| Wappen | Karte |
|---|---|
| Berlin Hohenschoenhausen.png | |
| Basisdaten | |
| Fläche: | 26,00 km² |
| Einwohner: | 107.113 (Stat. Landesamt Berlin, 31. Dezember 2000) |
| Geografische Lage: | |
| Website: | BA Lichtenberg |
1920 wird Hohenschönhausen durch das Groß-Berlin-Gesetz ein Ortsteil des 18. Berliner Bezirks Weißensee. Nach dem namensgebenden Ortsteil ist er der größte im Bezirk mit etwa 5.300 Einwohnern.
Bis Ende der 1970er Jahre konnte Hohenschönhausen seinen dörflichen Charakter wahren, obwohl die Entwicklung in Richtung ihre Früchte trug und ein städtisches Erscheinungsbild hinterließ. Der Dorfkern jedoch wies weiterhin seine ursprüngliche Struktur mit mehreren Höfen und Katen auf.
Die ersten Plattenbauten entstanden in den Jahren 1972 bis 1975 zwischen der Wartenberger und Falkenberger Straße, bis 1978 entstanden die Neubauhäuser entlang der Landsberger Allee, 1984 in der Umgebung des Dorfkerns. Bereits zwei Jahre zuvor liefen die Vorbereitungsarbeiten für das Neubaugebiet Hohenschönhausen Nord, dem späteren Ortsteil Neu-Hohenschönhausen, also die Anlage von Straßen, Abwasserkanälen und der Stromversorgung. Der eigentliche Auftakt zum Wohnungsbau fand am 2. Februar 1984 unter Anwesenheit des Staatsratvorsitzenden der DDR Erich Honecker statt. Bis zum 5. Oktober 1989 entstanden in dem Gebiet entlang der Falkenberger Chaussee 29.630 Wohnungen für rund 90.000 Menschen.
Coat of arms de-be hohenschoenhausen 1987.png Noch während der Aufbau im vollen Gange war, schlug das Politbüro des ZK der SED im Januar 1985 die Bildung eines eigenständigen Stadtbezirks Hohenschönhausen vor. Am 11. April des selben Jahres fasste die Berliner Stadtverordnetenversammlung den entsprechenden Beschluss. Am 1. September 1985 wurden die schließlich die Ortsteile Hohenschönhausen, Wartenberg, Falkenberg sowie der östliche Teil von Malchow aus dem Bezirk Weißensee ausgegliedert und als eigenständiger Stadtbezirk Hohenschönhausen zusammengefasst. Gleichzeitig wurden dem Bezirk Weißensee, da dieser sonst nur aus einem Ortsteil weiter bestanden hätte, die Pankower Ortsteile Heinersdorf, Karow und Blankenburg zugeschrieben. Der Bezirk hatte zum Jahresende eine Bevölkerung von 67.045 Einwohnern.
Die weitere Entwicklung konzentrierte sich vorläufig auf das Neubaugebiet. Neben den rund 30.000 Wohnungen entstanden mehrere Geschäfte, Gaststätten, Schulen, Freizeiteinrichtungen, eine optimale Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Berliner Innenstadt sowie, nicht zuletzt unter Eigeninitiative der Hohenschönhauser selber, auch Grünanlagen. Den Mittelpunkt des Bezirks bildete der Prerower Platz mit dem Handelshaus, das später dem Linden-Center weichen musste.
Nach der Deutschen Wiedervereinigung nahm die Bevölkerung zunächst noch bis 1994 zu, in diesem Jahr erreichte sie ihren historischen Höchststand mit 119.686 Einwohnern. Innerhalb von zehn Jahren schrumpfte sie dann allerdings um über 10.000 auf heute schätzungsweise 105.000. Der Rückgang ist vor allem mit dem Wegzug der jungen Familien zu begründen, die den Bezirk in den ersten Jahren seiner Existenz bewohnten.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1985 | 67.045 |
| 1986 | 84.780 |
| 1987 | 97.635 |
| 1988 | 112.569 |
| 1989 | 118.056 |
| 1990 | 118.355 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1991 | 119.040 |
| 1992 | 119.549 |
| 1993 | 119.271 |
| 1994 | 119.686 |
| 1995 | 119.536 |
| 1996 | 118.122 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1997 | 114.107 |
| 1998 | 111.590 |
| 1999 | 109.175 |
| 2000 | 107.113 |
In den ersten Jahren war der Bezirk von einem rasanten Bevölkerungswachstum geprägt, der vor allem durch den Zuzug junger Familien gefördert wurde. Zur Wende konnte Hohenschönhausen mit seinen rund 120.000 Einwohnern 9,2 % der Gesamtbevölkerung Ost-Berlins ausmachen, nach der Wiedervereinigung stieg die Zahl sogar noch weiter an.
Den Höhepunkt durchlebte diese Entwicklung im Jahr 1994, seitdem nahm sie kontinuierlich ab, so dass hier heute etwa 15.000 Menschen weniger als noch 12 Jahre zuvor wohnen. Vor allem die jungen Familien sind es wiederum, die wegziehen, wogegen vor allem ältere Personen den Bezirk nicht verlassen. Die Folge ist, dass das Durchschnittsalter nun mittlerweile bei fast 40 Jahren liegt gegenüber einem Wert von vor 15 Jahren, mit einem Durchschnittsalter von rund 25 Jahren.
Der erhoffte Andrang auf die Schulen blieb allerdings aus; die Familien zogen zum einen in andere Bezirke oder gar weg von Berlin und auf der anderen Seite ging die Geburtenrate verglichen mit den Werten von vor 1989 drastisch zurück. Wurden 1987 noch rund 2.500 Geburten gezählt ging die Zahl 1993 auf 537 zurück, in den Folgejahren pendelte sie sich wieder bei rund 800 ein.
Dieser Bevölkerungsrückgang machte sich nun dadurch bemerkbar, dass an den Schulen kein Schülerüberschuss sondern ein Leerstand vorhanden war. Als Lösung wurde erwogen, einzelne Schulen zusammenzulegen, und die dann nicht mehr benötigten Schulgebäude abzureißen. Dieser Prozess dauert heute noch an.
Weiter außerhalb sind die Dörfer Wartenberg, Malchow und Falkenberg meist für ihre Dorfkirchen oder andere ältere Gebäude bekannt, Malchow insofern auch, da es in Bezug zum Schriftsteller Theodor Fontane steht. Das 2002 eröffnete Tierheim Berlin zählt ebenfalls zu den Attraktionen des früheren Bezirks und wird wegen seiner futuristischen Architektur gerne als Kulisse für Spielfilme genutzt, womit wiederum der Bekanntheitsgrad des Gebäudes an sich gesteigert wird.
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