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Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) ist heute die zentrale Landesbibliothek des Freistaates Bayern und zweitgrößte Universalbibliothek im deutschen Sprachraum. Ihr Bestand beläuft sich auf ca. 8,8 Millionen Bände. Darüber hinaus verfügt sie in ihrem Altbestand über eine der wichtigsten Handschriftensammlungen der Welt sowie die umfangreichste Sammlung von Inkunabeln in Deutschland.
Seit 1663 existiert ein Pflichtexemplarrecht, d.h., dass von jedem in Bayern erscheinenden Druckwerk zwei Exemplare an die Bayerische Staatsbibliothek abgeliefert werden müssen. Das gilt auch heute unverändert. Darüber hinaus ist die Bayerische Staatsbibliothek die zweitgrößte Zeitschriftenbibliothek Europas (nach der British Library). Die BSB gibt die Fachzeitschriften Bibliotheksforum Bayern und "Öffentliche Bibliotheken in Bayern" (ÖBiB) heraus.
Aufgaben
Bestand
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- ca. 8,8 Millionen Bände
- ca. 89.000 Handschriften. z.B.
- über 46.000 gedruckte und elektronische Zeitschriften.
- ca. 19.900 Exemplare von etwa 9.660 Inkunabeln (das sind ca. 1/3 der weltweit ca. 28.000 erhaltenen Wiegendrucke), z.B.
- Geschichte, Allgemeines
- Vor- und Frühgeschichte
- Byzanz
- Klassische Altertumswissenschaft einschl. Alte Geschichte. Mittel- und Neulateinische Philologie
- Geschichte Deutschlands, Österreichs und der Schweiz
- Geschichte Frankreichs und Italiens
- Rumänien
- GUS-Länder
- Polen, Tschechien, Slowakei, Bulgarien, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Herzegowina, Serbien, Montenegro, Makedonien, Albanien
- Musikwissenschaft
Geschichte
Der-Heiligen-Leben-Winterteil-Freising-1475 Handschrift-aus-dem-Benediktinerstift-Weihenstephan BSB-Signatur-Cgm-504.jpg (ca. 1475; in der BSB)]]
Gründung
1558 im Kanzleigewölbe am Alten Hof als Hofbibliothek von Herzog
Albrecht V. durch den Ankauf zweier Sammlungen. Zum einen den Nachlass des österreichischen Juristen, Orientalisten und kaiserlichen Kanzlers
Johann Albrecht Widmannstetter. Dieser bestand aus orientalischen Handschriften und Drucken, Ausgaben klassischer Autoren und Werken aus den Bereichen
Theologie,
Philosophie und
Rechtswissenschaft. Zum anderen die Sammlung des Augsburger
Patriziers
Johann Jakob Fugger, die 1571 erworben werden konnte. Fugger hatte Agenten beauftragt, in Italien, Spanien und den Niederlanden Bände mit Handschriften und Drucken zu sammeln. Dies wurden mehr als 10.000 Bände. Gleichzeitig hatte er in Venedig Handschriften kopieren lassen. Außerdem hatte Fugger 1552 die Handschriften- und
Inkunabel-Sammlung des Arztes und Humanisten
Hartmann Schedel erworben, die eine der reichsten
humanistischen Privatbibliotheken nördlich der Alpen war. Betreut und organisiert hatte die Fugger-Sammlung zunächst der Antwerpener Arzt
Samuel Quichelberg. Er hatte die Aufstellungsordnung der
Hofbibliothek Augsburg übernommen. Später wurde die Sammlung von dem Bibliothekar
Wolfgang Prommer betreut, der diese sowohl
alphabetisch als auch nach
Stichworten katalogisiert hatte. Der Nürnberger
Aegidius Oertel wurde 1561 der erste Bibliothekar. Die hauptsächlichen Nutzer der Bibliothek waren die 1559 nach München geholten
Jesuiten.
Wilhelm V. führte die Sammlung mit weiteren Ankäufen fort:
Im Jahr 1600 umfasste der Bestand 17.000 Bände.
Durch die Säkularisation in Bayern und die Überführung der Kurpfälzischen Hofbibliothek erhielt die Bibliothek um 1803 einen Zuwachs von ca. 550.000 Bänden und 18.600 Handschriften. 1832 bis 1843 wurde der Bibliotheksbau der damaligen Hof- und Staatsbibliothek in der Ludwigstraße nach Plänen von Friedrich von Gärtner erbaut. Seit 1919 trägt die Bibliothek den Namen Bayerische Staatsbibliothek. Während des Zweiten Weltkrieges kam es trotz Auslagerung von Beständen zum Verlust von über 500.000 Bänden. Das Gebäude selbst wurde zu 85% zerstört. Ab 1946 begann der Wiederaufbau des Bibliotheksgebäudes und die Rückführung ausgelagerter Bestände. 1988 wurde die Speicherbibliothek Garching in Betrieb genommen.
Siehe auch: Martin Schrettinger
Literatur
- Rupert Hacker (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Bayerischen Staatsbibliothek. München : Saur, 2000. (=Bayerische Staatsbibliothek - Schriftenreihe, Bd. 1) ISBN 3-598-24060-0
- Cornelia Jahn (Hrsg.): Bayerische Staatsbibliothek : ein Selbstporträt. München, 1997. ISBN 3-9802700-2-5
- Klaus Haller: Die Bayerische Staatsbibliothek in historischen Beschreibungen. - München : Saur, 1992. ISBN 3-598-11149-5
- Karl Dachs: Thesaurus librorum : 425 Jahre Bayerische Staatsbibliothek Ausstellung, München, 18. August - 1. Oktober 1983. - Wiesbaden: Reichert, 1983 ISBN 3-88226-169-2
- Carolyn Krebber: Der Bau der Bayerischen Staatsbibliothek in München von Friedrich von Gärtner. - München : tuduv-Verlag, 1987 (= Schriften aus dem Institut für Kunstgeschichte der Universität München, Bd 15) ISBN 3-88073-232-9
- Franz Georg Kaltwasser: Bayerische Staatsbibliothek : 1972-1992. - In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. - 40.1993. - S. 117-134
- Franz Georg Kaltwasser: Bayerische Staatsbibliothek: wechselndes Rollenverständnis im Lauf der Jahrhunderte. Harrassowitz, Wiesbaden 2006. ISBN 3-447-05322-8
- Hof- und Staatsbibliothek in München. - In: Handbuch der Bibliothekswissenschaft. - 2., verm. und verbesserte Aufl. - 3. Band, 2. Hälfte. Geschichte der Bibliotheken. - Wiesbaden, 1957. - S. 370-379
Weblinks
Regionalbibliothek | Bildung und Forschung in München
Bavarian State Library | Bavarska državna knjižnica