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Die Bell X-22 war ein V/STOL-Experimentalflugzeug mit vier ummantelten und schwenkbaren Propellern. Der Start sollte wahlweise senkrecht, mit um 90° nach oben geschwenkten Propellern, oder auf einer kurzen Startbahn mit etwa 45° nach vorn geschwenkten Propellern erfolgen können (V/STOL = Vertical/Short Take-Off and Landing, senkrecht/kurz starten und landen). Gleichzeitig sollte die X-22 mehr Aufschluß über die taktische Verwendbarkeit eines Senkrechtstarters als Truppentransporter bringen, so wie vor ihr die Hiller X-18 und nach ihr die Bell XV-15. Eine weitere Vorgabe bestand darin, im Horizontalflug eine Geschwindigkeit von mindestens 525 km/h zu erreichen.

Die Dreiblattpropeller waren an vier Flügeln montiert und wurden über ein Verbundwellensystem von 4 Wellenturbinen angetrieben, die paarweise an den hinteren Flügeln montiert waren. Gesteuert wurde durch die Blattverstellung der Propeller in Kombination mit den im Nachstrom der Propeller befestigten kombinierten Höhen-und Querrudern.

Geschichte


X-22a onground bw.jpg | 1962 schrieb die US-Marine den Bau von zwei Prototypen mit V/STOL-Eigenschaften und vier Mantelstrompropellern aus. Bei Bell hatte man sich bereits intensiv mit senkrecht start-und landebaren Fluggeräten befaßt und konnte auf eine vorhandene Versuchsattrappe zurückgreifen, von der das Design des Modells D2127 abgeleitet wurde. 1964 wurde das Modell von der Marine geordert und bekam die militärische Typenbezeichnung X-22.

Am 17. März 1966 fand der Jungfernflug des ersten Prototyps statt. Im Gegensatz zu anderen Kipprotorflugzeugen (z.B. der Bell XV-3) gelangen praktisch auf Anhieb zahlreiche Transitionen (Übergang vom Schwebeflug zum Horizontalflug und umgekehrt). Aber es war von steigendem Interesse, mehr die Forschungen in bezug auf VTOL und V/STOL-Eigenschaften voranzutreiben, weniger diese spezielle Bauform.

Aufgrund nachlässiger Wartung stürzte der erste Prototyp am 8. August 1966 ab. Die Techniker schlachteten ihn aus, um den noch nicht fertiggestellten zweiten Prototypen flugfähig zu machen, der Rumpf wurde noch eine zeitlang als Simulator genutzt.

Die zweite X-22 flog erstmals am 26. Januar 1967. Im Frühjahr wurde sie mit einem variablen Flugsteuerungs- und Stablisierungssystem von Cornell Aeronautical Laboratory ausgestattet, was den Flugleistungsbereich erweiterte. Obwohl die X-22 als das bis dato beste Flugzeug seiner Art galt, wurde das Programm eingestellt. Die geforderte Höchstgeschwindigkeit von 525 km/h wurde nie erreicht. Der zweite Prototyp ging an Cornell Aeronautical Laboratory zur weiteren Erprobung, der letzte dokumentierte Flug fand 1988 statt. Derzeit wird er im Niagara Aerospace Museum, New York ausgestellt.

Obwohl die Mantelstrompropeller als brauchbar galten, wurden sie nie wieder in einem US-amerikanischen Militärflugzeug verwendet.

Technische Daten



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Kenngröße Daten
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Baujahr 1966
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Hersteller Bell Helicopters
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Spannweite 11,96 m (hinteres Flügelpaar)
7,01 m (vorderes Flügelpaar)

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Länge 12,07 m
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Höhe 6,31 m
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Propellerdurchmesser 2,13 m
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Rüstmasse 4763 kg
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Startmasse 8020 kg
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Besatzung 2
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Höchstgeschwindigkeit 410 km/h
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Schwebeflughöhe mit Bodeneffekt 3660 m
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Schwebeflughöhe ohne Bodeneffekt 1830 m
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Reichweite 890 km
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Triebwerke 4 General Electric-YT58-GE-8D-Wellenturbinen
mit je 932 kW (1267 PS)


Siehe auch: Liste der Flugzeugtypen, Liste der Versuchsflugzeuge, Quadrocopter

Bell | VTOL-Flugzeug | Experimentalflugzeug

Bell X-22

 

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