Nicht zu verwechseln mit der ebenfalls aargauischen Gemeinde Beinwil (Freiamt) und der solothurnischen Gemeinde Beinwil.
Beinwil am See ist eine politische Gemeinde im Bezirk Kulm im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im Seetal am Westufer des Hallwilersees und grenzt an den Kanton Luzern. Bis 1950 lautete die offizielle Bezeichnung der Gemeinde Beinwil (Bezirk Kulm).
Die fünf Gemeinden Beinwil am See, Burg, Menziken, Reinach und Pfeffikon sind zu einer zusammenhängenden Agglomeration mit mehr als 17'000 Einwohnern verschmolzen, die Grenzen sind zwischen den einst getrennten Dörfern sind kaum mehr erkennbar.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 578 Hektaren, davon sind 77Hektaren bewaldet und 104 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 660 Metern am Osthang des Hombergs, die tiefste Stelle liegt auf 449 Metern am Ufer des Hallwilersees.
Die Nachbargemeinden im Kanton Aargau sind Menziken im Südwesten, Reinach im Westen, Birrwil im Norden, Meisterschwanden im Nordosten und Fahrwangen im Osten. Auf der Luzerner Seite grenzt Beinwil an Mosen im Südosten sowie eine Exklave von Beromünster im Süden.
Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden die Habsburger im Jahr 1264 die neuen Landesherren. Im Namen dieser Adelshäuser herrschten die erstmals 1153 erwähnten Herren von Beinwil über das Dorf. Das Geschlecht besass lediglich lokale Bedeutung und starb Mitte des 14. Jahrhunderts aus, der Standort ihrer Burg lässt sich nicht mehr genau feststellen.
1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Beinwil gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Die Berner waren vorerst aber lediglich im Besitz der hohen Gerichtsbarkeit. Die niedere Gerichtsbarkeit war um 1300 zunächst an die Truchsessen von Wolhusen gelangt, im Jahr 1501 an das Chorherrenstift in Beromünster. Schliesslich wurde sie 1520 durch Bern käuflich erworben, woraufhin Beinwil einen eigenen Gerichtsbezirk innerhalb des Amtes Lenzburg bildete. Zehnten und Bodenzinsen mussten aber grösstenteils weiterhin an Beromünster entrichtet werden, selbst nach Einführung der Reformation im Jahr 1528.
Die Franzosen eroberten im März 1798 die Schweiz, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Beinwil gehört seither zum Kanton Aargau. Zwar hatte sich die Verarbeitung von Baumwolle bereits im 18. Jahrhundert etabliert, doch erst mit der Gründung der ersten Zigarrenfabrik im Jahr 1841 begann der wirtschaftliche Aufschwung.
Am 3. September 1883 erhielt die Gemeinde einen Anschluss ans Eisenbahnnetz, als das erste Teilstück der Seetalbahn zwischen Luzern und Beinwil am See eröffnet wurde; die Verlängerung nach Lenzburg folgte am 15. Oktober des gleichen Jahres. Am 23. Januar 1887 nahm sie die Zweigstrecke nach Reinach in Betrieb und verlängerte diese am 1. Oktober 1906 bis Beromünster.
Zeitweise gab es im Dorf nicht weniger als zwanzig Zigarrenfabriken, doch im Verlaufe des 20. Jahrhunderts wurde die Tabakindustrie allmählich durch andere Branchen verdrängt. 1950 ersetzte die Gemeinde die bisherige Bezeichnung Beinwil (Bezirk Kulm) durch Beinwil am See.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1558 | 85 |
| 1764 | 641 |
| 1850 | 1544 |
| 1900 | 1831 |
| 1930 | 2038 |
| 1950 | 2271 |
| 1960 | 2346 |
| 1970 | 2520 |
| 1980 | 2278 |
| 1990 | 2393 |
| 2000 | 2581 |
Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht in Unterkulm zuständig. Beinwil am See gehört zum Friedensrichterkreis Leutwil.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Aargau | Schweizer Gemeinde
Beinwil am See | Beinwil am See | Beinwil am See | Beinwil am See | Beinwil am See (kommun, CH-AG)
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