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Als Abenteuerspielplatz wird ein Spielplatz bezeichnet, der überwiegend älteren Kindern und Heranwachsenden selbst gestaltbare Erlebnisspielräume bietet und pädagogisch betreut wird. Durch Bereitsstellung verschiedener elementarer - oft naturnaher -Erfahrungsbereiche, Materialien und Werkzeuge bieten die Plätze starke Anreize zu multisensorischen und multimodalen Spielen unter Einbeziehung hoher sozialer und kinästhetischer Interaktion. Synonym werden auch die Begriffe "Bauspielplatz" oder "Aktivspielplatz" benutzt.

Allgemeines


Abenteuerspielplätze stehen in der Regel unter der Aufsicht von gemeinnützigen Vereinen oder kommunalen Trägern. Typische Merkmale sind Hüttenbaubereiche, Feuerstellen, abwechslungsreiche Geländemodellierung und außergeöhnliche Spielgeräte. Beispiele hierfür sind: Grabenbrücken, extra lange Rutschen, besonders hohe Klettergerüste und Holzbauten aus, die mit anderen Spielgeräten z.B. über Seilbrücken oder Kletterspinnen verbunden sind.

Da die Plätze in der Regel sozialpädagogisch betreut sind können sie Spielgeräte anbieten, die nicht den Spielgeräte-Normen unterworfen bzw.TÜV geprüft sind. Die spielerische Herausforderung stärkt die Geschicklichkeit und das Eigensicherungsvermögen der Kinder und vermindert dadurch letztendlich das Unfallrisiko.

Durch die Plätze sollen jedoch nicht nur motorische Fähigkeiten geschult werden. Vielmehr werden verschiedene Ebenen der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen angesprochen. Die Entwicklung sensomotorischer Fähigkeiten geht einher mit kognitiver und emotionaler Kompetenz, Entwicklung sozialen Verhaltens und Kreativität. Dabei stehen Selbstständigkeit und Eigeninitiative im Vordergrund und im Gegensatz zu vorgefertigten anspruchslosen Spielmaterialien und -formen. Die Kinder sollen selbst tätig werden und ihre Freizeit sinnvoll gestalten.

Der Eintritt ist kostenlos. Wenn Kinder regelmäßig zum spielen kommen möchten, sollten sie angemeldet und versichert werden.

Bauspielplätze


Der Begriff Bauspielplatz wird oft synonym für Abenteuerspielplatz verwendet und betont die Möglichkeit, dass Kinder mit Holz und anderen Materialien Hütten oder Spielobjekte selber zusammen bauen können. Oft entstehen dabei ganze Hüttendörfer, die einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen sind.

Viele dieser Spielplätze bieten über dieses reine Bau-Angebot auch weitere Aktivitäten an, wie Lagerfeuer, Backen, Tonbrennen etc. Derartige "Spielplätze" sind somit eher mit Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen zu vergleichen als mit dem klassischen "möblierten Spielplatz" auf dem Hof.

Kinderbauernhöfe und Jugendfarmen


Aus solchen Plätzen, die konzeptionell mit Abenteuerspielplätzen vergleichbar sind und oft ähnliche Angebote bereit stellen, nimmt die Haltung und Pflege von Tieren - insbesondere Robustpferden und Tieren aus dem landwirtschaftlichen Bereich - eine besondere Stellung ein.

Kinder und Jugendliche kommen teilweise täglich auf die Farmen und kümmern sich um die Tiere. Dabei lernen sie Verantwortung zu übernehmen und ihr Umweltbewusstsein wird geschult.

Berühmt für diese Art des Spielplatzes sind die Jugendfarm in Stuttgart Elsental oder der Kinderbauernhof an der Adalbertstraße in Berlin-Kreuzberg. Die Idee der Kinder- und Jugendfarmen stammt aus Skandinavien. In Deutschland verbreiten sie sich jedoch immer mehr.

Geschichte


Vorbild verschiedener Konzeptionen von Abenteuerspielplätzen in Deutschland sind die "Skrammellegeplads", die Gerümpelspielplätze, die schon 1943 in Dänemark eröffnet wurden. Die Konzeption resultiert aus der Beobachtung des Landschaftsarchitekten C. Th. Sorenson, der Kinder beim Spielen auf Baustellen und Schrottplätzen beobachtete. Aus der Idee heraus entwickelten sich dann die "Byggelegepladser", die Bauspielplätze. Als weiterer Vorläufer gelten die "Robinsonspielplätze", die in der Schweiz etabliert sind, und die durch die typischen Bereiche und Inhalte wie Feuer, Wasser und Tierhaltung stark an Abenteuerspielplätze erinnern.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern hielt die Abenteuerspielplatzbewegung in Deutschland ihren Einzug relativ spät. Sie entwickelte sich Mitte der 1960er im Zuge der Entstehung von offener Kinder- und Jugendarbeit. In dieser Zeit der Studentenbewegung waren es Initiativgruppen von Eltern, Pädagogen und Studenten, die bisherige Erziehungskonzepte sowie gesellschaftliche Verhältnisse, phantasielose Spielplätze und Funktionalisierung öffentlicher Räume hinterfragten und die „die soziokulturellen Lebensbedingungen in ihrem Wohnbereich verbessern wollten“ (Hiltrud von Spiegel). Ziel war eine alternative Kindererziehung, die den Kindern wieder sinnliche Erfahrungen ermöglicht und Kindheit „entkolonisiert“ und „entkommerzialisiert“. Aus dieser Bewegung heraus entstanden Spielmobile, Kinderspielclubs, Spielhäuser und die Stadtteilbezogene Arbeit. 1967 entstand der erste Abenteuerspielplatz im Märkischen Viertel in Berlin. Zeitgleich entwickelte sich aus einer Privatinitiative die erste Jugendfarm in Stuttgart-Elsental. Aus diesen Anfängen entstand eine Bewegung aus der bis heute rund 400 Abenteuerspielplätze und Jugendfarmen, insbesondere in Ballungsgebieten hervorgegangen sind. Für die Plätze werden auch die Begriffe Aktivspielplatz, Kinderfarm, Kinderbauernhof, oder allgemein pädagogisch betreuter Spielplatz verwendet. In jüngster Zeit haben sich unter der Bezeichnung "Stadtteilbauernhof" auch generationsübergreifende Konzepte entwickelt.

Die Abenteuerspielplatz-Bewegung ist konzeptionell und historisch eng mit der Spielmobil-Bewegung verbunden. Oft verstehen sich Spielmobile im ähnlichen pädagogischen Auftrag wie die Abenteuerspielplätze und sehen sich selbst als kleine rollende Abenteuerspielplätze.

Literatur


  • Rainer Deimel: Abenteuerspielplätze, in: Ulrich Deinet/Benedikt Sturzenhecker: Handbuch Offene Kinder- und Jugendarbeit. 3., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005. ISBN 3-8100-4077-0

  • Johann R. Krauss: Der Abenteuerspielplatz: Planung, Gründung und pädagogische Arbeit. Verlag E. Reinhardt, München 2003. ISBN 3-497-01652-7

  • Hg.: Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze: Ökologische Spiel(t)räume-Ein Fachbuch zur Spielraumplanung und Spielraumgestaltung Stuttgart 1997. ISBN 3-00-001904-9

Weblinks


Jugendhilfe

冒険遊び場

 

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