwei Bahnhöfe, den Bahnhof Bernau (bei Berlin) (Endbahnhof der S-Bahn) sowie seit 1997 den durch eine Wohnpark-Firma (mittlerweile insolvent) vollständig privat finanzierten S-Bahnhof Bernau-Friedenstal im gleichnamigen Stadtteil. Die Fahrzeit vom Bahnhof Berlin Friedrichstraße bis nach Bernau beträgt mit der Linie S2 ca. 35 Minuten.
Ferner verfügt die Stadt über einen Anschluss an das Regional- und Fernbahnnetz. Es hält die RegionalExpress-Linie RE3, die stündlich in Richtung Norden über Angermünde abwechselnd nach Schwedt und Stralsund fährt. In Richtung Süden fährt die Linie durch den Tiergartentunnel über Berlin Hauptbahnhof (Fahrzeit ca. 20 Minuten) nach Senftenberg bzw. Elsterwerda. Die Regionalbahn-Linie OE60 der ODEG fährt in Richtung Wriezen und Frankfurt (Oder) bzw. zum Bahnhof Berlin-Lichtenberg. Die InterCity-Linie 51 der Deutschen Bahn AG verkehrt alle zwei Stunden in Richtung Norden nach Stralsund bzw. in Richtung Südwesten durch den Tiergartentunnel über Berlin Hauptbahnhof, Erfurt, Kassel, Dortmund nach Düsseldorf. Ein Ostseeland Express-Zug der Ostseeland-Verkehr GmbH fährt nach Stralsund und Dresden-Neustadt.
Innerhalb Bernaus gibt es einen Stadtbusverkehr der Barnimer Busgesellschaft mbH (BBG). Die Linie 868 verbindet die Stadtteile Bernau Süd, den Stadtkern, Bernau-Blumenhag und Bernau-Friedenstal mit dem Bahnhof Bernau (b. Berlin) im 20-Minuten-Takt. Die Linie 869 verbindet alle zwei Stunden die Ortsteile Ladeburg und Lobetal mit dem Bahnhof Bernau (b. Berlin). In Bernau haben 15 weitere Regionalbuslinien der BBG ihren Ausgangspunkt zu Fahrten in das Bernauer Umland. Ein Großteil der Linien beginnt und endet am Bernauer Busbahnhof unweit des Bahnhofs Bernau (b. Berlin).
In der Stadt befinden sich sechs Tankstellen mit Benzin, wobei eine an der Schwanebecker Chaussee (Bundesstraße B2) auch über eine Zapfsäule mit Erdgas verfügt.
Der Radfernweg Berlin-Usedom führt durch Bernau und erschließt somit auch die Region touristisch.
Die Stadtbibliothek Bernau hat ihren Sitz auf dem Kulturhof der Stadt und verfügt des Weiteren über Zweigstellen in den Ortsteilen Börnicke, Lobetal und Schönow.
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