Der Belpberg ist ein isolierter Höhenrücken im Aaretal zwischen Bern und Thun in der Schweiz. Der Höhenrücken weist eine Breite von 2 bis 4 km sowie eine Länge von rund 11 km auf, erreicht auf dem Chutzen mit 892.5 m ü. M. seinen höchsten Punkt und ragt damit bis zu 370 m aus den umliegenden Talebenen auf. Eingegrenzt wird der Belpberg im Westen durch die Talebene der Gürbe, im Osten durch die breite Aareniederung und im Norden durch das Belpmoos, die Stelle, an der das Gürbetal ins Aaretal mündet. Die südliche Begrenzung bildet eine Talfurche bei Seftigen.
Geologie
Der Belpberg besteht aus
Molassesandstein und
Nagelfluh. Während der
Eiszeiten war der Rücken stets vollständig vom Eis des
Aaregletschers bedeckt. Die
Geomorphologie des Berges ist deshalb glazial überprägt. Auf dem Kamm und an den Hängen wurde
Grundmoränenmaterial beziehungsweise
Seitenmoränen während der verschiedenen Rückzugsstadien des Gletschers abgelagert.
Geographie
Der nördliche Teil des Höhenrückens, der Belpberg im engeren Sinne, ist als gewellte Hochfläche ausgebildet, die im Durchschnitt auf 800 m ü. M. liegt. Auf drei Seiten fällt diese Hochfläche steil gegen das Umland ab. Die Hänge sind meist dicht bewaldet und zeigen an einigen Stellen
Sandsteinfelsen. Gegen Süden geht der Höhenrücken im Bereich der Gemeinde
Gerzensee in ein deutlich niedrigeres Plateau über (600 bis 650 m ü. M.), auf dem auch der
Gerzensee mit seinem Schilf- und Gebüschgürtel liegt. Dieser südliche Teil weist nur noch gegen das Gürbetal hin Steilhänge auf, während sich der Rücken gegen Osten sanft abdacht. Südlich von
Kirchdorf (BE) beginnt auf diesem Plateau eine Längsmulde, die vom Limpach zur Aare hin entwässert wird.
Nutzung
Die Hochfläche des Belpberges wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Hier gibt es ausgedehntes Wies- und Weideland und Ackerflächen sowie zahlreiche Obstbäume. Die Bauern betreiben hauptsächlich
Milchwirtschaft und
Viehzucht, auf den fruchtbaren Böden auch
Ackerbau. Der eigentliche Höhenrücken ist ein
Streusiedlungsgebiet (Gemeinde
Belpberg) mit weit verstreuten Weilern, Hofgruppen und Einzelhöfen. Auf dem südlichen Teil des Belpberges befinden sich die Haufendörfer
Gerzensee und
Kirchdorf (BE) sowie die Streusiedlungen von
Mühledorf (BE),
Noflen und
Kienersrüti. Die Besiedlung des Belpberges erfolgte vergleichsweise früh, schon vor dem Jahr
1000, weil die umliegenden Talebenen häufig von Überschwemmungen heimgesucht wurden.
Der Belpberg gilt als beliebtes Naherholungsgebiet von Bern und den grösseren Ortschaften des Aare- und Gürbetals. Vom Höhenrücken bietet sich ein hervorragendes Panorama auf die Berner Alpen.
Berg in der Schweiz | Geographie (Kanton Bern)