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Bernal Díaz del Castillo (* 1492 oder 1493; † 1581) war ein Conquistador, der einen Augenzeugenbericht über die Eroberung Mexikos unter Hernán Cortés verfasst hat.

Leben


Geboren in Spanien, kam er aus einer Familie mit wenig Wohlstand und hatte nur eine geringe Ausbildung genossen. Er segelte 1514 nach Kuba, um sein Glück zu suchen, aber auch nach zwei Jahren hatte er nur wenige Gelegenheiten dazu gefunden. Eine beträchtliche Menge der Urbevölkerung der Insel war bereits Krankheiten und Zwangsarbeit zum Opfer gefallen, und so wurde 1517 eine Expedition zu den kleineren karibischen Inseln ausgesandt, um alternative Arbeitskräfte aufzutreiben. Diaz schloss sich der Gruppe unter dem Kommando von Francisco Hernández de Córdova an. Es war ein schwieriges Unternehmen, und obwohl sie die Yucatán-Küste entdeckten, befanden sie sich zum Zeitpunkt ihrer Rückkehr in einem katastrophalen Zustand.

Dennoch kehrte Díaz im folgenden Jahr zur Küste von Yucatán zurück bei einer Expedition, die von Juan de Grijalva geführt wurde mit der Absicht, die neu entdeckten Länder zu erforschen. Nach seiner Rückkehr nach Kuba schrieb er sich bei einer neuen Expedition ein, diesmal angeführt von Hernán Cortés. Bei diesem dritten Anlauf nahm Díaz an einer der erfolgreichsten Militärzüge der Geschichte teil, welche das Ende des Aztekenreiches in Mesoamerika bedeuten sollte. Während dieses Feldzuges sprach Díaz regelmäßig mit seinen Kameraden über ihre Erfahrungen und sammelte sie in einer zusammenhängenden Erzählung. Das daraus resultierende Buch war die Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Neuspanien (Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España). Darin beschreibt er zahlreiche der 119 Schlachten, von denen er angibt daran teilgenommen zu haben und welche 1521 im Sturz des Aztekenreiches gipfelten.

Als Lohn für seine Dienste wurde Díaz zum Gouverneur von Santiago de los Caballeros ernannt, dem heutigen Antigua Guatemala. 1568, fast fünfzig Jahre nach den wiedergegebenen Ereignissen, begann er seine Geschichte niederzuschreiben – die Reaktion auf eine andere Darstellung von Cortés' Kaplan, der in Wirklichkeit an dem Feldzug gar nicht teilgenommen hatte. Er nannte sein Werk Verdadera Historia de la Conquista de la Nueva España (Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Neuspanien, englisch True History of the Conquest of New Spain) als Antwort auf die Behauptungen, die in dem früheren Werk getätigt wurden.

Werk


Díaz starb 1581, ohne die Veröffentlichung seines Buches erlebt zu haben. Ein Manuskript wurde 1632 in einer Bibliothek in Madrid entdeckt und schließlich veröffentlicht; es liefert einen Augenzeugenbericht der Ereignisse, häufig erzählt aus der Sicht eines gewöhnlichen Soldaten. Heute gilt sie als präziseste, gründlichste und vollständigste Chronik der Konquista und als eine der wichtigsten Quellen für das Verständnis des Feldzuges, welcher zum Zusammenbruch des Aztekenreiches und der spanischen Eroberung Mexikos geführt hat.

Literatur


  • Díaz del Castillo, Bernal: Geschichte der Eroberung von Mexiko / herausgegeben und bearbeitet von Georg Adolf Narziß. - Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1988. - ISBN 3-458-32767-3

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