Beck alias Beck Hansen (* 8. Juli 1970 in Los Angeles; eigentlich Bek David Campbell) ist ein US-amerikanischer Musiker, Gitarrist und Sänger.
Becks Musik wird aufgrund ihrer Missachtung von Genre-Konventionen, stumpfen und ironischen Texten und der Verschmelzung von Samples mit gespielten Instrumenten oft als typisches Beispiel der gängigen alternativen Musik der neunziger Jahre angesehen. Was ihn jedoch von avantgardistischen Komponisten wie John Zorn, die mit einer ähnlichen Stilrichtung experimentierten, unterschied, waren seine fließenden, intelligenten, surrealen und bisweilen auch absurden Texte. Von Kritikern erwartungsvoll mit Bob Dylan in seinen verworrenen, düsteren Phasen verglichen und von Allen Ginsberg mit einem begeisterten Gütesiegel ausgestattet, stellte Beck eine Verbindung zwischen dem Folk und Beatnik der Vergangenheit und dem Hip-Hop der Gegenwart her.
Um 1990 kehrte Beck mittellos, aber motiviert zurück nach Los Angeles. Während er seine Musik weiter entwickelte, nahm er eine Reihe von Gelegenheitsjobs ohne Zukunft an, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen und lebte zeitweise sogar in einem Schuppen. Während dieser Zeit erforschte Beck (oder besser schlich sich auf) Bühnen von Veranstaltungsorten in ganz Los Angeles, von Punk-Clubs bis zu Cafés. Im Geiste eines Künstlers, der darum kämpft, sich einen Namen zu machen, waren seine Darbietungen wegen ihrer Mischung aus Humor und Exzentrizität denkwürdig. Einige seiner frühesten und nachdenklich stimmenden Aufnahmen wurden während seiner Arbeit mit Tom Grimley in den Poop Alley Studios, ein Teil von WIN Records, erstellt.
Das 1994 bei Geffen veröffentlichte Album „Mellow Gold“ bescherte Beck einen Mainstream-Erfolg und führte zu seinem ikonenhaften Status als Repräsentant der „Slacker-Bewegung“ (Faulenzer-Bewegung) innerhalb der Alternative Rock Szene. Beck wird später in Interviews oft anmerken, dass die Bezeichnung „Slacker“ genauso wie „Loser“, der Song von dem sie inspiriert ist, sehr ironisch ist.
Zur gleichen Zeit veröffentlichte Beck One Foot in the Grave auf den unabhängigen K Records und Stereopathetic Soul Manure auf Flipside Records. Er brachte seine Musik 1995 mit der Lollapalooza-Tour zu seinem Publikum. Einige Kritiker verrissen ihn immer noch als One-Hit-Wonder. Dabei half es gewiss auch nicht, dass ein Großteil des Publikums (besonders bei der Lollapalooza-Tour) nur „Loser“ kannten und seine anderen Arbeiten im Allgemeinen ignorierten.
Auf Odelay folgte 1998 das Album Mutations. Das von Nigel Godrich, bekannt durch seine Arbeit mit Radiohead, produzierte Album war als Lückenfüller vor dem nächsten ordentlichen Album geplant. Die Aufnahmen zu diesem Album erstreckten sich über zwei Wochen, in denen an jedem Tag ein Lied aufgenommen wurde, sodass am Ende der Session 14 Lieder produziert wurden. Mutations war ein Abschied von der elektronischen Dichte von Odelay, und wurde gefüllt mit Einflüssen aus dem Folk und dem Blues. Auf dem Album befinden sich auch einige ältere Lieder, die Ältesten stammen aus dem Jahr 1994. Lied 10, „Sing It Again“, wurde für Johnny Cash geschrieben, aber Beck hat dieses Lied nie an Cash abgeschickt, da er es für „Abfall“ hielt. Cash nahm stattdessen „Rowboat“ auf, ein Lied das ursprünglich auf Becks Album Stereopathetic Soul Manure erschien.
1998 war die künstlerische Zusammenarbeit von Beck mit seinem Großvater Al Hansen, der 1995 in Köln gestorben war, Gegenstand einer Ausstellung mit dem Titel Beck & Al Hansen: Playing With Matches, die Solo- und Gemeinschaftsarbeiten in den Bereichen Collage, Assemblage, Zeichnungen und Gedichte zeigte. Die Show zog vom Santa Monica Museum of Art zu Galerien in New York, USA und Winnipeg, Kanada. Ein Katalog der Ausstellung wurde von Plug In Editions/Smart Art Press veröffentlicht.
Im Jahre 1999 veröffentlichte Beck bei Geffen das lang erwartete Album Midnight Vultures, einer Orgie aus sexuellen und kulinarischen Anzüglichkeiten, das durch eine weltweite Tour unterstützt wurde. Für Beck war das die Rückkehr zu den energiegeladenen Auftritten, die zu Lollapalooza-Zeiten sein Markenzeichen waren: von der Bühnenausstattung mit einem roten Bett, das zu „Debra“ von der Decke herabgelassen wurde bis zu Tour-Band, die durch Blechbläser ergänzt wurde.
Nach Midnite Vultures veröffentlichte Beck das Album Sea Change im Jahre 2002, ein weiteres luftiges und emotionales Album, das in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Nigel Godrich entstand. Sea Change wurde als Album mit einem verbindenden Thema konzipiert: die Phasen, die dem Ende einer Beziehung folgen. Das Album enthält Streicher-Arrangements von Becks Vater David Campbell und einen akustisch dichten Mix, der an die Zeiten von Mutations und an Elemente aus Midnite Vultures erinnert. Obwohl einige Radio-Singles veröffentlicht wurden, wurden keine kommerziellen Singles der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Beck hat eine Anzahl von B-Seiten und Liedern, die nur auf Soundtracks enthalten sind, veröffentlicht, darunter Midnite Vultures (erstaunlicherweise nicht auf dem gleichnamigen Album), ein Cover von Korgis´ Everybody’s Got to Learn Sometimes, das 2004 auf dem Soundtrack zum Film Eternal Sunshine of the Spotless Mind enthalten war und David Bowies Diamond Dogs von Moulin Rouge!.
Beck trat auch als Gast in der Zeichentrick-Serie Space Ghost: Coast to Coast auf.
Viele von Becks Freunden und Familienmitgliedern sind Anhänger der Scientology-Sekte, und auch Beck hat Anfang 2005 in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zugegeben, Mitglied der Sekte zu sein. Generell vermeidet es Beck jedoch, in der Öffentlichkeit über seine religiösen Überzeugungen zu sprechen. Sein Kollege Adam Green behauptet, dass Beck versucht habe ihn im Alter von 19 Jahren von Scientology zu überzeugen und ihn mit in das „Scientology Celebrity Centre“ nahm.
Das Album Mellow Gold zählt laut Rolling Stone MagazineRZ Online: 10 Jahre Rolling Stone, 22. Dezember 2005 mit dem 461. Platz zu den 500 besten Alben aller Zeiten, der Song Loser mit dem 154. Platz zu den 500 besten Songs aller Zeiten.
| Jahr | Titel | Label | Charts | |
|---|---|---|---|---|
| 1988 | The Banjo Story 1 | – | – | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1993 | Golden Feelings 1 | Sonic Enemy Records | – |
| 1994 | A Western Harvest Field by Moonlight 1 | Fingerpaint Records | – | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1994 | Stereopathetic Soul Manure | Flipside | – |
| 1994 | Mellow Gold | Geffen/Bong Load | 13 (US); 41 (UK) | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1994 | One Foot in the Grave | K | – |
| 1996 | Odelay | DGC/Bong Load | 16 (US); 17 (UK) | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1998 | Mutations | DGC/Bong Load | 13 (US); 24 (UK) |
| 1999 | Midnite Vultures | DGC | 34 (US); 19 (UK) | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 2002 | Sea Change | DGC/Interscope | 8 (US); 20 (UK) |
| 2004 | Hell Yes (aka Gameboy Variations) – EP | – | ||
- bgcolor="#f0f0ff" | 2005 | Guero | Geffen | 2 (US); 15 (UK) |
| 2005 | Guerolito (Remix-Album) | Geffen | – |
Fußnoten:
1 inoffizielle Indie-Alben
| Jahr | Titel | Chart-Platzierungen | Anmerkung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| US Hot 100 | US Modern Rock | US Mainstream Rock | US Dance | UK Singles Chart | |||
| 1994 | Loser Mellow Gold | 10 | 1 | 39 | 14 | 15 | Steve Hanft |
| 1994 | Pay No Mind Mellow Gold | – | – | – | – | – | Steve Hanft |
| 1994 | Beercan Mellow Gold | – | – | – | – | – | Steve Hanft |
| 1996 | Where It’s At Odelay | 61 | 5 | – | – | 35 | Steve Hanft |
| 1996 | Devil’s Haircut Odelay | 94 | 23 | – | – | 22 | Mark Romanek |
| 1997 | The New Pollution Odelay | 78 | 9 | – | – | 14 | Beck Hansen |
| 1997 | Sissyneck Odelay | – | – | – | – | 30 | / |
| 1997 | Jack-Ass Odelay | 73 | 15 | – | – | – | Steve Hanft |
| 1997 | Deadweight A Life Less Ordinary * (dt. Lebe lieber ungewöhnlich) | – | 16 | – | – | 23 | Michel Gondry |
| 1998 | Tropicalia Mutations | – | 21 | – | – | 39 | / |
| 1999 | Cold Brains Mutations | – | – | – | – | – | / |
| 1999 | Nobody’s Fault But My Own Mutations | – | – | – | – | – | / |
| 1999 | Sexx Laws Midnite Vultures | – | 21 | – | – | 27 | Beck Hansen |
| 2000 | Mixed Bizness Midnite Vultures | – | 36 | – | 14 | 34 | Stéphane Sednaoui |
| 2000 | Nicotine & Gravy Midnite Vultures | – | – | – | – | – | / |
| 2003 | Lost Cause Sea Change | – | 36 | – | – | 13 | Garth Jennings |
| 2005 | E-Pro Guero | 65 | 1 | 36 | – | 38 | / |
| 2005 | Girl Guero | 100 | 8 | – | – | 45 | / |
| 2005 | Hell Yes Guero | – | – | – | – | – | Garth Jennings |
Mann | US-Amerikaner | Liedermacher
Beck (musiker) | Beck | Beck | بک (خواننده) | Beck (groupe de musique) | בק | Beck | ベック (歌手) | Beck | Beck | Beck Hansen | Beck Hansen | Beck Hansen