Die Fassung (v. „fassen“, mittelhochdt. „vazzen“ = fassen, erfassen, ergreifen; althochdt. „fazzon“, , wortverwandt mit „fest“), bezeichnet die farbliche Gestaltung einer Skulptur, eines Reliefs, eines Bildes oder einer anderen Oberfläche (Bemalung, Färbelung), sowie auch die Belegung eines Objektes mit Edelmetallen, zum Beispiel Vergoldung.
Insbesondere ist die Fassung im dem Fall, dass ein Objekt mehrmals neu bemalt wurde, die Gesamtheit der zusammengehörenden Farbflächen (und Belagflächen). In diesem Sinn wird wird der Ausdrucke in der Kunstgeschichte und Restaurierung gebraucht, und dokumentiert die Objektgeschichte.
Die Fassung von Skulpturen wird von dem sogenannten Faßmaler, einem eigenständigen Beruf, erstellt.
Der Fassung kommt in der Romanik überhöhte Bedeutung zu und verstärkt somit die theologische Aussage einer Figur.
Das Mittel zur Grundierung ist eine Verbindung aus tierischem Leim und verschiedenen Sorten Kreide, die in warmem Zustand mit einem weichen Pinsel in mehreren Schichten auf die unbehandelte Oberfläche der Skulptur gestrichen wird. Jede Schicht wird nach dem Trocknen geschliffen (mit Schachtelhalmen oder Schleifpapier).
Die Helligkeit der Grundierung und ihr Reflexionsvermögen beeinflusst die Farbwirkung der anschließenden Schichten der Fassung.
Ein anderer Weg, farbige Oberflächen zu erzielen, besteht darin, verschiedene Lasuren mit mehr oder weniger intensiver Tönung übereinander zu legen. Für leuchtende Rottöne wird beispielsweise Zinnoberrot auf weißen Kreidegrund mit wässrigem Bindemittel gemalt. Darüber wird eine dunkelrote Öllasur aus Krapplack gelegt, in die noch einmal dunklere Schattierungen in Faltentiefen eingemalt wird.
Die erste Schicht trägt die sogenannte „Binnenzeichnung“ (Grundrisse von Augen, Augenbrauen, Mund und Wangenrot). Die oberen Schichten werden entweder lasierend aufgetragen oder sie haben einen transparenten emaillartigen Weiß-Schimmer. Diese Schichten neutralisierten dann die Konturen darunter. Durch diese Übermalungen entsteht eine zart zerfließende Farbwirkung, die Hautfarben perfekt wiedergibt. Vor allem Figuren des Rokoko (Spätrenaissance, Verfeinerung der Techniken) weisen sehr schöne Inkarnate auf.
Dem Beschauer verborgene Partien, zum Beispiel Faltentiefen, wurden besonders in der Barockzeit mit billigerem Zwischengold (einer Legierung aus Gold und Silber) belegt. Häufig verzichtete man ganz auf Metalle und begnügte sich mit der Grundierung oder dem Poliment. Wo die einzelnen Metallblättchen nicht nahtlos aneinanderstossen, wurden zu dieser Zeit die Fehlstellen häufig mit einem goldgelben Pflanzenlack ausgeglichen damit der kontinuierliche Verlauf der Oberfläche erhalten blieb.
Für feine goldglänzende Linien wird Pulvergold verwendet. Fein vermahlenes Gold wird dabei mit einem Bindemittel (Leim) vermischt und aufgetragen.
Die Technik der Ölvergoldung, bei der das Blattgold auf eine Mixtion genannte Lösung gelegt wird, erlaubt sehr schnelles Arbeiten. Das Gold kann jedoch nach Abschluss der Arbeit nicht poliert werden. Es bleibt matt und entwickelt nicht den typischen Goldglanz.
Neben der Verwendung von echtem Silber und Gold wurden bis in das späte 19. Jahrhundert auch Legierungen aus unedleren Metallen verarbeitet.
Bei Fassungen nur aus Metallen wird entweder das Inkarnat in Silber aufgetragen und das Gewand in Gold oder umgekehrt. Diese Fassungen findet man allerdings sehr selten. Sie sind in aller Regel Skulpturen vorbehalten, die in Kirchen aufgestellt sind.
Verfeinerungen des Lüsterns stellen das Florieren (Goldornamentieren) und das Musieren dar. Dabei werden aus den farbigen Lasuren Linien herausgeschrieben so dass die Silber- oder Goldunterlage als Ornament wieder hervortritt.
Eine weitere Variante des Lüsterns ist das Aufbringen von Metallen, die zuvor farbig gemacht wurden: Das Einschmelzen zusammen mit Lösungen von Harzseifen und ätherischen Ölen bewirkt eine Tönung oder Verfärbung des Edelmetalles, das anschließend wie Farbe verarbeitet werden kann. Beim modernen Lüstern ergeben sich Farbunterschiede durch Beimischung von anderen Metallen (Eisenoxid = rot, Uran = gelb, Perlmutt = Weiß).
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"Fassung (Kunst)".
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