Berlin Hamburger Bahnhof um 1850.jpg | Lehrter Bahnhof1875.jpg BerlinerBahnhofHamburg.jpg | BerlinerBahnhofHalle.jpg Die Berlin-Hamburger Bahn wurde von der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft als Eisenbahnstrecke zwischen den Städten Berlin und Hamburg erbaut. Nach ihrer Fertigstellung und Inbetriebnahme am 15. Dezember 1846 war die Strecke mit 286 km seinerzeit die längste Fernbahnstrecke in den deutschen Ländern. Sie führte von Berlin, Hamburger Bahnhof (ab Oktober 1884 vom Lehrter Bahnhof), über Spandau, Neustadt (Dosse), Wittenberge, Büchen und Ludwigslust über die bereits bestehende 15,6 km lange Strecke der Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn zum Berliner Bahnhof in Hamburg.
Diese Länder schlossen am 8. November 1841 einen Staatsvertrag, in dem die Streckenführung und die Verrechnung der Transitzölle geregelt wurde. Die Bau- und Betriebskonzessionen dieser Länder erhielt die Bahngesellschaft im Jahre 1845. Die Bereitschaft Hamburgs und Mecklenburgs, einen Teil des Aktienkapitals zu zeichnen, waren die Voraussetzung für die Konstituierung der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft und den Bau der Strecke. Die ersten zehn Prozent des Aktienkapitals in Höhe von insgesamt acht Millionen Talern wurden 1844 aufgebracht, so dass mit dem Bau in der Nähe des mecklenburgischen Ludwigslust sofort begonnen werden konnte.
Als erstes konnte die 222 km lange Strecke von Berlin nach Boizenburg am 15. Oktober 1846 dem Betrieb übergeben werden. Mit Fertigstellung des Restteils von 45 km bis Bergedorf am 15. Dezember 1846 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Zusammen mit der bereits am 16. Mai 1842 für den Personenverkehr und am 28. Dezember 1842 für den Güterverkehr eröffneten Strecke der Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn, die mit der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft fusionierte, konnte die Gesamtstrecke Berlin – Hamburg am 15. Dezember 1846 in Betrieb gehen. In Hamburg lag der Berliner Bahnhof auf dem Gelände der heutigen Deichtorhallen. Er bestand aus einem Empfangsgebäude und einer offenen Holzhalle mit vier Gleisen.
Im ersten Jahr nutzen rund eine halbe Million Menschen die neue Verbindung. Die kürzeren Streckenabschnitte wurden dabei häufiger frequentiert – etwa zwischen Berlin, Spandau und Nauen, Wittenberge und Büchen oder Hamburg und Bergedorf. Innerhalb von 20 Jahren hatten sich die jährlichen Einnahmen auf 890.000 Taler verdoppelt. Beim Güterverkehr stiegen die Einnahmen von Jahr zu Jahr überproportional. Die zunehmende Industrialisierung und die wachsende Einwohnerzahl Berlins und Hamburgs trugen mit dazu bei, dass der Schienengüterverkehr hohe Wachstumszahlen produzierte.
Als Verbindung der beiden größten deutschen Städte war sie eine der bedeutendsten deutschen Eisenbahnverbindungen. 1865 wurde etwa 600 Meter weiter östlich der „Lübecker Bahnhof“ gebaut, dazu im Jahre 1866 der Bahnhof „Klosterthor“ der Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn etwa 200 Meter nördlich. Von diesem wurde später ein Verbindungsgleis vor das Portal des Berliner Bahnhofs verlegt.
Wegen der immer stärkeren Konkurrenz der Nachbarbahnen suchte die Gesellschaft auch eine Verbindung durch das Königreich Hannover mit Bremen und dem dortigen Hafen. Dazu nahm sie am 15. Oktober 1851 die 12 km lange Bahnstrecke von Büchen an die Elbe bei Lauenburg in Betrieb. Die Weiterführung baute die Hannöversche Staatseisenbahn jedoch erst 1863/64 nach Lüneburg. Als Elbübergang diente ab dem 15. März 1864 für 14 Jahre das Trajekt Lauenburg - Hohnstorf.
Die Strecke Berlin-Hamburg wurde in den 1930er Jahren die „Rennstrecke“ für Rekordfahrten und fahrplanmäßige Schnellverbindungen mit dem Schienenzeppelin, dem Dieselschnelltriebwagen Fliegender Hamburger und der Schnellfahr-Dampflokomotive der Baureihe 05. Der Fliegende Hamburger befuhr die Strecke in zwei Stunden und fünfzehn Minuten, ein Rekord, der fast sechzig Jahre nicht überboten wurde. Erst die ICE-Verbindungen des Jahres 2005 befahren die Strecke schneller in 1,5 Stunden.
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