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Benedikt von Nursia 20020817.jpg, Umbrien, Italien, ca. 550]]

Benedikt (* um 480 in Nursia; † 21. März 547 auf dem Monte Cassino bei Cassino) gilt als der Begründer des christlichen Mönchtums im Westen.

Leben und Legenden


Benedikt wird in der Nähe von Nursia (ital.: Norcia) als Sohn eines reichen Landbesitzers als Zwillingskind geboren. Seine Zwillingsschwester ist die später ebenfalls als Heilige verehrte Scholastika.

Nach der Schulzeit in Nursia schicken Benedikts Eltern ihren Sohn nach Rom, wo er jedoch schon bald von der Sittenlosigkeit seiner Mitstudenten demoralisiert ist. Enttäuscht geht er in die Berge, in dem damaligen Affile und lebt zunächst mit einer Gruppe von Einsiedlern zusammen, bevor er sich 3 Jahre lang in eine Höhle bei Subiaco (Italien) zurückzieht.

Am Ende dieser 3 Jahre wird er gebeten, den Posten des Vorstehers eines nahe gelegenen Klosters zu übernehmen. Benedikt willigt ein und versucht, das Leben in diesem Kloster neu zu ordnen. Dies stößt jedoch auf keine Gegenliebe bei den Brüdern. Diese versuchen sogar, den unbequemen Vorsteher mit Gift umzubringen.

Schließlich gründet er das Kloster von Monte Cassino in der Nähe von Neapel. In diesem Kloster lebt er ab 529 selbst und führt die dortige Gemeinschaft. Für sie schreibt er nun auch seine berühmte "Regula Benedicti".

Benedikt ist bei der einheimischen Bevölkerung sehr beliebt, weil er den Menschen in Notzeiten beisteht. Auch Heilungen, sogar Totenerweckungen, werden in den Legenden berichtet.

In Montecassino stirbt Benedikt schließlich am Gründonnerstag des Jahres 547, dem 21. März, während er am Altar der Klosterkirche betete. Seine Mitbrüder berichten davon, dass sie sahen, wie er von Engeln auf teppichbelegter, lichterfüllter Straße gen Himmel getragen wurde.

Wirkung und Regel des Benedikt


Benedikt ist also zunächst berühmt für seine Regel (die Regula Benedicti), auf deren Grundlage sich zahlreiche Klöster für Mönche, die Benediktiner, und für Nonnen (die Benediktinerinnen), gründeten.

Benedikt war vom spätantiken Mönch- und Eremitentum des oströmischen Reiches inspiriert worden, insbesondere von den Gemeinschaften des Pachomios in Ägypten, der Mönchsregel von Basilius von Caesarea aus dem vierten Jahrhundert, die heute noch in der orthodoxen Kirche gilt, und der "Regula Augustini", die nur in drei unterschiedlichen Überlieferungen erhalten ist, und übertrug Teile dieser Ideen durch seine Regel in den Westen.

Benedikt hat zwar einige Klöster, allerdings keine Ordensgemeinschaft im heutigen Sinn gegründet. Für die verschiedenen Gruppen von Männern, die sich um ihn ansammelten, entwickelte er ein Konzept von Zucht und Maß:

  • zölibatäres Leben,
  • einfache Ernährung, (auf das Fleisch vierfüßiger Tiere wird verzichtet, maximal eine gekochte Hauptmahlzeit am Tag, Beschränkung des Weinkonsums.)
  • feste Zeiten für Gebet, Lesung, Arbeit und Schlaf.

Das Modell des monastischen Lebens für Benedikt war die Familie mit dem Abt als Vater und den Mönchen als Brüdern.

Wenn auch seine frühen Biographen schon über Wundertaten zu Lebzeiten berichten, ist sein bedeutsamstes Lebensmerkmal wohl eher, dass er als ein Mitglied der gesellschaftlichen Elite sich der körperlichen Arbeit widmete und dies seinen Nachfolgern mit auf dem Weg gab. Dabei ist das irrtümlich oft ihm selbst zugeschriebene benediktinische Motto "Ora et labora (et lege)" ("Bete und arbeite (und lies)") erst Ende des 19. Jahrhunderts aufgekommen. Dabei wird heute darunter die in der Regel grundgelegte, hilfreiche Ausgewogenheit zwischen wie auch immer gearteter Arbeit und dem Gebet verstanden. Benedikt selbst verbindet in seiner Regel Arbeit mit Lesung (RB 48) und gibt dem Tag eine klare Struktur. Auch im weiteren Umfeld dieser Ordensgemeinschaften wurde diese Grundhaltung rezipiert und bis heute wird seine Ordensregel auch als Maßstab für intelligentes Wirtschaften angesehen (siehe z.B. Anselm Bilgris Buch " Finde das rechte Maß" oder Baldur Kirchners Buch "Benedikt für Manager").

Weiter wurde Benedikt aber immer auch als Friedensstifter wahrgenommen. Auch viele Bestimmungen in der Regel zielen auf diesen Frieden im Verhältnis zwischen den Oberen und den Mitbrüdern oder zwischen den in der Gemeinschaft vertreten Generationen ab. Daher führen die heutigen Benediktiner als zweites Motto- und Wappenwort ''pax', pacis' ("Friede").

Benedikt und die Benediktiner


Der heilige Benedikt hat eine viel beachtete Regel geschrieben, die nach ihm benannte Ordensgemeinschaft der Benediktiner aber nicht selbst gegründet. Die viel spätere Bezeichnung Benediktinerorden resultierte von dem Bestreben des Vatikans, die Benediktiner kirchenrechtlich wie einen religiösen Orden behandeln zu können. In Antwort darauf gründeten die verschiedenen Benediktinerklöster daher nach und nach nationale oder anderweitig gleichinteressierte Kongregationen (z.B. die Cassionese, die Englische, die Camaldolese, die Olivetan, die Österreicher, die Bayrische), die alle heutzutage in der Benediktiner-Konföderation repräsentiert sind. Benediktinerabteien haben jedoch kein Mutterhaussystem wie religiöse Orden sondern sind völlig autonom. Demzufolge ist die Benediktiner-Konföderation kein Generalat und ihr Abtprimas kein Generalvorsteher.

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Verehrung


Benedikt wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt. Schon immer wurde seine Bedeutung für das christliche Abendland betont. Zudem wird er als Patron der Schulkinder und Lehrer der Bergleute und Höhlenforscher, der Kupferschmiede und der Sterbenden geehrt, sowie gegen Fieber, Entzündungen, Nieren- und Gallensteine Vergiftung und Zauberei angerufen. Seit 1964 gilt er als einer der Patrone Europas. Eine von Papst Gregor dem Großen verfasste Lebensbeschreibung Benedikts gilt als einziges historisch authentisches Dokument über Benedikt von Nursia.

Seit dem 11. Jahrhundert wurde der Gedenktag des heiligen Benedikt an seinem Todestag, dem 21. März begangen; und die Benediktinerklöster, vor allem Monte Cassino, behalten dieses Fest auch heute noch bei. In den Jahren, in denen das Fest in die Karwoche fällt, wird es jedoch auf den frühestmöglichen Tag nach Ostern verlegt. Da das Fest des hl. Benedikt als Patron Europas zum liturgischen Festtag der Gesamtkirche erhoben wurde, wird es seit 1970 am 11. Juli gefeiert, um nicht mehr mit der Fastenzeit kollidieren zu können. Am 11. Juli wurde traditionell in Fleury das Fest der Translation der Reliquien gefeiert, mitunter auch sein Geburtstag ("Natale sancti Benedicti abbatis"). Die dortige Verehrung hatte im 8. Jh. zum Wechsel des Patroziniums von Petrus zu Benedikt geführt. Der Streit zwischen Fleury und Montecassino um die Reliquien führte Ende des 11. Jahrhunderts dazu, dass Leo Marsicanus in seiner Geschichte des Kloster Monte Cassino die französische Darstellung ausführlich widerlegte. Der 11. Juli galt für die Äbte von Monte Cassino als "verbotenes Fest", wenn es unter dem Titel "Translatio" gefeiert wurde. Am 21. März geltende Wetterregeln: "Sankt Benedikt den Garten schmückt" und "Sankt Benedikt macht Zwiebeln dick", auch in der Form "Willst Du Gersten, Erbsen, Zwiebeln dick, so säe an St. Benedikt." Reliquien befinden sich in:

Siehe auch:


Literatur


  • Adalbert de Vogüé: Art. Benedikt von Nursia. In: Theologische Realenzyklopädie 5 (1980), S. 538-549
  • Die Regel des heiligen Benedikt. Beuroner Kunstverlag, Beuron 1990. ISBN 3-87071-060-8
Benedikt.JPG 1750 gemalter Seitenalter „Tod des hl. Benedikt“ in der Schlosskapelle Mammern]]
  • Heinrich Suso Mayer: Benediktinisches Ordensrecht in der Beuroner Kongregation. Beuron 1929 ff.
  • Raphael Molitor: Aus der Rechtsgeschichte benediktinischer Verbände - Untersuchungen und Skizzen. Münster 1929 ff.
  • Der Heilige Benedikt, von Gregor dem Großen

Weblinks


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