BeOS, Be Operating System, war ein eigenständiges und neuartiges Betriebssystem. Es wurde von der Firma Be Incorporated des früheren Apple-Mitarbeiters Jean-Louis Gassée entwickelt. Es wurde vom Hersteller auch in späteren Releases häufig aufgrund seiner Multimedia-Fähigkeiten als "Media OS" bezeichnet, welches von der Öffentlichkeit auch so häufig unhinterfragt übernommen wurde.
Häufig wurde BeOS als Unix-Variante angesehen, was jedoch nicht zutreffend ist, da nicht wie bei Unix üblich eine Trennung zwischen GUI und dem Kern erfolgte. Jedoch erweckte die unter BeOS verwendete Verzeichnisstruktur, die der von Unix ähnelt, diesen Verdacht ebenso wie die standardmäßig mitgelieferte Shell (bash).
| Version | Erscheinungsdatum | Plattform |
|---|---|---|
| Developer Release 5 | 1995 | BeBox |
| Developer Release 6 | Januar 1996 | |
| Developer Release 7 | April 1996 | |
| Developer Release 8 | September 1996 | |
| Developer Release 8.2 | Januar 1997 | BeBox und Power Mac |
| Developer Release 8.3 | März 1997 | |
| Developer Release 9 | Mai 1997 | |
| Preview Release 1 | Juli 1997 | |
| Preview Release 2 | Oktober 1997 | |
| Release 3 | März 1998 | x86, Power Mac und BeBox* |
| Release 3.1 | Juni 1998 | |
| Release 3.2 | Juli 1998 | |
| Release 4 | Dezember 1998 | x86, Power Mac und BeBox* |
| Release 4.5 | Juni 1999 | |
| Release 5 | März 2000 | x86, Power Mac und BeBox* |
Die Developer Releases, abgekürzt auch mit DR bezeichnet, waren, wie der Name schon vermuten lässt, nur für Entwickler (englisch developer) gedacht. Diese erhielten BeOS zusammen mit der BeBox und bekamen dann das jeweils neueste Developer Release zugesandt. Die Developer Releases liefen anfangs nur auf der BeBox von Be, erst ab der DR-Version 8.2 wurden auch Power Macintosh unterstützt. Die erste offiziell erhältliche Version war DR6; DR5 wurde nur an wenige speziell ausgewählte Firmen ausgeliefert. Die DR9 wurde im Mai 1997 auf der BeDC (Be Developer Conference) verteilt und danach an alle registrierten Entwickler verschickt. Die DR9 trug auch den Namenszusatz AADR, was für advanced access preview release stand, da dies die letzte Version war, die nur für Entwickler gedacht war und nahezu identisch mit der kurze Zeit später erschienenen Preview Release 1 war. Die DR9 brachte gegenüber der DR8 einige tiefgreifende Änderungen mit sich. So wurde das Dateisystem zu einem 64-Bit-Dateisystem erweitert, was Dateien größer als 2 GB erlaubt, und um Journaling-Funktionen ergänzt.
DR6 und frühere Versionen laufen heute nur noch auf ganz wenigen BeBoxen, da deren Bootloader für spätere Versionen geändert wurde. BeBoxen, die so geupgradet wurden, können die alten Versionen daher nicht mehr betreiben.
Eine weitere Neuerung war der Umstieg vom bisher verwendeten LILO auf den BeOS-Bootmanager bootman.
Im Februar 1999 machte die Firma Be allen Computerherstellern das Angebot kostenlose BeOS-Lizenzen zu erhalten. Dieses Angebot galt jedoch nur, wenn die Rechner die Möglichkeit boten wahlweise Windows oder BeOS zu booten, die beide auf Festplatte installiert sein mussten. Dieses Angebot wurde von verschiedenen Computerherstellern wahrgenommen, so etwa von Fujitsu und Hitachi.
Version 4 sollte ein Update auf Version 4.1 folgen, doch stattdessen erhielt die Folgeversion, da sie erhebliche Neuerungen mitbrachte, die Versionnummer 4.5 und erschien etwas verspätet im Juni 1999. So bot Version 4.5 erstmals experimentelle Unterstützung für USB und PCMCIA, brachte einen eigenen Mediaplayer mit und es wurde erneut die Anzahl der unterstützten Hardware weiter ausgebaut, nicht unterstützte Grafikkarten konnten nun aber mittels eines VESA-Treibers angesprochen werden. Ebenfalls mit BeOS 4.5 erschien ein experimentelles Programm namens World O' Networking (WON), das auf der BeOS 4.5 und BeOS 5 CD mitgeliefert wurde und bis zum Erscheinen von BeOS 5 auch von Bes FTP-Server heruntergeladen werden konnte. Dieses Programm erlaubte es, auf Windows-Rechner über das Netzwerk zuzugreifen.
Es folgten noch Updates auf Version 4.5.1 und 4.5.2, die hauptsächlich Bugfixes enthielten, aber auch ein paar neue Treiber mitbrachten.
Für BeOS 5 erschienen dann noch die Updates 5.0.1, 5.0.2 (nur Professional) und 5.0.3. Nach der Übernahme von Be durch Palm gab es Gerüchte um ein BeOS 5.1; dieses wurde jedoch nie veröffentlicht. Nachdem dann die Firma Be von Palm übernommen worden war und klar war, dass BeOS 5.1 nicht erscheinen wird, entstanden verschiedene auf BeOS 5.0.3 aufbauende Varianten, die zusätzliche Treiber und Software enthalten. Beispiele dafür sind BeOS Max und die BeOS Developer Edition. Diese Distributionen verstoßen jedoch gegen die Lizenz von BeOS 5 Personal Edition, welche besagt, dass BeOS nicht in veränderter Form weitergegeben werden darf.
Des Weiteren existierten viele verschiedene Free- und Shareware-Programme, da Be schon früh freie Entwickler für BeOS begeistern konnte. Beispiele für derartige Software sind AbiWord und BeZilla (Mozilla-Portierung).
Im April 1996 erschien mit CodeWarrior ein Integrierte Entwicklungsumgebung für BeOS. Ab BeOS 3 gab es dann auch von größeren kommerziellen Anbietern verschiedene Software für BeOS, so existierten mit BeBasic und Gobe Productive zwei Office-Pakete für BeOS. Weitere Software folgte, etwa der Browser Opera. Die Firma BeatWare bot gleich mehrere ihrer Produkte für BeOS an, nämlich das Mailprogramm Mail-It, den FTP-Client Get-It und das Grafikprogramm e-Picture. Bei Erscheinen der kostenlosen Personal Edition von BeOS 5 gab BeatWare bekannt, dass Mail-It und Get-It ebenfalls kostenlos erhältlich sind. Viele weitere kommerzielle Programme, insbesondere aus dem Multimediabereich, wie Videoschnittprogramme (VideoWave), Animationssoftware (Cinema 4D) oder Software zur Audiobearbeitung, etwa Nuendo von Steinberg, waren angekündigt und wurden teilweise auch auf Messen vorgeführt, erschienen jedoch größtenteils nie in einer endgültigen Version.
Als die BeBox zusammen mit der ersten Entwicklerversion von BeOS im Oktober 1995 auf der Bildfläche erschien – sie konnte nur über die Internetseite von Be bestellt werden – wurden die Geeks als erste Zielgruppe anvisiert. Diese sollten das System nehmen und mit der Unterstützung von Be daraus machen, was auch immer sie wollten. Im Vergleich zu anderen Systemherstellern bot Be den Entwicklern einen paradiesischen Support, guten Kontakt und den Entwicklerwünschen wurde schnell entsprochen.
Das System sprach damals auch viele Amiga-Entwickler und -Nutzer an, von denen viele auf der Suche nach einer neuen Plattform waren. Noch im Mai 1996 wurde auf dem deutschen Amiga-Meeting in Burlafingen die DeBUG (Deutsche BeBox User Group, später Deutsche Be User Group) gegründet, die bis heute besteht.
Im Sommer 1996 wurde BeOS als Kandidat für die Mac OS-Nachfolge gehandelt, was im Wesentlichen darauf zurückzuführen war, dass das System mittlerweile auf den Macintosh-Rechnern von Apple lief und eben jene Funktionen bot, die dem klassischen Mac OS zu einem modernen Betriebssystem fehlten.
Noch 1997 konnte man auf der Webseite von Be lesen, dass BeOS als Betriebssystem entwickelt wurde, welches den alten Ballast abschüttelt und das Beste aus der Welt von Unix, Mac OS und AmigaOS aufgreift, auch wenn vom AmigaOS erst sehr spät einige Ideen – hauptsächlich auf Druck der Entwicklergemeinde – übernommen wurden. Dazu gehörte zum Beispiel das vom Amiga bekannte Datatypes-System.
Durch die Aufgabe der eigenen Hardware (BeBox) im Januar 1997, gehörte die Mehrprozessorphilosophie der Vergangenheit an, da weder bei Macs noch bei PCs Mehrprozessorsysteme üblich waren. Aber dennoch läuft das System bis heute auf mehreren Prozessoren.
Im Jahr 1998 präsentierte sich BeOS mit dem Intel-Port als komplett neues, multimediataugliches Betriebssystem. Dies ging so weit, dass sogar behauptet wurde, das System sei von Grund auf für Multimedia entwickelt worden, auch wenn zwei Jahre vorher Multimedia noch kein explizites Thema für BeOS war. Auch für die Entwicklergemeinde hatte sich einiges geändert. Der Erfolgsdruck auf Seiten des Herstellers wurde spürbar. Be erwies sich als sehr unstet und die oft auftretenden Zielwechsel hatten spürbare Auswirkungen: 1998 hatten sowohl Entwickler- wie auch Nutzergemeinde mindestens 2 mal komplett gewechselt, auch das System war in vielen Komponenten immer wieder verworfen und neu entwickelt worden.
1999 sah dennoch nach einem erfolgreichen Jahr für BeOS aus, das System erlangte nach und nach mehr Reife, die Hardwareunterstützung erreichte akzeptable Ausmaße. Die großen Hoffnungen bewahrheiteten sich jedoch nicht, gerade die großen Softwarehersteller zögerten Software, beispielsweise zur Text- und Grafikverarbeitung, zu portieren.
Die letzte unter der Leitung von Be erschienene Version war BeOS 5 aus dem Jahr 2000. Diese erschien sowohl als „Professional Edition“, die kommerziell vertrieben wurde, als auch als kostenlose „Personal Edition“, die auch von verschiedenen Computer-Magazinen auf der Heft-CD mitgeliefert wurde. Durch diese Version vergrößerte sich die Nutzerzahl rasend, der kommerzielle Erfolg blieb jedoch aus. Dennoch hatten einige Firmen aus dem Multimediabereich bereits Portierungen ihrer Produkte angekündigt. Überraschend kam dann ein erneuter Kurswechsel von Be: BeOS als eigenständiges Produkt wurde aufgegeben zugunsten von BeIA, einem Betriebssystem für so genannte Internet Appliances. BeOS sollte nur noch als Entwicklungsplatform für BeIA dienen und nur in sehr eingeschränktem Maße – wie es die Entwicklung von BeIA erforderte – weiter gewartet und veröffentlicht werden. Dies führte dazu, dass nicht nur viele User, sondern vor allem die professionellen Anbieter BeOS den Rücken kehrten – noch bevor ihre Anwendungen fertig portiert waren.
Die Firma Be musste dann 2001 Gläubigerschutz beantragen, da das Geschäft mit den Internet Appliances so schnell vorbei war, wie es begonnen hatte. Sehr zügig wurden alle geistigen Besitztümer von Be an die Firma PalmOne verkauft und die Entwicklung von BeOS offiziell eingestellt. Gerüchten zufolge soll Technologie von BeOS in aktuelle PalmOS-Versionen eingeflossen sein.
ZETA ist besonders für ältere x86-Rechner geeignet, da es geringe Anforderungen an die Hardware stellt und gängige Hardware ohne Probleme unterstützt werden sollte.
ZETA und Haiku werden von den meisten Entwicklern nicht als Konkurrenten gesehen, sondern als zwei Wege, ein Ziel zu erreichen. Dies geht sogar so weit, dass yellowTAB einem Haiku-Entwickler die Teilnahme an einer Open-Source-Messe in Japan ermöglichte.
Betriebssystem | BeOS | Posix
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