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Ein Bedürfnis ist das Verlangen oder der Wunsch, einem empfundenen und/oder tatsächlichen Mangel Abhilfe zu schaffen.

In der Psychologie


Motivationspsychologie

Der Ausdruck Bedürfnis wird in der Psychologie für zwei verschiedene Sachverhalte verwendet: für eine zeitstabile Disposition einerseits und für den aktuellen Zustand eines Organismus andererseits.

  • Bedürfnis als Disposition: In der Motivationspsychologie ist ein Bedürfnis (engl. need) ein relativ zeitstabiles Merkmal eines Organismus, das dessen Neigung angibt, eine bestimmte Klasse von Zielen zu verfolgen. Beim Menschen ist ein Bedürfnis eine Persönlichkeitseigenschaft und wird Motiv genannt. Ein Beispiel für ein solches Motiv ist das Leistungsmotiv (engl. need for achievement).

  • Bedürfnis als Zustand: Manchmal wird der Ausdruck "Bedürfnis" im Sinne eines physiologischen oder psychologischen Mangelzustands verwendet, der mit dem Streben nach Bedürfnisbefriedigung verbunden ist.

Aufgrund der doppelten Bedeutung des Ausdrucks "Bedürfnis" empfiehlt es sich, nach Möglichkeit die Begriffe Motiv (für die Persönlichkeitseigenschaft) und Motivation (für den aktuellen Zustand) zu verwenden.

Humanistische Tradition

Aus der Notwendigkeit, eine einfach anwendbare Methode für Konfliktlösung zu finden, entwickelte Marshall B. Rosenberg, Schüler des Humanists Carl Rogers das Modell der Gewaltfreien Kommunikation (GfK). Aus diesem Modell entstand ein Bedürfnisbegriff, der ergänzend zu Defitionen aus der Motivationspsychologie verwendet werden kann.

Dementsprechend stehen sich Bedürfnisse verschiedener Individuen nie entgegen, sondern lediglich die Strategien die zur Erfüllung der Bedürfnisse angewandt werden. Will man einen tieferen Einblick in die Ursachen des Konflikts bekommen, müssen Bedürfnisse klar von Strategien getrennt werden.

Ein Mensch hat in jedem Moment Bedürfnisse, die sich durch Gefühle bemerkbar machen. Es wird hier unterschieden zwischen Gefühlen, die anzeigen, dass Bedürfnisse erfüllt sind und Gefühlen, die anzeigen, dass Bedürfnisse nicht erfüllt sind.

Einige Bedürfnisse in Kernbegriffen zusammen gefasst sind laut diesem Modell: Physische Bedürfnisse - Sicherheit - Verständnis (oder Empathie) - Kreativität - Liebe, Intimität - Spiel - Erholung - Autonomie - Sinn.

Maslowsche Bedürfnispyramide

Maslowsneeds.png: Erklärung dort]] Die Maslowsche Bedürfnispyramide beruht auf einem vom US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow entwickeltem Modell, um Motivationen von Menschen zu beschreiben. Die menschlichen Bedürfnisse bilden die "Stufen" der Pyramide und bauen dieser eindimensionalen Theorie gemäß aufeinander auf. Der Mensch versucht demnach, zuerst die Bedürfnisse der niedrigen Stufen zu befriedigen, bevor die nächsten Stufen Bedeutung erlangen

In den Wirtschaftswissenschaften


In der Terminologie der Wirtschaftswissenschaften stellen Bedürfnisse die Vorstufe des Bedarfs dar - also das Verlangen, einen Mangel zu beseitigen. Aus einem Bedürfnis wird dann ein Bedarf, wenn dem Bedürfnis eine adäquate Kaufkraft zur Seite steht. Der Bedarf wird zur Nachfrage, wenn bei vorhandener Kaufkraft am Markt durch Kaufabsicht tatsächlich geltend gemacht wird.

Die ökonomischen Bedürfnisse des Menschen können in drei Bereiche aufgeteilt werden, deren Reihenfolge eine Priorisierung bei der Zuteilung von Gütern ermöglicht:

  • Existenzbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach ausreichender Nahrung, Flüssigkeit, Wohnraum und Sicherheit,
  • Grundbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach Gesundheit, Umwelt und Kleidung und Ähnlichem,
  • Luxusbedürfnisse können dagegen nicht generalisiert beschrieben werden. Sie hängen vom Stand der jeweiligen Gesellschaft ab. So kann in einer modernen westlichen Wirtschaft die internationale Mobilität bereits als Grundbedürfnis angesehen werden, in anderen Gesellschaften dagegen noch als Luxusbedürfnis. Farbfernseher und PCs können beispielsweise in Deutschland nicht gepfändet werden, da man sie als Grundbedürfnisse auffasst.

Ein Großteil der Wirtschaft lebt nicht nur von der Erfüllung, sondern auch von der Weckung und Erzeugung von Bedürfnissen — so die Medienwirtschaft, die Konsumgüter- und Genußmittelwirtschaft sowie der Tourismus und insbesondere die Werbewirtschaft.

Siehe auch


Motivation | Wirtschaft

Potřeba | Behov | Need | Besoin | Poreikis | Behov | Potrzeba | Need | Potreba

 

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