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Lage Marienfeldes im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin
Karte
Basisdaten
Bundesland: Berlin
Stadtbezirk: Bezirk Tempelhof-Schöneberg
Geografische Lage:
Einwohner: 30.653
(Quelle: StaLa Stand 31. Dez. 2005)

Berlin-Marienfelde ist ein Ortsteil im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin, im Süden der Stadt.

Geschichte


Das Angerdorf entstand etwa um 1290 als Bauernsiedlung im Schutz der Ordenskomturei Tempelhof, die von Tempelrittern errichtet worden war. Die früheste bekannte urkundliche Erwähnung (als Merghenvelde) stammt von 1344. Das Dorf gehörte anfangs zu den Ländereien des Templerordens, nach dessen Auflösung ab 1312 zum Johanniterorden, 1435 ging es in den Besitz des Berliner Magistrats über. Seit 1831 gab es häufige Besitzer-Wechsel. 1844 kaufte Adolf Kiepert das Gut und schuf einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb. Mit der Eröffnung des Bahnhofes Marienfelde 1875 begann die Entwicklung des nördlichen Gebietes. Auf dem Gelände der Baumschulen Hranitzky entstand östlich der Eisenbahn Neu-Marienfelde. 1920 wurde Marienfelde mit der Bildung Groß-Berlins Teil des Bezirks Tempelhof. Im 2. Weltkrieg wurde der Kern Neu-Marienfeldes durch Bombenangriffe weitgehend zerstört. Erst nach dem 2. Weltkrieg wuchsen Alt- und Neu-Marienfelde zusammen. Einfamilienhäuser und Mietwohnungen entstanden in den 50- und 60-er Jahren vor allem nördlich des alten Ortkerns. In den 70-er Jahren entstand das von Hochhäusern geprägte Wohngebiet um die Waldsassener Strasse und das Gewerbegebiet Nahmitzer Damm/Motzener Strasse.

MarienfeldeKirche.JPG

Im Jahr 1800 lebten 148 Menschen in Marienfelde, 1900 waren es 1946 Einwohner.

Der Ort


gasthof-zur-gruenen-linde01.jpg Der alte Dorfkern hat sich bis heute erhalten können. Durch weitgehende Verkehrsberuhigung bietet er die Möglichkeit zur Erholung. Er wird durch die um 1220 erbaute Dorfkirche markiert. Diese ist das älteste erhaltene Bauwerk Berlins und eine der ältesten Feldsteinkirchen der Mittelmark. Sie wurde als Wehrkirche erbaut, was u. a. an den hohen und schmalen Fenstern erkenntlich ist. Der Dorfanger geht unmittelbarer in den Gutspark über. Am südlichen Stadtrand liegt der Freizeitpark Marienfelde und die Marienfelder Feldflur, ein Rest von landwirtschaftlicher Nutzung am Rande der Großstadt.

Unternehmen


  • Die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) übernimmt am 2. Oktober 1902 die marode Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin AG in Marienfelde. Am Anfang wurden zunächst noch Boots- und Schiffsmotoren produziert, ab 1905 werden bereits Lkw und Busse vom Band produziert.
  • 1907 wird in Marienfelde die Produktion von motorisierten Feuerwehrfahrzeugen aufgenommen. Marienfelde wird damit zur Automobilstadt. Heute werden hier u.a. die Smart-Motoren produziert.
  • Im Norden Marienfeldes war etwa 100 Jahre die Zentrale der Otto Reichelt AG beheimatet. Nach der Übernahme durch EDEKA zog Reichelt ins Umland. Am Standort Marienfelde blieb das Fleischverarbeitungswerk.

Zu den hier ansässigen großen Arbeitgebern, die ihren Sitz zum Teil in dem in den 1960er Jahren angelegten Industriegebiet an der Motzener Straße haben, gehören Daimler Chrysler, IBM Deutschland, Klosterfrau und Stollwerck. Am Diedersdorfer Weg sind Dienststellen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz untergebracht: Teile des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, des Bundesinstitus für Risikobewertung und des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Am 23. November 2004 gründen 7 Unternehmen (Bartelt und Sohn, Immobilienservice Wesner, INDIA-DREUSICKE Berlin, Klosterfrau Berlin, Semperlux, Weber, Willy Vogel AG) das Unternehmensnetzwerk Motzener Strasse e.V. Der Zusammenschluss soll bei dringlichen Fragen bzgl. Betriebskindergärten, Einkaufsgemeinschaften, Fragen gegenüber der Politik und der Verwaltung ein kompetentes Wort mitsprechen. In diesem Bereich gibt es ca. 250 Betriebe mit ca. 5 000 Mitarbeitern

Notaufnahmelager Marienfelde


Der Ortsteil ist bekannt für sein Notaufnahmelager, in dem zwischen 1953 und 1989 hunderttausende Ostdeutsche auf ihrer Flucht in den Westen aufgenommen und versorgt wurden. Heute dient das ehemalige Notaufnahmelager als Heim für Spätaussiedler.

Seit April 2005 präsentiert die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde in erheblich erweitertem Umfang das Leben in diesem Lager. Dieses Museum zeigt durch Erinnerungsstücke und Dokumente das Schicksal der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland. Schwerpunkt ist natürlich die Flucht aus der DDR zwischen 1952 und dem Mauerbau 1961 sowie der Folgejahre bis 1989.

Verkehr


Verkehrsgeschichte

EAEGTriebwagen.JPG Zwischen Berlin-Marienfelde und Zossen wurden auf der Königlich Preußischen Militäreisenbahn) zwischen 1901 und 1904 verschiedene Schnellfahrtversuche mit elektrischen Lokomotiven und Triebwagen durchgeführt. Diese Fahrzeuge wurden mit Drehstrom von 10 Kilovolt und variabler Frequenz angetrieben. Die Stromzuführung erfolgte über drei übereinander angeordnete Oberleitungen. Es wurden Geschwindigkeiten von bis zu 210,2 Kilometer pro Stunde erreicht.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Berlin-Marienfelde die Stromrichterstation für die erste Anlage zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung errichtet (Elbe-Projekt), die aber nicht mehr in Betrieb ging.

Eisenbahn

Seit 1875 führt die Dresdner Bahn durch Marienfelde. Diese Strecke wird derzeit nur von der S-Bahn (Linie S 2 von Blankenfelde nach Bernau bei Berlin) befahren. Sie hat drei Haltepunkte im Ortsteil: S-Bahnhof Marienfelde, S-Bahnhof Buckower Chaussee und S-Bahnhof Schichauweg, der allerdings zum größten Teil in Lichtenrade liegt.

Der Bahnhof Marienfelde war ein Vorortbahnhof an der Dresdner Bahn mit einem Abfertigungsgebäude, das im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Geblieben ist ein S-Bahnsteig mit überdachtem Zugang. Zum Bahnhof gehört ein Rangierbereich. Über die S-Bahntrasse werden auch Güterzüge zum Ölhafen Lankwitz und in das Gewerbegebiet Gradestrasse geführt.

Der Ausbau der Dresdner Bahn zu einer schnellen Fernbahntrasse ist geplant. Die Anschlüsse zur Anhalter Bahn am S-Bahnhof Priesterweg sind schon gebaut.

Strassenverkehr

Am südlichen Stadtrand Berlins liegt in Marienfelde der Knotenpunkt zwischen einer Ost-West-Achse (Nahmitzer Damm, Hildburghauser Strasse) und den von Norden aus der Stadt nach Süden herausführenden Strassen, der B 101 (Marienfelder Chaussee, Großbeerenstrasse) und der Verbindung nach Lankwitz (Malteserstrasse).

Die Bundesstrasse B 101 von Berlin-Mariendorf nach Aue im Erzgebirge ist eine der wichtigen Zufahrtsstrassen vom Berliner Autobahnring A10 nach Berlin. Unmittelbar hinter der Stadtgrenze liegt an dieser Strasse das Güterverteilzentrum Großbeeren. Dieses und die Industrie- und Gewerbegebiete in Marienfelde, Mariendorf, Tempelhof und Neukölln sorgen für einen lebhaften LKW-Verkehr auf den Hauptstrassen im Ort.

Öffentlicher Verkehr

Buslinien verbinden Marienfelde mit den angrenzenden Stadtteilen und den Orten südlich der Stadt.

Persönlichkeiten


Lebende Personen

  • Bushido, der kommerziell wohl erfolgreichste Rapper aus Berlin.

Historische Personen

  • Bruno Möhring, in Marienfelde wohnhafter bekannter Architekt. In Marienfelde hat er einige Häuser entworfen. Die sehenswerte Villa Emilienstraße 17 (Ecke Bruno-Möhring-Str) hat den 2. Weltkrieg überstanden und strahlt heute in neuem Glanz. Er leitete die Renovierung der Dorfkirche und entwarf die sehenswerte Jugendstilkapelle auf dem evangelischen Friedhof Marienfelde. Sein eigenes Wohnhaus in der heutigen Bruno-Möhring-Strasse 14 a ist durch intensivere Grundstücksnutzung nur noch schwer zu erkennen.

Schulen und Ausbildungstätten


Grund- und Hauptschulen

  • Alfred-Adler-Schule im Erbendorfer Weg ist eine Ganztagsgrundschule *
  • Kiepert Grundschule in der Prechtelstr. 21-23 *
  • Malteser Grundschule im Tirschenreuther Ring 69 *
  • Steinwald Schule im Hanielweg 7+9 bietet besondere Fördermöglichkeiten *
  • Kath. Schule St. Alfons in der Malteserstrasse 171 *
  • St. Hildegard Schule in der Malteserstrasse 171 a ist speziell auf gesundheitlich geschädigte Kinder ausgerichtet *

Weiterführende Schulen

  • Gustav-Heinemann-Schule ist eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe *
  • Solling Oberschule in Alt-Marienfelde 52 ist eine Haupt- und Realschule *

Ausbildungstätten

  • Ein Ausbildungszentrum des Berufsförderungswerkes für Bauberufe ist der Lehrbauhof Berlin in der Belßstr. 12

Weblinks



Ort in Berlin

Marienfelde

 

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