| Bekassine | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| : | Vögel (Aves) |
| : | Regenpfeiferartige (Charadriiformes) |
| : | Schnepfenvögel (Scolopacidae) |
| : | Sumpfschnepfen (Gallinago) |
| : | Bekassine |
Jungvögel sind kaum von adulten Vögeln zu unterscheiden. Bei ihnen sind die cremefarbenen Streifen auf dem Rücken etwas schmaler und blasser.
Obwohl der Vogel selbst am Himmel oft kaum auszumachen ist, hört man oft weithin das laute „Wummern“, ein meckerndes Geräusch, das in der Ornithologie als Instrumentallaut bezeichnet wird und durch das Abspreizen der beiden äußeren, speziell versteiften Schwanzfedern im Sturzflug entsteht. Diese Lautäußerung hat ihr auch den Namen „Himmelsziege“ eingebracht.
Scheucht man eine Bekassine am Boden auf, gibt sie ein heiseres, rauhes „ääätsch“ von sich. Sie vollführt dann einen typischen, steil aufsteigenden Zickzackflug und lässt sich nach einiger Entfernung wieder in die Deckung fallen. Der Gesang, oft von Zaunpfählen vorgetragen, das sogenannte „Tickern“, besteht aus langen, regelmäßigen Rufreihen aus einem einsilbigen „tick“ oder einem zweisilbigen „tick-er“. Sehr charakteristisch und vor allem in der Morgen- oder Abenddämmerung zu hören ist auch das weiter oben beschriebene „Wummern“, das während der Balzflüge vorgetragen wird. Das balzende Männchen kreist in 100-150 Metern Höhe und stößt dann „wummernd“ zehn bis zwanzig Meter tief herab.
Die Bekassine kommt in Eurasien und je nach taxonomischer Einordnung (siehe Unterarten) in Nordamerika vor. Hohe Populationsdichten in Europa erreicht die Bekassine noch in Russland, dem Baltikum, Skandinavien und dem östlichen Mitteleuropa. Größere Bestände gibt es auch noch auf den Britischen Inseln und im Bereich der Nordsee. In Westeuropa und im Mittelmeerraum kommt die Bekassine zerstreuter vor.
In Deutschland ist die Bekassine laut Roter Liste vom Aussterben bedroht. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Bekassine in als "gemein" (= häufig) bezeichnet und äußerst intensiv bejagt. Jagdstrecken umfassten manchmal 70-80 geschossene Exemplare pro Tag und Jäger.
Die heutigen Ursachen des immer noch massiven Bestandsrückgangs sind weniger auf die Bejagung zurückzuführen als auf Entwässerungs- und Bodennivellierungsmaßnamen im Rahmen intensiver Landwirtschaft und die zunehmende Zersiedelung der Brutareale. Durch die Entwässerung fallen die Wasserstände im Jahr zu früh ab und der Boden bietet nicht mehr genügend Nahrung. Hinzu kommt die Verdichtung der Böden durch schwere Landmaschinen, die es der Bekassine schwer machen, mit dem Schnabel durchzudringen sowie eine vermehrte Verbuschung der Brutflächen.
In Teilen Europas, in denen es im Winter nicht zu kalt wird, überwintert die Bekassine in ihrem Brutgebiet. Große Teile der europäischen Population überwintern aber auch in Westeuropa, im Mittelmeerraum und südlich der Sahara.
Darüber hinaus gibt es die nordamerikanische Form, die auch oft als eigene Art – Wilsonbekassine (G. delicata) – behandelt wird
Die Bekassine brütet bevorzugt in extensiv bewirtschafteten Feuchtwiesen und Marschen, in Hochmooren, seltener in Großseggenrieden und lichten Röhrichtflächen, auf Nassbrachen oder an der Küste auch in Salzwiesen und Kögen. Wichtig ist eine nicht zu dichte Vegetation, die sowohl genügend schlammige Flächen (Schlenken, Gräben, Ufer) für die Nahrungsaufnahme, als auch ausreichende Deckung aufweisen. Außerdem braucht die Bekassine eine lockere Humusschicht, in der genügend Würmer und Insektenlarven vorkommen.
Zur Zugzeit im Frühjahr kommt die Bekassine in ähnlichen Lebensräumen vor, wie zur Brutzeit. Im Spätsommer und Herbst rastet sie wie andere Limikolen gerne auf relativ offenen Schlickflächen auf Rieselfeldern und an Klärteichen, aber auch an flachen Ufern und Gräben.
Während ihrer Nahrungssuche kann man sie meist dort beobachten, wo der Untergrund feucht ist oder wo flachgründiges Wasser vorhanden ist. Mit ihrem langen Schnabel stochern die Bekassinen tief im Untergrund oder Wasser und schreiten dabei langsam vorwärts. Sie gehen dabei so tief ins Wasser, dass sie manchmal bis zum Bauch im Wasser stehen. In weichem Boden führen sie mitunter ihre Schnäbel bis zu deren voller Länge ein. Da sie eine bewegliche Schnabelspitze haben, vermögen sie kleine Beutetiere noch unter der Erde zu fassen und zu verschlucken, ohne dass sie ihren Schnabel aus der Erde herausziehen müssen. Auf Nahrungssuche begeben sie sich besonders während der Dämmerung, sie sind jedoch auch tagsüber beobachten.
Englisch: Common Snipe | Französisch: Bécassine des marais | Niederländlisch: Watersnip | Italienisch: Beccaccino | Spanisch: Agachadiza Común | Portugiesisch: Narceja-comum | Polnisch: Kszyk | Tschechisch: Bekassina otavní | Ungarisch: Sárzlonka | Schwedisch: Enkelbeckasin | Finnisch: Taivaanvuohi | Griechisch: Μπεκατσίνι | Russisch: Бекас | Japanisch: タシギ | Koreanisch: 꺅도요 | Chinesisch: 扇尾沙锥
Бакас | Средна бекасина | Bekasina otavní | Dobbeltbekkasin | Common Snipe | Taivaanvuohi | Bécassine (oiseau) | Waarlamke | タシギ | Watersnip | Enkeltbekkasin | Bekas kszyk | Močiarnica mekotavá | Enkelbeckasin
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Bekassine".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world