| Karte | |
|---|---|
| Berlin Mitte Hansaviertel.png | |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Berlin |
| Stadtbezirk: | Bezirk Mitte |
| Einwohner: | 5.934 |
| Geografische Lage: | |
| Vorwahl: | 030 |
| Kfz-Kennzeichen: | B |
Der Plan lieferte wichtige Denkanstöße, war aber in reiner Form undurchführbar - aus rechtlichen, finanziellen und politischen Gründen. Zwei Hauptziele wurden in den Flächennutzungsplan von 1950 übernommen: die Innenstadtgebiete sollten wesentlich lockerer bebaut werden als zuvor, und die Stadt sollte so weit wie möglich mit Grünflächen durchsetzt werden.
Diese Grundsätze der Planung sollten im Idealfall für ganz Berlin gelten, für den Ost- wie den Westteil der Stadt, für Innenstadt- wie für Randgebiete. In der Realität ergaben sich andere Abläufe. Die Vorstellung der locker bebauten, durchgrünten Stadt ließ sich nach und nach in einigen Neubaugebieten am Rande Westberlins verwirklichen, viel später auch an der Peripherie Ostberlins. In innerstädtischen Gebieten aber zwangen Geldmangel und die unmittelbare Wohnungsnot dazu, auf große Ideallösungen zu verzichten. Statt dessen galt es, die alten, eng beieinander stehenden Mietshäuser so schnell wie möglich wieder bewohnbar zu machen und die zahlreichen Lücken mit einfachen Neubauten zu schließen. Zwar wurde darauf geachtet, nicht so dicht zu bauen wie zuvor, die alten Stadtstrukturen blieben aber schließlich in beiden Hälften der politisch geteilten Stadt im Wesentlichen erhalten.
Dazu gab es zwei erklärte Ausnahmen. Im sowjetisch verwalteten Ostberlin sollten Teile des besonders stark zerstörten Stadtbezirks Friedrichshain im Anklang an Scharouns Ideen neu gestaltet werden. Nach zaghaften Anfängen wurde das Unternehmen rigoros abgebrochen. Die Ende 1949 neu gegründete DDR orientierte sich jetzt für ihr repräsentatives Bauprojekt an der sowjetischen Monumentalarchitektur - es entstand die Stalinallee (danach: Karl-Marx-Allee). So blieb das südliche Hansaviertel in Westberlin das einzige große innerstädtische (Trümmer-)Gebiet, das mit völlig neu aufgeteilten Grundstücken und unter starker Veränderung auch des Straßen- und Versorgungsnetzes nach den Vorstellungen der damaligen Moderne wieder aufgebaut wurde. Privatkapital war kaum vorhanden, fast alle Bauten entstanden mit öffentlicher Förderung. Städtebauliche Absichten ließen sich dadurch leichter durchsetzen, trotzdem war die Neuordnung der 159 Altgrundstücke außerordentlich schwierig, sie dauerte annähernd drei Jahre. Alles geschah auf privatrechtlicher Grundlage - zwar waren alle Grundstücke vorübergehend in einer Hand, die neugebildeten Grundstücke und die neuen Gebäude wurden aber wieder Privateigentum.
Den organisatorischen Rahmen für das Großprojekt bildete die Internationale Bauausstellung Berlin 1957 (Interbau), den politischen Hintergrund eine für die Zeit des "Kalten Krieges" symptomatische Konkurrenzsituation: Stalinallee und Hansaviertel wurden nahezu gleichzeitig gebaut, beide als Demonstrationsobjekte für die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Gesellschaftssystems.
Die Zielvorstellung für das Hansaviertel selbst war also: aufgelockerte Baustrukturen statt der geschlossenen Blockbebauung der Vorkriegszeit; viel Grün zwischen den Bauwerken - der Tiergarten sollte gewissermaßen von seinen Rändern aus durch das Viertel hindurchfließen. Die Finanzierung im Sozialen Wohnungsbau, die Forderung, mit knapp bemessenen, öffentlich kontrollierten Budgets das Bestmögliche für die späteren Bewohner zu leisten, bedeuteten für die Architekten eine Beschränkung, aber auch eine interessante Herausforderung. Am Ende ergab der Ideenwettbewerb der gemeinsam beteiligten, aber natürlich auch untereinander konkurrierenden Architekten vielfältige, auch anderswo anwendbare Anregungen für Grundrisse, Konstruktion und Gestaltung im öffentlich geförderten Wohnungsbau - auch dies ein wichtiges Ergebnis des Projekts.
Zu einem Wettbewerb von 1952 wurden 53 Architekten aus 13 Ländern eingeladen, allesamt Verfechter westlich-moderner Vorstellungen vom "Neuen Bauen", darunter Alvar Aalto, Egon Eiermann, Walter Gropius, Arne Jacobsen, Oscar Niemeyer und Max Taut. Nach ihren Entwürfen wurden schließlich 35 Objekte verwirklicht. Die Wohnhäuser mit insgesamt 1160 Wohneinheiten gruppieren sich in lockerer Mischung aus Hoch- und Flachbauten um das Zentrum am Hansaplatz, mit Ladenpassage, Kirche, Kino (später Spielstätte des Grips-Theaters), Bibliothek und Kindergarten sowie dem Eingang zur U-Bahnstation "Hansaplatz" (1961 eröffnet).
Das Prinzip der aufgelockerten, "durchgrünten" Stadt verlangte nach enger Zusammenarbeit mit Fachleuten der Gartenarchitektur (heute: Landschaftsarchitektur). Der Berliner Gartenarchitekt Walter Rossow wirkte von Beginn an bei der Gesamtplanung mit. Das ganze Gelände wurde zur gärtnerischen Gestaltung in fünf Bereiche aufgeteilt, insgesamt zehn angesehene deutsche und internationale Gartenarchitekten, unter ihnen Ernst Cramer (Zürich), hatten die Aufgabe, die Grünflächen zu gestalten und sie für die Anwohner und ihre Kinder nutzbar zu machen.
Es gibt im Hansaviertel drei große Gruppen von Wohngebäuden:
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Berlin-Hansaviertel".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world