Eine Behauptung ist eine Aussage mit dem Anspruch wahr zu sein.
Die Einstufung von Behauptungen geschieht im Alltag genauso wie in Fachbereichen, in denen Behauptungen der Gegenstand einer eingeübten kritischen Praxis sind, weniger im Blick auf die Inhalte als auf den Status, der ihnen als möglicherweise wahren Aussagen zukommen soll. Die Frage ist, wie weit die Behauptung gehen soll, welchen Beweis sie finden wird und welche Konsequenzen der riskiert, der sie macht. Man spricht in der Folge im Alltag sehr schnell von „vorschnellen“, „mutwilligen“, „falschen“ oder „irreführenden“ Behauptungen, wenn man darauf verweisen will, dass da zwar über einen Sachverhalt gesprochen ist, doch die Behauptung noch nicht gedeckt ist. Im Bereich der Rechtswissenschaft geht es traditionell darum, Verantwortlichkeit für Behauptungen zu gewährleisten und einvernommenen Zeugen Wahrheitstreue abzuverlangen. Bei der Wiederholung der Aussage unter Eid ist hier etwa die Falschaussage mit besonderen Strafandrohungen verbunden. In der Wissenschaftstheorie gibt es eine komplexe Einstufung von Behauptungen, die ohne die vorausgehende Beweise versuchsweise – als „Arbeitshypothese“ – den Status wahrer Aussagen erhalten. In der Theologie werden Behauptungen als Dogmen und Lehrsätze unterschiedlicher Verbindlichkeit fixiert, um Grundannahmen festzulegen, denen die „Glaubensgemeinschaft“ folgt. In der Literaturwissenschaft geht man mit besonderer Differenzierung mit angeblich erfundenen Behauptungen im Bereich des Fiktionalen um – hier bürgerte sich eine Betrachtung der Genres und Gattungen ein, in denen das Fiktionale einem konventionalisierten Gebrauch unterliegt.
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"Behauptung".
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