Die Bayerische Armee war die Gesamtheit der bayerischen Streitkräfte von der Errichtung des stehenden Heeres 1682 bis zum Übergang der Wehrhoheit von Bayern auf das Deutsche Reich 1919.
Aufgrund der Stellung Bayerns als Mittelmacht konnte sein Heer keine entscheidende militärgeschichtliche Rolle spielen. Trotzdem verschaffte es im 19. Jahrhundert den Wittelsbacher Herrschern genügend Handlungsspielraum, um Bayern im Rahmen einer effektiven Bündnispolitik vom territorial zerrissenen Kleinstaat zum zweitgrößten Staat des Deutschen Kaiserreichs zu entwickeln.
Türkenkriege
Aufgrund der
Reichskriegsverfassung von
1681 war auch Bayern zur Errichtung eines
stehende Heer verpflichtet. Am
12. Oktober 1682 wurden in einem Feldlager bei
Schwabing die geworbenen Truppen in bayerischen Dienst genommen. Es wurden sieben
Regimenter
Infanterie, zwei Regimenter
Dragoner und vier Regimenter
Kürassiere sowie ein
Artilleriekorps aufgestellt. Bereits damals war die mittelblaue Farbe charakteristisch für die Masse der bayerischen Infanterie (ab 1684 für die ganze), während die Kürassiere und Artillerie hellgraue Röcke trugen; Dragoner hatten rote oder blaue Röcke. Das Heer zeichnete sich unter dem Kurfürsten
Maximilian II. Emanuel während der
Türkenkriege insbesondere bei der Eroberung
Belgrads im Jahr
1688 aus.
Spanischer Erbfolgekrieg
Im
spanischen Erbfolgekrieg focht Bayern auf der Seite Frankreichs. Nach der Niederlage in der
Schlacht von Höchstädt war das Heer faktisch aufgelöst, geringe Reste kämpften jedoch bis Kriegsende. Bayern wurde von den Österreichern besetzt, eine
Volkserhebung wurde in der
Sendlinger Mordweihnacht blutig niedergeschlagen.Die Zusammensetzung des Heeres war
1701 im Wesentlichen die gleiche wie in den Türkenkriegen, nur dass jetzt je drei Regimenter
Kürassiere und
Dragoner bestanden.
Österreichischer Erbfolgekrieg
Der Versuch des bayerischen Kurfürsten, im
Österreichischen Erbfolgekrieg die Kaiserkrone zu erlangen, war zwar erfolgreich, endete jedoch abermals mit der Besetzung Bayerns durch Österreich-Ungarn.
Siebenjähriger Krieg
Zu Beginn des
siebenjährigen Krieges bestand das Heer aus acht Infanterieregimenter, zwei Dragonerregimentern und drei Kürassierregimentern, sowie einer
Brigade Artillerie. Noch 1757 wurde eines der Kürassierregimenter aufgelöst und auf andere Regimenter verteilt. Bei den Dragonern war nur eine Kompanie je Regiment beritten. Infanterie-Regimenter bestanden aus zwei Bataillonen mit vier Füsilierkompanien (je 130 Mann)und einer Grenadierkompanie (100 Mann) sowie zwei 4-pfünder Bataillonsgeschützen. Die nominelle Stärke von rund 1.800 Mann je Regiment wurde im Feld nie erreicht. Das
Leib-Regiment hatte drei Bataillone, von denen allerdings nur zwei im Feld standen. Für Aufgaben der
Feldpolizei bestand ein winziges
Husarenkorps. Zehn
Bataillone Infanterie wurden Österreich-Ungarn im Rahmen der Verpflichtungen für die
Reichsarmee Verfügung gestellt.
Sie kämpften glücklos 1757 bei Schweidnitz,
Breslau und
Leuthen, sowie 1758 bei Troppau, Olmütz und Neiße.
Bayerischer Erbfolgekrieg
Infolge der Vereinigung mit der Pfälzer Linie der Wittelsbacher wuchs die Infanterie
1777 um acht Regimenter und übernahm von den Pfälzern ein helleres blau als Rockfarbe. Der hauptsächlich von Versorgungsproblemen geprägte und daher auch
Kartoffelkrieg genannte Konflikt verlief auch für das bayerische Heer weitgehend ereignislos.
1785 wechselte die Uniform der Infanterie zur Grundfarbe weiß, die
Kürassiere legten den
Harnisch ab.
Koalitionskriege
Das Jahr
1790 brachte eine grundlegende Reform des bayerischen Heeres: Alle Feldtruppen erhielten eine Uniform einheitlichen Schnittes und statt des Hutes einen Lederhelm mit Roßhaarschweif. Dieser wurde nach dem damaligen Kriegsminister und Urheber der Reform, dem Grafen
Rumford, "Rumford-Kaskett" genannt. Kurfürst
Maximilian IV. Joseph fand das
Heer bei seinem Regierungsantritt
1799 in erbärmlichen Zustand vor: kaum eines der
Regimenter hatte annähernd Sollstärke, die Rumford-Uniformen waren unbeliebt und unpraktisch, der Ausbildungsstand der Truppen schlecht. Der junge Kurfürst, der im
Ancien Régime selbst
Oberst des französischen Fremdenregiments
Royal Deux Ponts gewesen war, machte den Aufbau einer zeitgemäßen Streitmacht zu einer seiner Hauptaufgaben. Die
Linieninfanterie wurde auf zehn Regimenter reduziert, die dafür wieder Sollstärke hatte. Die beiden Fußjäger-Regimenter wurden in vier
Bataillone Leichte Infanterie geteilt. Die
Kavallerie bestand aus drei Regimentern
Chevaulegers, und je zwei Regimentern
Dragonern und
Kürassieren. Für die
Infanterie kehrte man zum traditionellen hellblau zurück und führte
1801 für alle Waffengattungen den für das bayerische Heer bald charakteristischen
Raupenhelm ein. Die Armee wurde von fähigen Generalen wie
Deroy,
Wrede und
Triva nach französischem Vorbild reformiert und stellte bald die modernste Streitmacht Deutschlands dar. Als erstes Heer in Deutschland schaffte sie die
Prügelstrafe ab. Neben dem weitgehend auf
Wehrpflicht basierenden Feldheer wurde auch eine
Nationalgarde mit drei Klassen aufgebaut (1. Klasse: Reservebataillone der Linienregimenter, 2. Klasse:
Landwehr, 3. Klasse: Bürgermilitär). Im Jahr
1800 musste man noch widerwillig an Österreichs Seite gegen Frankreich kämpfen, doch als
1805 Österreich zum dritten Mal innerhalb von 100 Jahren Bayern überfiel, stand ihm dort eine schlagkräftige Armee gegenüber, die nur zurückwich, um sich mit der heranrückenden Armee
Napoleons zu verbinden, um sodann zum Gegenschlag auszuholen. Dieser erfolgte schnell, methodisch und gründlich. 30.000 Bayern nahmen an der erfolgreichen Belagerung Ulms und der anschließenden Befreiung Bayerns teil. Bei
Austerlitz sicherten sie die Flanken und Nachschubwege Napoleons und
1806/
1807 zwangen sie mehrere preußische Festungen zur Kapitulation. Die Unruhen in der von Napoleon an Bayern zur Belohnung zugeteilten vormals österreichischen Provinz
Tirol entwickelten sich aber 1809 zum regelrechten
Volksaufstand, der nur mit französischer Hilfe niedergeworfen werden konnte. Als Österreich Bayern
1809 abermals überfiel, war Frankreichs Armee überwiegend in Spanien gebunden, so daß Napoleons erneuter Feldzug gegen die Habsburger anfangs nur mit
Rheinbundtruppen, überwiegend Bayern, geführt wurde. Bei
Wagram war der Einsatz der Bayern schlachtentscheidend.
Peter von Hess 002.jpg) kehrten nur etwa 10% der bayerischen Soldaten zurück. (Gemälde
Peter von Hess')]]
Im
Rußlandfeldzug erlitt die bayerische Armee jedoch schreckliche Verluste: von den rund 33.000 Mann, die (einschließlich nachgeschickter Verstärkungen)
1812 ausmarschiert waren, kehrten nur etwa 4.000 zurück. Vom
Kronprinzen und Wrede gedrängt, wandte sich König Max I. Joseph schweren Herzens von Frankreich ab und wechselte kurz vor der
Völkerschlacht bei Leipzig ins Lager der Alliierten. Der Versuch Wredes, den Durchmarsch der
Grande Armée 1813 bei
Hanau zu stoppen, endete für das von ihm kommandierte bayerisch-österreichische Korps mit einer glimpflichen Niederlage. Im für die Alliierten anfänglich glücklosen Frankreichfeldzug von 1814 machte er die Schlappe jedoch wieder wett und konnte bei
Arcis-sur-Aube und
Bar-sur-Aube wertvolle Siege über den ehemaligen Verbündeten erringen.
1814 bestanden ein Grenadier-Garderegiment, 16 Regimenter Linieninfanterie, zwei Bataillone Jäger, sieben Regimenter Chevaulegers (davon eines Landwehr), ein Regiment Ulanen, 2 Husarenregimenter, ein Regiment Garde du Corps, zwei Regimenter Artillerie zu Fuß und eines zu Pferd.
Deutscher Bund
1815 wurde aus dem 7. (National-)
Chevaulegers-Regiment zwei
Kürassierregimenter gebildet.
Husaren und
Ulanen wurden
1822 aufgelöst.
1826 wurde aufgrund Vorschläge der
Militärersparungskommision ein
Infanterieregiment in zwei
Jägerbataillone umgewandelt und das
Grenadier-
Garderegiment zum
Infanterie-Leib-Regiment. Das
Garde du Corps wurde zum 1. Kürassier-Regiment, das bisherige 1. Regiment wurde je zur Hälfte mit ihm und dem 2. Regiment verschmolzen.
Deutscher Krieg
Die im Rahmen des
Deutschen Krieges am 10. Mai 1866 angeordnete
Mobilmachung wurde erst am 22. Juni abgeschlossen, zu diesem Zeitpunkt befand sich die
Preußische Armee bereits fast schon in
Böhmen. Dieser Krieg verlief für die Bayerische Armee sehr unglücklich. Der bayerische
Oberbefehlshaber Prinz Karl, dem auch die süddeutschen Bundestruppen unterstanden, erfuhr als er dem
Königreich Hannover zur Hilfe eilte in
Meiningen von der Niederlage der Hannoveraner bei
Langensalza. Da die Preußen rasch vordrangen war an eine Vereinigung mit einem weiter westlichem liegendem Bundeskorps unter
Prinz Alexander von Hessen nicht möglich worauf sich die bayerischen Truppen auf
Kissingen zurückzogen. Nach heftigsten Kämpfen wich die bayerische Armee nach
Schweinfurt und
Würzburg (hier konnte lediglich die
Festung Marienberg und ein Stadtviertel gehalten werden) zurück. Am
1. August besetzt ein preußisches
Reservekorps Nürnberg.
Die Schwierigkeiten der Bayerischen Armee wurde wesentlich dem Landtag und der militärischen Führung angelastet. Durch die stets von bayerischem Parlament verabschiedeten Haushaltskürzungen, sah sich das Kriegsministerium nicht in der Lage, Manöver oberhalb der Brigadeebene durchzuführen. Außer Prinz Karl und dem Fürst von Thurn und Taxis besaß kein bayerischer General jemals eine Division kommandiert. In den Zeitungen wurde auch die Rolle von der Tanns kritisiert.
Aufgrund dieser Kritik ernannte König Ludwig II. den kampferfahrenen Obersten, späteren General von Pranckh am 1. August bereits zum neuen Kriegsminister. Von Pranckh hat bereits als Adjutant des Kriegsministers von Lüder politische Erfahren gemacht und sollte mit seiner Heeresreform entscheidend zur Modernisierung der Armee beitragen.
Deutsch-Französischer Krieg
Als im Rahmen der
spanischen Thronkandidatur von
Leopold von Hohenzollern es zur Zuspitzung des Verhältnisses zwischen Frankreich und Preußen kam, ließ der
Kriegsminister von Pranckh am
14. Juli die beiden bayerischen
Armeekorps mobilisieren. Die bayerischen Armeekorps zogen im Rahmen der III. Armee unter
Friedrich Wilhelm von Preußen (
1. Armeekorps unter
von der Tann,
2. Armeekorps unter
von Hartmann) in den
Deutsch-Französischen Krieg.
Die bayerischen Truppen erstürmten unter von Hartmann Weißenburg, nahmen an den Schlachten von Wörth, Beaumont, Sedan und der Belagerung von Paris teil.
Deutsches Kaiserreich
Bayern konnte sich in der
Reichsverfassung weitestgehende
Reservatrechte insbesondere hinsichtlich der Wehrhoheit sichern. Die Armee hatte nicht nur ähnlich
Sachsen oder
Württemberg eigenständige Truppen, ein
eigenes Kriegsministerium und eine
eigene Militärjustiz, sondern war auch von der durchlaufenden Nummerierung der preußischen Armee ausgenommen und wurde erst im Kriegsfall auf den Kaiser vereidigt. Bayern behielt auch die hellblaue Farbe für die
Infanterieuniformen, den
Raupenhelm (bis
1886), die
Chevaulegers und einige andere Eigentümlichkeiten. Dennoch wurden Uniformschnitt, Ausrüstung und Ausbildung dem preußischen Vorbild angeglichen. Mit Einführung der feldgrauen Uniformen wies nur mehr die
Kokarde und eine weiß-blaue Rautenborte am Kragen auf die bayerische Herkunft hin.
Gliederung der bayerischen Armee
Bayern stellte in der Armee des deutschen Kaiserreiches zunächst zwei, später drei Armeekorps.
Offizierkorps
Grenadier-Garde-Regiment Oberleutnant 1814.jpg
Die Bayerische Armee hatte im
Offizierkorps einen weit geringeren
Adelsanteil als die
Preußische Armee. 1832 kamen auf einen adeligen Offizier 1,86
bürgerliche Offiziere,
1862 2,34 und bei
Kriegsbeginn 1914 5,66. Eine ausgesproche
Garde war seit Auflösung der Gardeeinheit
1826 nicht mehr vorhanden. Nur in folgenden
Regimentern war der Adelsanteil deutlich über dem Durchschnitt:
Ca. 75 % der bayerischen
Generäle zwischen
1806 und
1918 gehörtem dem Adel an.
Die Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere umfaßte die Dienstgrade Oberst, Oberstleutnant und Major, die Dienstgradgruppe der Subalternoffiziere umfaßte die Dienstgrade Hauptmann (Rittmeister), Oberleutnant und Leutnant.
Im bayerischem Offizierskorps war trotz Verbot der dominierenden Katholischen Kirche das Duell in der Standesehre in Ehrenfällen vorgeschrieben. Duelle wurden mit Festungshaft bestraft.
Zur Offiziersausbildung wurde 1805, anstelle der Militärakademie, das Bayerische Kadettenkorps (1920 aufgelöst) geschaffen.
Eine Besonderheit der Bayerischen Armee des Ersten Weltkrieges war ein überdurchschnittlicher Anteil an jüdischen Reserveoffizieren.
Unteroffizierskorps
Das bayerische Unteroffizierskorps bestand aus
Berufssoldaten. Diese wurde in der Regel aus den Mannschaften rekrutiert. Zwischen Offiziers- und Unteroffizierskorps gab es eine strenge Laufbahntrennung was in der Zeit des ersten Weltkrieges zur erheblichen Sozialproblemen führte.
Rekrutierung
Die
Rekrutierung der Armee erfolgte seit der
Konstitution von 1808 bis
1868 im Rahmen eines
Konskriptionssystems, daß die Möglichkeit des
Loskaufs durch Bezahlung eines längerdienenden Stellvertreters bot.
Im Rahmen der
Heeresreform von 1868 wurde die allgemeine
Wehrpflicht und das Institut der "
Einjährig-Freiwilliger" eingeführt.
Landwehr
1809 wurde nach französischem Vorbild die
Bürgerwehr in eine
Nationalgarde umgewandelt. Diese wurde dann von
1814 bis
1816 die
Landwehr des
Königreiches umgewandelt. Im Rahmen der
Heeresreform von 1868 wurde der Name Landwehr für ältere
Jahrgänge der
Reserve verwendet, für die ältesten wehrpflichtigen Jahrgänge wurde der Begriff
Landsturm verwendet.
Im Rahmen der Landwehr sind auch die Krieger- und Veteranenvereine zu betrachten. Diese wurden bis 1918 von den bayerischen Militärbehörden überwacht.
Garnisonswesen
Die war der größte Teil der bayerischen Armee wurde in den
Festungen,
säkularisierten Klöstern und ehemaligen Schlössern untergebracht.
1806 erfolgte erstmalige der massive Neubau von Kasernenanlagen (Neue Isarkaserne).
Nach einer Typhusepedemie 1881 wurden moderne Kaserneneubauten (mit Verheiratetengebäuden) errichtet (Prinz-Leopold-Kaserne).
Bayern unterhielt 1838 sieben Festungen:
Ferner unterhielt Bayern in folgenden Bundesfestungen Truppen:
Die Festungen in Germersheim, Ingolstadt und Ulm wurden 1919 nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages entfestigt.
Erster Weltkrieg
Die Bayerische Armee hatte eine zu Beginn des
ersten Weltkrieges ein Präsenzstärke von 4.089
Offizieren,
Ärzten,
Veterinären und
Beamten, 83.125
Unteroffizieren und Mannschaften, sowie 16.918
Pferden.
Mit dem Beginn der Mobilmachung am 1. August 1914 ging der Befehl über die mobile Armee auf den Deutschen Kaiser über. Die in Bayern verbliebenen Truppenteile verblieben unter der Befehl des Bayerischen Kriegsministeriums.
Die Bayerische Armee wurde als 6. Armee mit den drei bayerisches Armeekorps, verstärkt durch das I. bayerische Reserve-Korps (1. bayerische Kavallerie-Division, bayerische Ersatz-Division und weiteren Armeeverbänden) unter dem Oberbefehl von Kronprinz Rupprecht an die Front geschickt.
Weimarer Republik
Obwohl das
Kaiserreich im November
1918 unterging und auch
König Ludwig III. vom
Eid auf seine Person entband, war damit Bayerns Wehrhoheit noch nicht aufgehoben. Die Wirren um die Niederschlagung der
Münchner Räterepublik und ihrer unter
Rudolf Egelhofer aufgebauten "Roten Armee" bewogen jedoch die neue Regierung Bayerns dazu, in der
Bamberger Verfassung vom
15. September 1919 auf die Wehrhoheit zu verzichten. Die regulären bayerischen Truppen waren nach Kriegsende bereits soweit demobilisiert worden, dass der Kampf gegen die Räterepublik durch
Truppen des Reiches und
Freikorps erfolgte.
Spuren nach 1919
In der Reichswehr führten in Bayern garnisonierte Verbände die landsmannschaftliche Zusatzbezeichnung "bayerisch". In der Regel hatte jede Kompanie die Tradition eines Regiments der alten Armee, und für den Fall der Überwindung der Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrages war deren Wiederaufstellung vorgesehen. Beim Aufbau der Wehrmacht kam es dann jedoch anders: Das Heer als Spiegelbild föderalistischer Vielfalt oder als Träger konkreter Traditionen passte wenig in die mit diffuser Historisierung garnierte nationalsozialistische Ideologie vom Aufgehen aller in einen amorphen Volkskörper. Die letzten landsmannschaftlichen Truppenbezeichnungen wurden abgeschafft, neue Einheiten wurden ohne Tradition aufgestellt. Aufgrund der Brüche in der deutschen Militärgeschichte verbot sich die Zuweisung einer konkreten Verbandstradition für die Bundeswehr.
Siehe auch
Weblinks
Bayerische Geschichte | Bayerische Militärgeschichte