Bedeutungswandel ist neben Wortbildung und Entlehnung eines der drei Hauptverfahren des Bezeichnungswandels, der Gegenstand der Historischen Onomasiologie ist. Der Bedeutungswandel kann bis zur Bedeutungsumkehr führen.
Ursachen für den Bedeutungswandel sind vielfältig. Unter anderem können Ursachen sein:
Eine neue Bedeutung tritt oft zunächst in einer bestimmten Sprechergruppe auf und verbreitet sich allmählich. Die alte Bedeutung wird oft verdrängt, sie kann aber auch parallel weiter existieren.
Wichtige Bedeutungswandelarten werden im Folgenden beschrieben.
Metapher ist Bedeutungswandel, der auf Ähnlichkeit beruht. Beispiel: Maus 'Nagetier' > Maus 'Computerzubehör'
Metonymie ist Bedeutungswandel, der auf "Berührung" beruht. Zwei Dinge treten in der Welt typischerweise gleichzeitig auf und die Bezeichnung des einen überträgt sich auf das andere Ding. Beispiel: "Material" > "Produkt" (vom Glas als Rohstoff auf das daraus hergestellte Trinkgefäß).
Manche setzen neben der Metonymie als separaten Typ des Bedeutungswandels die Synekdoche an, die auf einer "Teil-Ganzes-Beziehung" beruht.
Bedeutungsverengung ist ein Bedeutungswandel, bei dem der Bedeutungsumfang, der Gültigkeitsbereich, eingeschränkt wird, zum Beispiel, indem ein ehemaliger Oberbegriff einen ehemaligen Unterbegriff bezeichnet.
Bedeutungserweiterung (Amplifikation) ist der umgekehrte Prozess. Es kommen neue Bereiche dazu, der Begriff umfasst mehr, schließt aber den alten Bedeutungsbereich ein. Beispiel: germanisch deuza bezeichnet ursprünglich 'wildes Tier'. Im Englischen wurde das Wort später nur für eine bestimmte Art wildes Tier, nämlich das Rotwild verwendet (engl. deer) (Bedeutungsverengung!), während im Deutschen das Wort für jede Art von Tier und nicht nur wilde Tiere verwendet wurde (dt. Tier) (Bedeutungserweiterung!)
Bedeutungsverbesserung oder -verschlechterung führt zu einer Änderung der sprachlichen (stilistischen) Ebene. Zum Beispiel kann ein euphemistisch verwendetes Wort die ursprünglich "schlechten" Eigenschaften des vertretenen Wortes übernehmen und dadurch eine Stufe tiefer sinken (Bedeutungsverschlechterung - siehe auch Euphemismus-Tretmühle). Aber auch das Umgekehrte, eine Bedeutungsverbesserung, ist möglich. Neuere Ansätze (z.B. jener von Andreas Blank) sehen von Bedeutungsverbesserung und -verschlechterung als eigene Typen des Bedeutungswandels ab, weil die Frage nach "besser" und "schlechter" nicht neutral beantwortet werden kann; man geht davon aus, dass sich alle Fälle in die weiter oben genannten Kategorien einordnen lassen. Die Bedeutungsverschlechterung wird auch Pejorisierung genannt.
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