Nachdem die bayerische Organisation des Zentrums bereits während des Kaiserreichs eine Sonderrolle gespielt hatte, gründeten führende Mitglieder des bayerischen Zentrums um Georg Heim im November 1918 in Regensburg die Bayerische Volkspartei (BVP). Hauptauschlaggebend war zum einen die Betonung des Föderalismus im Gegensatz zu dem unter Erzbergers Einfluss deutlich unitaristischer eingestellten Zentrums, zum anderen die auch in der Einschätzung der Revolution deutlich konservativeren Einstellung.
Die BVP war von 1919 bis 1933 die stärkste Partei in Bayern und in allen Landesregierungen vertreten; von 1920 bis 1933 stellte sie auch den Ministerpräsidenten. Die BVP versuchte, die SPD in der bayerischen Politik auszugrenzen und ihr rechter Rand zeigte deutliche Sympathien mit antirepublikanischen Bestrebungen.
Auf Reichsebene bildete die BVP für die Wahlen zur Deutschen Nationalversammlung ein Wahlbündnis mit dem Zentrum und ging bis 1920 auch eine Fraktionsgemeinschaft ein. Danach verschlechterte sich das Verhältnis zur Schwesterpartei, was sich u.a. in jeweiligen "Konkurrenzkandidaturen" bei den Wahlen äußerte; erst ab 1927 kam es wieder zu einer Annäherung.
Nach der Machtergreifung der NSDAP wurde am 10. April 1933 auch die bayerische Regierung ausgeschaltet und die jeglicher Aktionsmöglichkeiten beraubte Partei löste sich am 4. Juli 1933 auf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die CSU und die Bayernpartei gegründet. Sie sind programmatisch teilweise als Nachfolgeorganisationen der BVP anzusehen.
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