Ludwigs_Eisenbahn.jpg Die Königlich priviligirte Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft mit Sitz in Nürnberg und Fürth erhielt am 19. Februar 1834 die königlich bayerische Konzession zum Bau einer Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth.
Auch König Ludwig I unterstützte trotz seiner Vorliebe für den Bau des Ludwigskanals vom Main zur Donau den Bahnbau. Er erlaubte, der Bahn seinen Namen zu geben und ermächtigte seine Regierung, 2 Aktien für den Staat zu kaufen. Von großer Bedeutung für den Bahnbau war jedoch, dass der bayerische Straßenbauingenieur Paul Camille Denis vom König für den Bahnbau freigestellt wurde. Beim Bau übernahm er die englische Spurweite von 1435 mm für die fast schnurgerade 6,04 km lange eingleisige Strecke neben der Fürther Straße von Nürnberg nach Fürth.
Die Bayerische Ludwigsbahn war damit die erste für den Personen- und Güterverkehr konzipierte Eisenbahn in Deutschland, die eine Dampflokomotive benutzte. Die bereits am 20. September 1831 zwischen Hinsbeck an der Ruhr und Nierenhof eröffnete schmalspurige Prinz-Wilhelm-Eisenbahn war eine private pferdegezogene Kohlenbahn, die von der Öffentlichkeit nicht in der Form wahrgenommen wurde, wie die dampfbetriebene und personenbefördernde Ludwigsbahn. König Ludwig I hatte jedoch erst im August des Folgejahres Zeit, sich die seinen Namen tragende Eisenbahn anzusehen. Der mit 132.000 Gulden veranschlagte Bau erreichte tatsächlich 170.00 Gulden. Mangels Erfahrungen beim Eisenbahnbau und vor allem wegen des damals noch fehlenden Enteignungsrechts für überteuerte Grundstücke kam es zu dieser Preissteigerung.
Im Güterverkehr blieb es anfangs bei Zeitungs- und Biertransporten. Erst ab 1839 kann man von einem planmäßigen Güterverkehr sprechen. Ab 1840 transportierte die Bahn auch die Postsendungen. Ein weiterer Ausbau der Strecke u.a. nach Würzburg wurde der Gesellschaft vom Staat verwehrt. Wie rege die Nutzung der Bahn in den ersten Jahrzehnten war, zeigt die Gewinnsituation: Bis 1855 wurden nie unter 12 % Dividende gezahlt. Zur damaligen Zeit eine prächtige Kapitalverzinsung !
Die Ludwigseisenbahn stellte ihren Betrieb am 31. Oktober 1922 ein. Nachdem sich abzeichnete, dass der Betrieb nicht mehr aufgenommen würde, wurden die Betriebsmittel verkauft und die Gleise abgebrochen. Die Trasse wurde an die Nürnberg-Fürther Straßenbahn zur Errichtung einer Schnellstraßenbahn-Linie verpachtet. Die Bahngesellschaft selbst wurde erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts im Zuge des Baus der U-Bahn liquidiert.
Die Trasse führte vom Bahnhof in direkter Nähe des Plärrers in Nürnberg über die heutige Fürther Straße über die Stadtgrenze nach Fürth und folgte der gegenwärtig als Hornschuchpromenade bekannten Allee bis zum Ludwigsbahnhof auf der Fürther Freiheit.
Es existiert auch ein Denkmal, das früher vor dem Nürnberger Ludwigsbahnhof am Plärrer stand. Beim Bau der Nürnberger Straßenbahn wurde es 1927 an die Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth versetzt. Im Jahre 1981 musste es wiederum dem Bau der U-Bahn weichen und wurde in eine Grünanlage zwischen der A73 und der Anschlussstelle Nürnberg/Fürth versetzt. Dem verstorbenen Mäzen und Brunnenliebhaber Kurt Klutentreter ist es zu verdanken, dass das Denkmal am U-Bahnhof Bärenschanze in der Fürther Straße einen würdigeren Platz erhalten hat.
- bgcolor="#FFDEAD" | Name | Bauart | Hersteller | bei Ludwigs- bahn seit | Verbleib |
|---|---|---|---|---|
| Der Adler | 1A1 | Stephenson 1835 | 1835 | verk. 1857 |
| Der Pfeil | 1A1 | Stephenson 1836 | 1836 | verk. |
| Nürnberg-Fürth | 1A1 | Henschel 1852/14 | 1852 | +1889 |
| Phoenix | 1A1 | Maffei 1853/127 | 1853 | +1869 |
| Adler II | 1A1 | Maffei 1857/279 | 1857 | +1889 |
| Johannes Scharrer | 1A1 | Henschal 1865/108 | 1865 | +1887 |
| Faust | 1A1 | Maffei 1845/6 | 1872 | +1881 |
| Henlein | 1A1 | Maffei 1845/8 | 1873 | +1880 |
| Wallenstein | 1A1 | Kessler 1845/30 | 1875 | +1885 |
| Bavaria | Bn2t | Maffei 1879/1204 | 1879 | 1923 verk. |
| Pegnitz | Bn2t | Maffei 1880/1224 | 1880 | 1923 verk. |
| Franconia | Bn2t | Maffei 1881/1248 | 1881 | 1923 verk. |
| Daniel Ley | 1Bn2t | Maffei 1886/1414 | 1886 | 1923 verk. |
| Johannes Scharrer II | Bn2t | Maffei 1887/1453 | 1887 | 1923 verk. |
| Nürnberg-Fürth II | Bn2t | Maffei 1889/1538 | 1889 | 1923 verk. |
| Germania | 1Bn2t | Maffei 1906/2511 | 1906 | 1923 verk. |
| Ludwig | 1Bn2t | Maffei 1906/2549 | 1906 | 1923 verk. |
Bei den Wagen lag der höchste Bestand 1893: 44 Personenwagen, 1 Gepäckwagen und 10 Güterwagen.
Siehe auch:
ehemalige Bahngesellschaft | Bahnstrecke in Bayern | Nürnberger Geschichte | Verkehr (Nürnberg) | Fürth
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"Bayerische Ludwigsbahn".
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