Bergstrasse.png Die Bergstraße markiert den Übergang des Odenwaldes im Westen zur Rheinebene. Die eigentliche Straße verläuft in Nord-Süd-Richtung von Darmstadt nach Wiesloch.
Nach der Bergstraße sind außerdem der südhessische Kreis Bergstraße, das (selbständige) Weinbaugebiet Hessische Bergstraße und der (unselbständige) Bereich Badische Bergstraße des Weinbaugebietes Baden benannt.
In Weinheim-Lützelsachsen zweigt wiederum eine neue Bergstraße von der alten ab und verläuft westlich der alten Trasse bis zum Ortseingang Heidelberg-Handschuhsheim, wo sich beide Trassen wieder vereinigen. Der weitere Verlauf jenseits des Neckars von Heidelberg bis Wiesloch wird meist auch noch als Bergstraße bezeichnet, obwohl die landschaftliche und klimatische Besonderheit in diesem Abschnitt weniger stark ausgeprägt ist.
Die Bergstraße durchzieht drei Landkreise und zwei kreisfreie Städte: Darmstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Kreis Bergstraße, Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis. Der nördliche Abschnitt zählt zu Hessen, der südliche zu Baden. Die Landesgrenze liegt zwischen Heppenheim und Laudenbach.
Die Bergstraße wurde bereits in römischer Zeit als Handelsstraße benutzt. Der Name ist seit dem Jahre 1165 („bergstrasen“) belegt. Der Name strata montana (als latinisierte Form von „Bergstraße") stammt demgegenüber nicht von den Römern, sondern aus der Zeit des Humanismus. Aus früherer Zeit sind die Namen strata publica (795), platea montium (819) und montana platea (1002) überliefert.
Die Straßenführung im einzelnen hat sich im Laufe der Jahrhunderte zum Teil leicht verändert.
In Heppenheim wurden im Jahre 1955 bei Kanalarbeiten Reste der alten römischen Pflasterstraße entdeckt und in die Ferdinand-Feuerbach-Anlage (Ecke Karlstraße/Karl-Marx-Straße) umgebettet, wo sie heute besichtigt werden können (Fläche ca. 20 m²).
Nach der Bergstraße ist auch die Landschaft in deren unmittelbaren Umgebung benannt. Sie zeichnet sich durch ein besonders mildes und sonniges Klima (ca. 1500 Sonnenstunden jährlich) und dem frühesten Frühlingsbeginn Deutschlands aus. Das Zusammentreffen mit günstigen Bodenverhältnissen (fruchtbarer Lößboden) macht die Bergstraße zu einem der reichsten Fruchtgärten Deutschlands mit Weinbau, Obst, Mandeln, Edelkastanien und Walnüssen. Berühmt ist die Bergstraße für ihre Mandelbäume, die hier gedeihen und im März bereits blühen. Aber auch andere mediterrane Pflanzen wie Feigen und Ölbäume wachsen hier.
Kaiser Joseph II. (1765-1790) soll deshalb, als er auf der Rückreise von Frankfurt an der Bergstraße Halt machte, ausgerufen haben: "Hier fängt Deutschland an, Italien zu werden".
Die Bergstraße ist als Teil des Ballungsgebietes Rhein-Main-Neckar hoch entwickelt und industrialisiert. Daneben hat der Tourismus eine Bedeutung. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten neben der Landschaft selbst sind Heidelberg mit Schloss und Altstadt, Jugendstilzentrum Darmstadt mit Mathildenhöhe und Künstlerkolonie, die Kette der Burgen am Rande des Odenwaldes (Burg Frankenstein, Burgruine Tannenburg (Seeheim-Jugenheim), Mauerreste der Burg Jossa, Alsbacher Schloss, Altstadt mit Stadtmauer von Zwingenberg, Auerbacher Schloss, Starkenburg über Heppenheim, Wachenburg und Windeck über Weinheim, Strahlenburg über Schriesheim) sowie die malerischen Altstadtkerne in vielen Städten und Gemeinden, vor allem die (mit Ausnahme der Stadtmauern) fast völlig erhaltene Altstadt von Heppenheim mit prächtigem Rathaus, Marktplatz, „Dom der Bergstraße“ und zahlreichen mittelalterlichen Fachwerkbauten; ferner die Altstadtkerne von Zwingenberg, Bensheim und Weinheim. Eine herausragende Sehenswürdigkeit in unmittelbarer Nähe der Bergstraße ist die aus karolingischer Zeit stammende Torhalle des untergegangenen Kloster Lorsch, die zum Weltkulturerbe zählt.
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