| Karte | |
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| Berlin Steglitz-Zehlendorf Lichterfelde.png Lage von Lichterfelde im Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin | |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Berlin |
| Stadtbezirk: | Bezirk Steglitz-Zehlendorf |
| Geografische Lage: | |
| Einwohner: | 77.378 (Quelle: StaLa Stand 31. Dez. 2005) |
Lichterfelde ist ein Ortsteil im Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin. Lichterfelde liegt südlich der Ortsteile Dahlem und Steglitz und grenzt nach Westen an Berlin-Zehlendorf. Lichterfelde unterteilt sich in die Bereiche Giesensdorf und Lichterfelde Süd sowie die beiden Villenkolonien Lichterfelde-West und Lichterfelde Ost, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts um das alte Dorf und das Rittergute Lichterfelde entstanden. Das um 1900 entwickelte Wappen von Lichterfelde zeigt drei Lichter (Kerzen), die die drei Bestandteile des heutigen Stadtteils symbolisieren, die Dörfer, die alten Ortsteile und die Villenkolonien.
Die Dorfkirche Lichterfelde wurde im 14. Jahrhundert aus Feldsteinen errichtet und um 1780 erneuert. Die Dorfkirche Giesensdorf ist schon um 1250 errichtet worden. 1609 erhielt sie größere Fenster. Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört. Beim Wiederaufbau wurde der hölzerne Glockenturm nicht neu errichtet, sondern die Glocken wurden in einem Dachreiter untergebracht. Die neugotische Nazareth-Kirche zu Ehren der Heiligen Familie entstand 1901.
In Lichterfelde verkehrte die erste elektrische Straßenbahn der Welt. Lichterfelde-Ost ist der Standort des Lilienthal-Berges, von dem der Flugpionier Otto Lilienthal seine ersten Flugversuche mit selbstgebauten Gleitflugapparaten startete. Seit 1932 ist dort auch die Lilienthal-Gedenkstätte.
Von Juni 1942 bis zum Ende des 2. Weltkrieges ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. Das für 1.500 Häftlinge ausgelegte Lager befand sich an der Wismarer Straße in unmittelbarer Nähe zu den Wohnhäusern, die für Offiziere der Leibstandarte Adolf Hitler reserviert waren. Eine Säule des Erinnerns macht auf diesen Platz aufmerksam.
Lichterfelde-West ist bekannt als das älteste Villenviertel Berlins und bis heute geprägt durch herrschaftliche Villen der Gründerzeit, große Gärten, kleine Alleen und gepflasterte Straßen. Die Villenkolonie ist eine Gründung des Unternehmers Johann Anton Wilhelm von Carstenn, der auf eigene Kosten auch die Bahnhöfe Lichterfelde-Ost (1868) und -West (1872) erbauen ließ. Die Villen in Lichterfelde-West zeichnen sich durch eine große Vielfalt zum Teil phantasievoller Baustile aus, bis hin zu Jugendstilbauten, die um 1900 entstanden. Nach 1900 wurde Lichterfelde-West nach Norden hin durch die Entwicklung von Dahlem als weiterem Villenviertel nach Berlin-Grunewald hin angeschlossen.
Johann Anton Wilhelm von Carstenn finanzierte dem preußischen Staat auch den Umzug der Preußische Hauptkadettenanstalt in großzügige Gebäude in Lichterfelde-West. Im dritten Reich war dort die "Leibstandarte Adolf Hitler der SS untergebracht, heute ist sie Sitz einer Zweigstelle des Bundesarchivs. Von 1880 bis 1920 hatte auch das Gardeschützen-Bataillon seinen Standort in Lichterfelde-West, in der neuen Gardeschützenkaserne, die heute Teile des Bundesnachrichtendienstes beherbergt. Lichterfelde-West verzeichnet seit dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin die höchste Steigerungsrate bei Immobilien- und Mietpreisen im ehemaligen West-Berlin. Die erhaltene historische Bausubstanz steht inzwischen geschlossen unter Denkmalschutz. Lichterfelde-West profitiert seit dem Mauerfall wieder von der direkten S-Bahnverbindung nach Berlin-Mitte und dem Regierungsviertel (S1).
Lichterfelde-Ost, das im Osten an den Ortsteil Lankwitz grenzt, ist nach ähnlichem Muster als Villenkolonie angelegt, hat jedoch im zweiten Weltkrieg stärkere Beschädigungen davongetragen. Dennoch findet sich auch in Lichterfelde-Ost eine stattliche Zahl erhaltener Gründerzeitvillen. Die alten Alleen sind weitestgehend intakt. Die übrigen Bereiche von Lichterfelde zeichen sich durch Einfamilienhäuser und Mietbebauung aus, in Lichterfelde-Süd gibt es die einzige Hochhaussiedlung (Thermometersiedlung). Lichterfelde hat außerdem kleinere Industrieareale beiderseits des Teltowkanals.
Neben den Villenkolonien ist die bekannteste Attraktion in Lichterfelde der Botanische Garten mit Botanischem Museum. Der Botanischer Garten Berlin zählt mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten zu den größten und bedeutendsten botanischen Gärten der Welt und ist der größte in Europa. Einen Besuch lohnt auch der nach einem Gartenarchitekturwettbewerb von 1908 bis 1911 nach einem Entwurf von Friedrich Bauer angelegte Parkfriedhof Lichterfelde am Thuner Platz, der nicht zuletzt wegen seiner schönen Anlage schon in den Zwanziger Jahren zum Prominentenfriedhof avancierte.
Der öffentliche Nahverkehr wird heute durch S-Bahnen und Busse und bewältigt, Straßenbahnen fahren in Lichterfelde nicht mehr. Lichterfelde wird durch die Wannseebahn und die Anhalter Bahn durchschnitten und ist dadurch optimal an das Berliner Stadtzentrum angeschlossen. Es stehen fünf S-Bahnhöfe zur Verfügung: Lichterfelde-West (S1), Botanischer Garten (S1), Lichterfelde-Ost (S25), Osdorfer Str. (S25) und Lichterfelde-Süd (S25). (Seit dem Fahrplanwechsel am 28. Mai 2006 wird die S25 wieder bis Hennigsdorf (Mark) geführt.)
Der Bahnhof Lichterfelde-Ost wird mit Inbetriebnahme des Tiergartentunnels am 28 Mai 2006 zum Regionalbahnhof.
Aufgrund der wohlhabenden Bevölkerung und des Durchgangsverkehres ist Lichterfelde trotz geringer Bevölkerungsdichte von starkem Autoverkehr geprägt. Lichterfelde_Kranoldplatz.jpg
Auf dem nach einem Entwurf von Friedrich Bauer angelegten und bald als Prominentenfriedhof geltenden Parkfriedhof Lichterfelde (am Thuner Platz) liegen neben vielen anderen begraben:
Eine ausführliche Übersicht findet sich unter Parkfriedhof Lichterfelde.
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