Das Reiten als Sport für Behinderte oder das Reiten mit Handicap gliedert sich in zwei Teilbereiche (und ist nicht zu verwechseln mit Reittherapie).
Ähnlich wie in Rollstuhlsportarten (z.B. Rollstuhlbasketball) gibt es auch im Behinderten-Sport-Reiten eine Einteilung der Reiter aufgrund der Schwere der Behinderung in sogenannte "Grades". Hiermit soll sichergestellt werden, dass "vergleichbare" Einschränkungen zu "vergleichbaren" Leistungen führen. Für jedes Grade existieren eigene Aufgaben.
Bei der Beurteilung der Leistungen in allen Grades wird sehr viel Wert auf das korrekte Reiten, die Linienführung, die Einwirkung des Reiters, die Losgelassenheit des Pferdes etc. gelegt. In den Küren ist es in allen Startklassen möglich, höhere Dressur-Lektionen zu zeigen. Allerdings gibt es aus Sicherheitsgründen bestimmte Einschränkungen, z.B. darf ein Grade-2-Reiter keine Galopppirouetten reiten, während Trabtraversalen etc. erlaubt sind).
Anhand dessen, wie das Pferd geht, kann jeder die Einwirkung des Reiters erkennen und beurteilen. Man wird sich wundern, wie schnell sich jedes Pferd auf die "andere Art der Hilfengebung" einstellen kann und will. Hier ist gefragt, das Pferd nicht mit Kraft zu reiten, sondern mit "know-how". Jeder von uns kennt seine Einschränkungen und hat gelernt, dem Pferd trotzdem mitzuteilen, was man vom ihm will. Und siehe das Pferd versteht dieses.
Eine Besonderheit im Behindertensportreiten auf internationaler Ebene gab es bis zu den Paralympics 2000 in Sydney, indem die Teilnehmer auf zugelosten Pferden des jeweiligen Gastgeberlandes starteten. Dies waren natürlich Wettkampfbedingungen, die im "normalen Dressursport" gar nicht denkbar wären.
Seit den Europameisterschaften 2002 in Ungarn starten die Reiter nun mit ihren eigenen Pferden. Das internationale Niveau wird entsprechend von Jahr zu Jahr höher. Der Nachteil liegt allerdings ebenfalls auf der Hand: Die Kosten für den Transport der Pferde ist vom Verband kaum noch aufzubringen und die Anschaffungskosten der inzwischen sehr hochwertigen Pferde sind von den Reitern nicht mehr aufzubringen. Somit erhält auch hier die Bedeutung des Sponsorings eine ganz andere Qualität. Leider wird der Behindertensport bei den Sponsoren immer noch nicht als positives Image erkannt und somit auch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen. Das erschwert es den Deutschen Reitern, sich an der Weltspitze halten zu können. Im Gegensatz zu anderen Ländern wie z.B. England, sind die Deutschen Dressurreiter durchweg Amateure, die allesamt berufstätig sind.
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