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Unter Berggeschrey versteht man den Beginn des Silbererz-Bergbaus im Erzgebirge. Es ist mit dem Goldrausch in Nordamerika vergleichbar.

Erstes Bergeschrey

Annaberger_Bergaltar.jpg von 1522]] Schon im Zuge der ersten Besiedlung des damals undurchdringlichen Miriquidi-Urwaldes gab es kleinere Zinn-, Eisen- und Kupferfunde.

Als aber 1168 reiche Silberfunde im Raum Freiberg bekannt wurden, lösten diese das Erste Berggeschrey aus. Schnell kamen auf die Kunde vom Silberreichtum Bergleute, Händler, Köhler und Vagabunden in dieses unwirtliche Gebiet. “Wo eyn man ercz suchen will, das meg her thun mit rechte” hatte der Markgraf von Meißen, Inhaber des Bergnutzungsrechtes (Bergregal), den ins Land strömenden Siedlern zugestanden. Um die Bergleute, welche größtenteils aus dem Harz stammten, anzulocken wurden sie von Feudalabgaben an Grundherren befreit und konnten sich so ganz ihrer Arbeit widmen. Eine direkte Steuer mussten sie jedoch in Form des Bergzehnts an den Landesherrn zahlen.

Zweites oder Großes Berggeschrey

Die Suche nach dem Erz dehnte sich im Laufe der Zeit in die Kammlagen des Erzgebirges aus. So wurden äußerst ergiebige Silbererzvorkommen, wie 1442 am Schreckenberg im heutigen Annaberg-Buchholz und 1453 in Schneeberg, entdeckt. In der Folge dieser Funde erhob sich 300 Jahre nach dem ersten das zweite oder auch das Große Berggeschrey. Die rege Bergbautätigkeit und der starke Zuzug dehnten sich auf das ganze Gebirge aus. Ende des 15. Jahrhunderts war es flächendeckend besiedelt. Es entstanden reiche und mächtige Bergstädte wie Annaberg, Buchholz, Schneeberg oder Marienberg. Und Sachsen wurde zu einem der reichsten Länder Europas.

Neuzeit

Fast 800 Jahre nach dem ersten Berggeschrey brach in den Nachkriegsjahren mit der Uranerzförderung durch die SDAG Wismut noch einmal eine mit Goldgräberstimmung vergleichbare Aktivität im Erzgebirge aus. In Folge des rasanten wie rücksichtslosen Aufschwungs stieg die Einwohnerzahl in einigen Orten (siehe z.B. Johanngeorgenstadt) explosionsartig an. Vor allem in der Anfangszeit des Wismutbergbaus gab es dabei erhebliche Belastungen für die Umwelt, Vernichtung historischer Ortskerne und vor allem sehr häufig schwerwiegende gesundheitliche Schäden bei den damaligen Kumpels.

Neben Silber und Uran wurden im Erzgebirge auch Zinn, Eisen, Kupfer, Arsen, Blei, Kobalt, Nickel, Bismut (Wismut), Wolfram sowie Zink abgebaut.

Die Wende brachte nach 1990 die schlagartige Einstellung des Betriebes der SDAG Wismut und somit das Ende des Bergbaus als wichtiger Wirtschaftsfaktor und großer Arbeitgeber der Region. Der Grubenbetrieb des Kalkwerkes im Lengefelder Ortsteil Kalkwerk ist das letzte mit Schachtförderung arbeitende Bergwerk Sachsens beziehungsweise der deutschen Seite des Erzgebirges. Jedoch vermittelt noch heute die gesamte Montan- und Kulturlandschaft Erzgebirge, mit ihrer großen Zahl an oberirdischen Bergbauzeugnissen, Schaubergwerken, Technischen Denkmälern, Bergbaulehrpfaden und nicht zuletzt den Traditionen der Einheimischen, eine lebendige Ahnung dieser drei prägenden Epochen des Bergbaus.

Erzgebirge | Bergbau

 

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