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Lage des Ortsteiles Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick
Karte
Basisdaten
Bundesland: Berlin
Stadtbezirk: Bezirk Treptow-Köpenick
Geografische Lage:
Höhe: 34 m ü. NN
Einwohner: 15.251
(Quelle: StaLa Stand 31. Dez. 2004)
Postleitzahlen: 12489
Website: BA Treptow-Köpenick
Adlershof * ist ein Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 war es ein Ortsteil des ehemaligen Stadtbezirks Treptow.

Adlershof steht im Sprachgebrauch oft synonym für den WISTA-Standort, einer in der Entwicklung befindlichen neuen Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien im Bereich der traditionellen Betriebsgelände auf der südwestlichen Seite.

Die alten Wohnviertel und Siedlungen liegen auf der nordöstlichen Seite, zukünftig sollen neue Wohnviertel auf dem nordwestlich angrenzenden ehemaligen Flugplatz Johannisthal entstehen und den WISTA-Standort zur Wissenschaftsstadt komplettieren.

Berlin Adlershof Wista Bessy.jpg, Bessy und Uni]]

Geografie


Adlershof liegt zu beiden Seiten des S-Bahnhof Adlershof an der Görlitzer Bahn, die vom nordwestlichen Schönweide weiter ins südöstliche Grünau verläuft. Die Wohngebiete liegt nordöstlich des hochliegenden Bahndamms, das Entwicklungsgebiet der Wissenschaftsstadt südwestlich. Der Haltepunkt Adlershof wurde an der historischen Straßenverbindung vom westlichen Rudow (Rudower Chaussee) zum nordöstlichen Köpenick (Dörpfeldstraße) angelegt, letztere bildet die Hauptstraße der Siedlungen. Das Südende des Ortes wird durch den Teltowkanal markiert, entlang dessen ältere Wege (von Köpenick ins südwestliche Altglienicke) aktuell zu einem leistungsfähigen Straßenzug ausgebaut werden (Glienicker Straße, Glienicker Weg, Köpenicker Straße, Ernst-Ruska-Ufer). Berlin Adlershof Marktplatz.jpg

Ortsteile

  • Adlershof
    • WISTA (auch Wissenschaftsstadt)
      • Am Bessy (westlicher Teil)
      • Am Flugplatz (nördlicher Teil)
      • Am Studio (östlicher Teil, die Agastraße erhielt 2004 diesen Namen offiziell)
      • (Wistagelände umfasst früheres Akademiegelände, Fernsehstadt, Wachregiment)
    • Adlershof-Ort
      • Adlershof-Nord (nördlich der Dörpfeldstraße)
      • Adlershof-Süd (südöstlich der Dörpfeldstraße)

Geschichte


Im Zuge der „Peuplierung“ Preußens, mit der Friedrich II. neue Bewohner nach Preußen holte, wurden 1753 Johannisthal, 1754 Adlershof und Altglienicke gegründet. Der Name der Büdnerkolonie am ursprünglich "Sueszen (Grundt)" geheißenen Flecken leitet sich vom Zinsgut "Adlershoff" ab. - Dessen Gründungsdatum durch Zinsvertrag vom 14. April 1754 gilt heute als Gründungsjahr der Gemeinde Adlershof.

Lange Zeit blieben die drei Dörfer Erholungsgebiete vor den Toren Berlins. Der Bau der Berlin-Görlitzer Eisenbahn 1866/67 führte zu einem Aufschwung, in dem insbesondere Adlershof zum Industriestandort heranwuchs. 1879 wurde das Landgut aufgelöst, und Adlershof zur Gemeinde. Die Einwohnerzahl wuchs rasch, von 344 im Jahre 1880 auf 8.006 im Jahre 1900. Der Teltowkanal wurde 1906 errichtet, und markiert heute das Südende der Gemeinde.

Mit der zunehmenden Industrialisierung verlor der Ort natürlich seinen Charakter als Erholungsort. 1909 eröffnete dann der erste deutsche Motorflugplatz in Johannisthal-Adlershof, der schnell international bekannt wurde. Um den Flugplatz Johannisthal bildete sich ein Zentrum mit Unterkünften, Produktionshallen, Fliegerschulen, und vielen namhaften Konstrukteuren und bekannten Fliegern. 1912 wurde die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL), der Vorgänger des heutigen DLR, in Adlershof gegründet. In Berlin-Adlershof befand sich auch die zentrale Polizeifunkstelle des deutschen Reiches mit zwei 120 Meter hohen selbststrahlenden Sendemasten.

Nach 1945 wurde in Adlershof die Akademie der Wissenschaften der DDR angesiedelt, die insbesondere viele Institute der angewandten Forschung beherbergte. Auch das Fernsehen wurde am Standort platziert – von 1950 bis 1952 entstand das Fernsehzentrum Adlershof nach Plänen von Wolfgang Wunsch. In den neuen Studios ging am 21. Dezember 1952 dann erstmals der Deutsche Fernsehfunk (DFF) auf Sendung. In der DDR-Zeit war hier auch das Wachregiment "Feliks Dzierzynski" (Gesamtstärke 12.000 Mann) mit Teilen stationiert, das Regiment nutzte den ehemaligen Flugplatz als Schießplatz. Auch das Akademie- und das Fernsehgelände waren in dieser Zeit eingezäunt, so dass diese Gelände faktisch losgelöst von den Wohngebieten auf der nordöstlichen Seite des Bahndamms existierten. In Berlin-Adlershof wurde auch ein Radioteleskop mit 36 Meter Durchmesser errichtet und einige Forschungsinstitute angesiedelt. Das Radioteleskop dürfte heute demontiert sein.

Mit dem Untergang der DDR wurden die Betriebe fast vollständig abgewickelt, und die Betriebsgelände waren plötzlich weithin ungenutzt. So entstand der Plan, die bestehenden Einrichtungen und verbliebenen Institute zu nehmen, und in eine neue "integrierte Landschaft aus Wissenschaft und Wirtschaft" einzubinden. Ein markantes Symbol dieser neuen Landschaft ist heute das BESSY-II Elektronensynchrotron, errichtet 19931997.

Die Entwicklungspläne sehen vor, die neue "Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien" weiter auszubauen. Der direkte Autobahnanschluss (A113) wird bis Ende 2005 (Richtung Berliner Innenstadt) bzw. 2007 (Richtung Schönefeld) fertiggestellt, bis 2015 eine lockere Wohnbebauung angefügt, und die damit nochmals stark wachsende Gemeinde soll auch mit einem neuen überregionalen Bahnhofskomplex versehen werden. Mit Stand Ende 2002 lebten in Adlershof 14.432 Einwohner, etwa 8000 neue Einwohner werden erwartet.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1772 81
1801 65
1817 56
1840 86
1858 107
1871 198
Jahr Einwohner
1875 322
1880 344
1885 743
1890 3.346
1895 5.591
1900 8.006
Jahr Einwohner
1905 9.114
1910 10.645
1919 12.655
2004 15.251

Lage und Bebauung


Berlin Adlershof Map Guidod.png Der Ortbereich Adlershof ist relativ scharf abgegrenzt von umliegenden Ortsteilen, es gibt nur sieben Zufahrten. Der Ortsteil wird geteilt durch einen breiten hochliegenden Bahndamm, der mehrere Eisenbahnen und die S-Bahn führt (Trasse nach Schönefeld; S-Bahnlinien S8, S9, S45, S46, S85). Es existieren nur zwei Brücken unter diesem Bahndamm, sodass der Ort scharf geteilt wird, noch verschärft durch die sechsspurige Fernstraße Adlergestell direkt neben dem Bahndamm. Die beiden Ortsbereiche müssen jeweils getrennt betrachtet werden, und haben sich in der Bebauung völlig unabhängig voneinander entwickelt.

Luftbild Berlin Adlershof.jpg Der südwestliche Bereich wird durch die WISTA Entwicklungsgesellschaft verwaltet. Zu DDR-Zeiten befanden sich dort nur große eingezäunte Betriebsgelände, auf denen sich eigenständige Straßenetze befanden. Dazwischen fanden sich nur die Rudower Chaussee und die Agastraße als öffentlich befahrbare Wege, diese sind auch jetzt die großen Straßen in diesem Gebiet. Das Ernst-Ruska-Ufer (so heißt die Uferstraße am Teltowkanal) ist ein Neubau, dort befanden sich ursprünglich Bahngleise am Ufer. Die Bahngleise waren über den heute noch existierenden Kohlebahnhof am Glienicker Weg verbunden mit der Bahnstrecke, die nach Norden in einen Rangierbahnhof mündet.

Das ehemalige Akademiegelände ist heute schon weitgehend ausgebaut. Am Südende findet sich das BESSY-Elektronensynchrotron, weitere alte Gebäude sind erneuert, oder abgerissen und neugebaut. Der Bereich nördlich der Rudower Chaussee befindet sich in der Entwicklung. In einem breiten Streifen sind dort schon Neubauten der Humboldt Universität zu Berlin zu finden. Der ehemalige Flugplatz soll zum großen Teil Erholungsgebiet werden. Außerdem sollen neue Wohngebiete entstehen, angebunden an die Wohngebiete in Johannisthal.

Die Wohngebiete im nordöstlichen Bereich werden durch die Dörpfeldstraße geteilt. In deren Mitte befindet sich der vergleichsweise kleine Marktplatz. Durch ungesteuerte Entwicklung hat dieser den ursprünglichen Piazza-Charakter verloren, und ist heute kein natürlicher Treffpunkt mehr. Da Adlershof auf Feuchtwiesen errichtet wurde, herrschte sehr lange Zeit eine Traufhöhe von 12 Metern (in vielen anderen alten Stadtteilen Berlins 22 Meter), sodass die Bebauung geprägt ist von zwei- bis vierstöckigen Gebäuden. Erst in jüngerer Zeit wurden Gebäude um ein bis zwei Stockwerke erhöht. Die einzigen alten, hohen Gebäude sind die beiden Kirchen südöstlich des Marktplatzes.

Der Friedhof findet sich südlich der Köllnischen Heide, einem Waldstück zwischen Adlershof und Oberspree. Dies ist das eigentliche Naherholungsgebiet des Ortes. Der neue Landschaftspark auf der Westseite wird weniger genutzt. Beliebt sind dort die Skaterbahnen und die für Rollerblades geeigneten, gepflasterten, langen Wege.

Sehenswürdigkeiten


Weblinks


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Ort in Berlin

Adlershof

 

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