Unter Beizen versteht man im technischen Bereich die Behandlung von festen Körpern zur Veränderung der Oberfläche mit einer Beize. Diese Beizung kann u. a. zum Schutz der Oberfläche gegen Oxidation (bei Metall), Schimmel (bei Holz und Geweben) sowie gegen alle Arten von Schädlingen bei Saatgut geschehen. Aber auch zur Färbung der Oberfläche werden Beizmittel eingesetzt.
Einen wichtigen Prozesschritt stellt das Beizen bei der Herstellung kaltgewalzter Stahlbänder dar. Das durch den Warmwalzprozess oxidierte sog. verzunderte Band wird durch Salz- oder Schwefelsäurebäder geführt.
Der Schwefelsäureprozess bedarf wegen eines selektiven Zunderangriffes einer mechanischen Vorbehandlung, die in der Regel aus einem Streckbiegerichten mit einem Reckgrad von bis zu 2,5 % besteht. Der Schwefelsäureprozess wird meist nur in Hüttenwerken betrieben, die in Kopplung mit der Koksherstellung über eine Schwefelsäureherstellung (Kohle enthält Schwefel!) verfügen.
Nach dem Beizen werden die Stahlbänder mit einer Wasserkaskade gespühlt, so dass keine Säurereste mehr an der Oberfläche anhaften. Säurereste würden die Bänder unweigerlich korrodieren lassen.
Vor dem Aufwickeln des fertig gebeizten Bandes besteht die Möglichkeit die Oberfläche einzuölen und die Bandkanten zu besäumen.
Beim Farbstoffbeizen werden pulverförmige oder flüssige Farbpigmente in einer geeigneten Lösung auf die Oberfläche aufgebracht und ziehen in das Holz ein. Da mehr Farbe in die weicheren Teile des Holzes einzieht, erscheint die Maserung hinterher als Negativ.
Beim chemischen Beizen reagieren die Gerbstoffe im Holz mit dem Beizmittel. Da diese Gerbstoffe stärker im härteren Holz enthalten ist, bleibt die Maserung als Positivbild erhalten. Bei geeigneter Wahl des Beizmittels kann das Holz nicht nur abgedunkelt, sondern auch in einer Vielzahl von Farbtönen gefärbt werden.
Die gebeizte Oberfläche muss auf jeden Fall mit Hilfe einer Lackierung bzw. Lasierung vor Beschädigung geschützt werden. Je nach verwendetem System zur Behandlung der Oberfläche verändert sich erneut der Farbton der Fläche (in Fachjargon wird dieser Effekt "Anfeuern" genannt).
Es empfiehlt sich vor dem endgültigen Beizen und Lackieren der Fertigteile Beizmuster aus dem zu beizenden Material anzufertigen und diese dem kompletten Ablauf der Oberflächenbehandlung zu unterziehen.
Der Nachteil des Beizen gegenüber einem Lackieren bei Holz ist die Notwendigkeit, bei Beschädigungen der Oberfläche, den Prozess der Beize für die gesamte Oberfläche wiederholen zu müssen, da ein punktueller Auftrag der Beize die Oberfläche fleckig erscheinen lassen würde.