Das Bayestheorem (auch Satz von Bayes) ist ein Ergebnis der Wahrscheinlichkeitstheorie, benannt nach dem Mathematiker Thomas Bayes. Es gibt an, wie man mit bedingten Wahrscheinlichkeiten rechnet. Für zwei Ereignisse und lautet es
Hierbei ist
Der Satz folgt unmittelbar aus der Definition der bedingten Wahrscheinlichkeit:
Bei endlich vielen Ereignissen ergibt sich das Bayessche Theorem folgendermaßen: Wenn eine Zerlegung des Ereignisraumes in disjunkte Ereignisse ist, gilt für die a-posteriori-Wahrscheinlichkeit
Die Beziehung
Die Berechnung von ist häufig einfach, aber oft ist eigentlich gesucht, also ein Vertauschen der Argumente. Für das Verständnis können der Entscheidungsbaum und die A-Priori-Wahrscheinlichkeit helfen. Das Verfahren ist auch als Rückwärtsinduktion bekannt.
In einem medizinischen Beispiel trete der Sachverhalt , dass ein Mensch eine bestimmte Krankheit in sich trage, mit der Wahrscheinlichkeit auf (Prävalenz). Jetzt soll in einem Screening-Test ermittelt werden, welche Personen diese Krankheit haben. bezeichne die Tatsache, dass der Test bei einer Person positiv ausgefallen ist, d.h. der Test vermutet, dass die Person die Krankheit hat. Der Hersteller des Tests versichert, dass der Test eine Krankheit zu 99% erkennt (Sensitivität) und nur in 1% der Fälle falsch anschlägt, obwohl gar keine Krankheit vorliegt (Spezifität, wobei das Komplement von bezeichnet).
Die Frage ist: Wie wahrscheinlich ist das Vorliegen der Krankheit, wenn der Test positiv ist? (Positiver prädiktiver Wert)
Wir wissen bereits, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Test positiv ist, wenn die Krankheit vorliegt (nämlich mit 99%-iger Wahrscheinlichkeit), jetzt soll das Ganze von der anderen Seite her gesehen werden.
Die Aufgabe kann entweder
Nach dieser Umformung kann nun der Satz von Bayes auf die gegebenen Daten angewendet werden
Es liegt also nur zu 1,9% eine Krankheit vor d.h. der Patient hat eine Chance von 98% gesund zu sein, obwohl der Test ihn als krank einschätzte! Das ist schwer zu glauben, liegt aber daran, dass die Wahrscheinlichkeit tatsächlich erkrankt zu sein (0,02%) um das fünzigfache geringer ist als die Wahrscheinlichkeit eines falschen Testergebnisses (1%).
Probleme mit wenigen Klassen und einfachen Verteilungen lassen sich übersichtlich im Entscheidungsbaum darstellen. Die "fehlenden" Angaben werden einfach eingesetzt. Das Diagramm "rechnet mit".
10 000 / \ / \ / \ 2(krank) 9 998 (gesund) /\ /\ / \ / \ / \ / \ / \ / \ Test- 0 2 100 9898 ergebnis - + + - (gerundet)
Ergebnis: 2+100=102 haben ein positives Ergebnis, obwohl 100 (=falsch positiv) von ihnen gesund sind. Diese Angaben erfolgen hier in der absoluten Häufigkeit.
Die gleichen Informationen, die vielen schwer verständlich sind, können auch ohne bedingte Wahrscheinlichkeiten aufbereitet werden, wie in absolute Häufigkeit aufgeführt. Typische Verständnisprobleme im Umgang mit bedingten Wahrscheinlichkeiten sind *:
Bedingte Wahrscheinlichkeit | Satz (Mathematik)
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"Bayestheorem".
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