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Ludwigs_Eisenbahn.jpg Die Königlich priviligirte Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft mit Sitz in Nürnberg und Fürth erhielt am 19. Februar 1834 die königlich bayerische Konzession zum Bau einer Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth.

Gründung


Vorausgegangen war am 14. Mai 1833 die Gründung einer Gesellschaft für die Errichtung einer Eisenbahn mit Dampffahrt zwischen Nürnberg und Fürth, aus der heraus dann die Bahngesellschaft gegründet wurde. Innerhalb von 6 Monaten erreichten die beiden Nürnberger Hauptinitiatoren, der Kaufmann und Marktvorsteher Georg Zacharias Platner und der Leiter der polytechnischen Schule, Johannes Scharrer, die Zeichnung des veranschlagten Aktienkapitals in Höhe von 132.000 Gulden. Die dabei angekündigte Verzinsung des Kapitals von 12 2/3 % wurde vielfach angezweifelt. Die Gesellschaft konnte aber 1836 schon eine Dividende von 20 % zahlen.

Auch König Ludwig I unterstützte trotz seiner Vorliebe für den Bau des Ludwigskanals vom Main zur Donau den Bahnbau. Er erlaubte, der Bahn seinen Namen zu geben und ermächtigte seine Regierung, 2 Aktien für den Staat zu kaufen. Von großer Bedeutung für den Bahnbau war jedoch, dass der bayerische Straßenbauingenieur Paul Camille Denis vom König für den Bahnbau freigestellt wurde. Beim Bau übernahm er die englische Spurweite von 1435 mm für die fast schnurgerade 6,04 km lange eingleisige Strecke neben der Fürther Straße von Nürnberg nach Fürth.

Betriebseröffnung


Am 7. Dezember 1835 konnte die sich später Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft nennende private Gesellschaft die erste deutsche Eisenbahnstrecke mit Dampfkraft für den Personen- und Güterverkehr vor großem Publikum eröffnen. Die Dampflokomotive Adler hatte man samt ihres Lokomotivführers von Stephenson aus Newcastle kommen lassen. Die nur 15 Fuß langen Schienen aus gewalztem Schmiedeeisen lieferte die Fa. Remy & Co. aus Rasselstein bei Neuwied, die Wagen wurden von heimischen Wagenbauern erstellt.

Die Bayerische Ludwigsbahn war damit die erste für den Personen- und Güterverkehr konzipierte Eisenbahn in Deutschland, die eine Dampflokomotive benutzte. Die bereits am 20. September 1831 zwischen Hinsbeck an der Ruhr und Nierenhof eröffnete schmalspurige Prinz-Wilhelm-Eisenbahn war eine private pferdegezogene Kohlenbahn, die von der Öffentlichkeit nicht in der Form wahrgenommen wurde, wie die dampfbetriebene und personenbefördernde Ludwigsbahn. König Ludwig I hatte jedoch erst im August des Folgejahres Zeit, sich die seinen Namen tragende Eisenbahn anzusehen. Der mit 132.000 Gulden veranschlagte Bau erreichte tatsächlich 170.00 Gulden. Mangels Erfahrungen beim Eisenbahnbau und vor allem wegen des damals noch fehlenden Enteignungsrechts für überteuerte Grundstücke kam es zu dieser Preissteigerung.

Fahrbetrieb


Ab 8. Dezember 1835 fuhr nun stündlich ein pferdebespannter Zug von Nürnberg nach Fürth und zurück. Nur um 13 Uhr und 14 Uhr zog täglich der Adler den Zug. Die hohen Preise für die aus Sachsen einzuführende Steinkohle, anfangs noch per Fuhrwerk, verhinderten in den ersten Jahren einen häufigeren Einsatz des Adler. Seit der Anschaffung weiterer Lokomotiven wurden nur noch die Früh- und Spätzüge von Pferden gezogen. Erst im Jahre 1863 wurde der Pferdebetrieb, unter anderem aus Wartungs- (Lauffläche für die Pferde) aber auch aus Geschwindigkeitsgründen (Bremsfaktor Pferde), aufgegeben.

Im Güterverkehr blieb es anfangs bei Zeitungs- und Biertransporten. Erst ab 1839 kann man von einem planmäßigen Güterverkehr sprechen. Ab 1840 transportierte die Bahn auch die Postsendungen. Ein weiterer Ausbau der Strecke u.a. nach Würzburg wurde der Gesellschaft vom Staat verwehrt. Wie rege die Nutzung der Bahn in den ersten Jahrzehnten war, zeigt die Gewinnsituation: Bis 1855 wurden nie unter 12 % Dividende gezahlt. Zur damaligen Zeit eine prächtige Kapitalverzinsung !

Stilllegung


Mit dem Bau der Nürnberg – Fürther Pferdestraßenbahn entlang der Ludwigsbahn entstand jedoch spürbare Konkurrenz, vor allem als diese 1898 elektrifiziert wurde. Da half auch der teilweise zweigleisige Ausbau der Ludwigsbahn ab 1893 nichts mehr. Nutzung und damit der Ertrag gingen nun laufend zurück.

Die Ludwigseisenbahn stellte ihren Betrieb am 31. Oktober 1922 ein. Nachdem sich abzeichnete, dass der Betrieb nicht mehr aufgenommen würde, wurden die Betriebsmittel verkauft und die Gleise abgebrochen. Die Trasse wurde an die Nürnberg-Fürther Straßenbahn zur Errichtung einer Schnellstraßenbahn-Linie verpachtet. Die Bahngesellschaft selbst wurde erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts im Zuge des Baus der U-Bahn liquidiert.

Die Trasse führte vom Bahnhof in direkter Nähe des Plärrers in Nürnberg über die heutige Fürther Straße über die Stadtgrenze nach Fürth und folgte der gegenwärtig als Hornschuchpromenade bekannten Allee bis zum Ludwigsbahnhof auf der Fürther Freiheit.

Es existiert auch ein Denkmal, das früher vor dem Nürnberger Ludwigsbahnhof am Plärrer stand. Beim Bau der Nürnberger Straßenbahn wurde es 1927 an die Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth versetzt. Im Jahre 1981 musste es wiederum dem Bau der U-Bahn weichen und wurde in eine Grünanlage zwischen der A73 und der Anschlussstelle Nürnberg/Fürth versetzt. Dem verstorbenen Mäzen und Brunnenliebhaber Kurt Klutentreter ist es zu verdanken, dass das Denkmal am U-Bahnhof Bärenschanze in der Fürther Straße einen würdigeren Platz erhalten hat.

Lokomotiven und Wagen


Die Ludwigsbahn besaß während ihres 87-jährigen Fahrbetriebs nicht nur die Adler-Maschine, sondern eine ganze Reihe von Lokomotiven. Einzelne davon waren gebraucht gekauft worden, viele wurden bei der Stilllegung verkauft.


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Name Bauart Hersteller bei Ludwigs-
bahn seit
Verbleib
Der Adler1A1Stephenson 18351835verk. 1857
Der Pfeil1A1Stephenson 18361836verk.
Nürnberg-Fürth1A1Henschel 1852/141852+1889
Phoenix1A1Maffei 1853/1271853+1869
Adler II1A1Maffei 1857/2791857+1889
Johannes Scharrer1A1Henschal 1865/1081865+1887
Faust1A1Maffei 1845/61872 +1881
Henlein1A1Maffei 1845/81873+1880
Wallenstein1A1Kessler 1845/301875+1885
BavariaBn2tMaffei 1879/120418791923 verk.
PegnitzBn2tMaffei 1880/122418801923 verk.
FranconiaBn2tMaffei 1881/124818811923 verk.
Daniel Ley1Bn2tMaffei 1886/141418861923 verk.
Johannes Scharrer IIBn2tMaffei 1887/145318871923 verk.
Nürnberg-Fürth IIBn2tMaffei 1889/153818891923 verk.
Germania1Bn2tMaffei 1906/251119061923 verk.
Ludwig1Bn2tMaffei 1906/254919061923 verk.
Die Lokomotive Adler ging nach dem Verkauf verloren. Die im Jahre 1935 beim 100-jährigen Jubiläum der Deutschen Eisenbahnen eingesetzte Lokomotive „Adler“ war ein Neubau für dieses Jubiläum nach alten Unterlagen. Sie wurde jedoch 2006 zusammen mit vielen anderen Museumslokomotiven beim Brand des Ringlokschuppens im Bahnbetriebswerk Nürnberg 1 (West) zerstört.

Bei den Wagen lag der höchste Bestand 1893: 44 Personenwagen, 1 Gepäckwagen und 10 Güterwagen.

Literatur


  • Klee, Wolfgang, Bayerische Eisenbahngeschichte Teil 1: 1835-1875 in: Bayern-Report, Fürstenfeldbruck, 1993.
  • Wolff, Gerd, Deutsche Klein- und Privatbahnen, Teil 6, Bayern, Gifhorn, 1978.
  • Deutsche Reichsbahn, Die Deutschen Eisenbahnen in ihrer Entwicklung 1835-1935, Berlin, 1935.

Siehe auch:

ehemalige Bahngesellschaft | Bahnstrecke in Bayern | Nürnberger Geschichte | Verkehr (Nürnberg) | Fürth

 

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