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Die Berliner Stadtbahn ist eine Eisenbahnstrecke mitten durch das Zentrum Berlins. Sie beginnt im Westen der Stadt am Bahnhof Charlottenburg und führt über Zoologischer Garten, Hauptbahnhof, Friedrichsstraße und Alexanderplatz zum Ostbahnhof.

Geschichte


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Um 1870 gab es acht Hauptbahnlinien in Berlin, die jeweils einen eigenen Kopfbahnhof am Rand oder außerhalb des Stadtgebietes besaßen. Dies erforderte für viele Fahrgäste umständliches Umsteigen mit Droschkenfahrten zu den jeweils anderen Bahnhöfen. Vor diesem Hintergrund wurde eine Eisenbahnstrecke geplant, die die auseinanderliegenden Bahnhöfe miteinander verbinden sollte. 1872 beantragte die Deutsche Eisenbahnbaugesellschaft in Berlin den Bau einer Stadtbahn vom damaligen Schlesischen Bahnhof über Charlottenburg bis Potsdam. Im Dezember 1873 beteiligten sich der Staat Preußen sowie die privaten Berlin-Potsdamer, Magdeburg-Halberstädter und Berlin-Hamburger Eisenbahngesellschaften daran und gründeten mit der Deutschen Eisenbahnbaugesellschaft die »Berliner Stadteisenbahngesellschaft«. Infolge der darauf folgenden Zahlungsunfähigkeit der Deutschen Eisenbahnbaugesellschaft übernahm 1878 der Staat den Bau und Betrieb der Berliner Stadtbahn auf eigene Kosten unter finanzieller Beteiligung der vier ausgeschiedenen Gesellschafter und der an die neue Strecke anschließenden Bahnen. Das staatliche Engagement folgte dabei der Ansicht der Militärs, dass die unzusammenhängenden Bahnnetze eine eventuelle Truppenmobilisierung erheblich behinderten.

Db-101xxx-01.jpg fährt über die Berliner Stadtbahn mitten durch die Museumsinsel]] berlin_stadtbahn1.jpg gesehen, rechts die Station Hackescher Markt]] Berlin - S-Bahnhof Jannowitzbruecke.jpg

Die Bauleitung wurde am 15. Juli 1878 der neu gegründeten »Königlichen Direktion der Berliner Stadteisenbahn« übertragen, unter der Leitung von Ernst Dircksen. Die Direktion ihrerseits unterstand zunächst dem Handelsministerium, später dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Je zwei Gleise sollten dem Güter- und dem Personenverkehr dienen. Im Hinblick auf Erfahrungen der Stadtbahnen von London und von New York wurde dem Personenverkehr jedoch eine höhere Priorität eingeräumt. Ferner sollte die neue Eisenbahn nicht mehr nur als Verbindung der in Berlin endenden Bahnhöfe dienen, sondern auch als Verbindung zur bereits bestehenden Berliner Ringbahn und den Vorortstrecken.

Die Streckenführung wurde nicht nur von der Lage der Fernbahnhöfe bestimmt, sondern auch von der Lage der verfügbaren Grundstücke im Stadtbereich. So wurde beispielsweise der Berliner Festungsgraben (Teil der Stadtbefestigung aus dem 17. Jahrhundert) zwischen den heutigen Bahnhöfen Hackescher Markt und Jannowitzbrücke zugeschüttet und als in öffentlicher Hand befindliches Bauland für den Streckenverlauf herangezogen. Das erklärt die ungewöhnliche Häufung von Kurven im Streckenverlauf insbesondere zwischen den Bahnhöfen Alexanderplatz und Jannowitzbrücke. Baulich ist die Stadtbahnstrecke größtenteils als Hochbahn mit 8 km gemauerten Viadukten (mit 731 gemauerten Viaduktbögen), 2 km eisernen Viaduktbögen und der Rest bei einer Gesamtlänge von 12 km als Dammschüttung mit und ohne Futtermauern ausgeführt. Auf der Strecke befinden sich 64 Brücken. Der anfangs angewandte eiserne Langschwellenoberbau (System Haarmann) wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch hölzerne Querschwellen ersetzt.

Der Bau begann 1875, die Stadtbahn wurde am 7. Februar 1882 für den Stadtverkehr, und am 15. Mai des selben Jahres für den Fernverkehr eröffnet. Die Baukosten betrugen insgesamt (unter Einschluss des Grunderwerbs) 5 Mio. Mark pro km. Später entwickelte sich daraus die Berliner S-Bahn.

Die ursprünglich angelegten Bahnhöfe von West nach Ost waren:

Seit dem 1. Mai 1888 wurde die Stadtbahn im Osten bis zur Station Stralau-Rummelsburg und im Westen bis zum Westend ausgedehnt.

Später wurden zwischen Charlottenburg und Zoologischer Garten sowie zwischen Zoologischer Garten und Bellevue die Bahnhöfe

Die Züge fuhren zur Anfangszeit mit Lokomotiven mit außenliegender Steuerung. Zur Beheizung nutzte man Koks, um die Geruchsbelästigung zu beschränken. Die im Coupésystem abgeordneten Waggons mussten von den Reisenden selbst geöffnet werden. Ein Ausrufen von Stationen fand nicht statt. Der Betrieb ging seinerzeit bereits von 4 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts. Die Züge hatten typischerweise 9 Waggons und verkehrten je nach Tageszeit im Takt von 2, 3 und 5 Minuten. Die Fahrpreise betrugen Anfang des 20. Jahrhunderts

  • 10 Pfennig in der III. Klasse
  • 15 Pfennig in der II. Klasse

Der Güterverkehr zur Zentralmarkthalle am Alexanderplatz wurde durch sieben besondere Zuführungszüge bedient, von denen vier in der Nacht, zwei während des Tages und einer am Abend verkehrten. Daneben gab es den normalen Güterverkehr über das getrennte Gleissystem in Richtung Güterbahnhof Charlottenburg, Moabit, Wedding, Zentralviehhof, Weißensee, Frankfurter Allee, Rixdorf, Tempelhof, Wilmersdorf-Friedenau und nach Halensee.

Nach dem Mauerbau 1961 in Berlin wurde der Bahnhof Zoologischer Garten der West-Berliner und der Ostbahnhof der Ost-Berliner Hauptbahnhof, der Bahnhof Friedrichstraße war eine Übergangsstation der separaten S-Bahn-Strecken im Westen und Osten sowie Abfahrtsbahnhof der Interzonenzüge von Berlin durch die DDR in die Bundesrepublik.

Bis zum Sommer 2006 war die Stadtbahn die Hauptdurchgangsstrecke für Fernzüge, die meist am Zoologischer Garten und am Ostbahnhof hielten. Mit dem am 28. Mai 2006 abgeschlossenem Umbau des ehemaligen Lehrter Bahnhofs zum neuen Berliner Hauptbahnhof (Pilzkonzept) verringerte sich die überregionale Bedeutung der zuvor überlasteten Linie. Die verbliebenen Fernzüge in Ost-West-Richtung halten nur noch am neuen Hauptbahnhof sowie am Ostbahnhof.

Tarifbezeichnung


Weiterhin gab es bis Mai 2006 die Tarifbezeichnung Berlin Stadtbahn. Eisenbahnfahrkarten zu Bahnhöfen der Stadtbahn wurden für Entfernungen über 100 km mit dieser Zielbezeichnung ausgegeben. Diese Fahrkarten erlaubten dann die Weiterreise mit der S-Bahn bis zum gewünschten Bahnhof der Stadtbahn (ostwärts sogar bis zum Bahnhof Berlin-Lichtenberg). Die Tarifentfernung wurde in solchen Fällen immer bezogen auf den Bahnhof Berlin-Friedrichstraße berechnet. Dieses Verfahren wird als tarifliche Gleichstellung bezeichnet.

Siehe auch


Bahnstrecke in Berlin

Stadtbahn (Berlijn) | Stadtbahn w Berlinie | Berlins stadsbana

 

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