HalstenbekerBaumschulen.jpg]] Als Baumschule bezeichnet man erwerbsmäßig bewirtschaftete Anbauflächen für Bäume, Sträucher, Rosen (Ziergehölze), Obstgehölze und Forstpflanzen. Sie werden hier aufgepflanzt (Fachausdruck: aufschulen) oder in Containern kultiviert, bis sie zu einer gewissen Größe herangewachsen sind, um dann an Wiederverkäufer (z.B. Gartencenter, Weihnachtsbaumverkäufer, usw.) oder Endnutzer, wie Gartenbesitzer ("Gartenbaumschulen"), Obstbauern ("Obstbaumschulen"), Winzer oder Waldbauern ("Forstbaumschulen") verkauft zu werden.
Baumschuler (korrekte Bezeichnung: Gärtner/Gärtnerin der Fachrichtung „Baumschule“ ) ist auch ein Ausbildungsberuf. Da die Spezialisierung in Produktion einerseits und Verkauf andererseits auch bei den Baumschulen immer mehr zunimmt, gibt es in der Fachrichtungen Baumschule (ähnlich auch im Zierpflanzenbau) in den deutschen Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen seit kurzem die Möglichkeit der Schwerpunktbildung "Verkauf und Beratung" (sogenannter Verkaufsgärtner).
Das Inverkehrbringen von als Forstpflanzen geeigneter Baumarten unterliegt in Deutschland strenger gesetzlicher Vorgaben.
Die wichtigsten angebauten Nadelbäume sind:
Die wichtigsten angebauten Laubbäume sind:
1994 wurde das "Deutsche Baumschulmuseum" gegründet, ursprünglich in Prisdorf, seit 2001 ist es in Pinneberg-Thesdorf auf dem Gelände einer ehemaligen Baumschule angesiedelt (näheres dazu auf der BdB-Website).
Gesamtproduktionsfläche (2000): 24.690 Hektar
Anzahl der Unternehmen: 3.779 (Tendenz abnehmend)
mit rund 28.000 Beschäftigten
Gesamtproduktionswert: 1,3 Mrd. EUR
Exportleistung (2002): 75 Mio. EUR
Pflanzenproduktion: ca. 1 Milliarde Pflanzen/Jahr
Eine relativ kleine Anzahl davon wirtschaftet biologisch: in Deutschland derzeit ca. 45 Betriebe (davon nur 2 in Schleswig-Holstein), meist Sortimentsbaumschulen für den Endverkauf, mit nach Hochrechnungen insgesamt etwa 370 Hektar Freiland bzw. 7 Hektar Containerfläche (Stand 2003). Das entspricht einem Flächenanteil an der Gesamtproduktion von 0,91%.
Große Probleme bereitet auch die unerwünschte Verbreitung von Krankheitserregern und Schädlingen durch internationalen Handel. Die Resistenz heimischer Pflanzen gegenüber Bakterien/Viren aus anderen Klimazonen ist oftmals nicht gegeben, Insekten fehlen die natürlichen Feinde.
Wie viele landwirtschaftliche Betriebe setzen daher auch Baumschulen bei Bedarf Düngemittel und Pestizide ein. Dies kann bei unsachgemäßer Anwendung ein bedeutsames Umweltproblem darstellen. Besonders in den Zentren der Baumschulwirtschaft, wie z.B. im Kreis Pinneberg, besteht ein Gefährdungspotenzial für das Grundwasser, weniger wegen der Stickstoffdüngung, sondern vor allem wegen des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. In der Vergangenheit wurde dort beispielsweise bei der chemischen Bodenbehandlung gegen Nematodenbefall ("Bodenmüdigkeit") Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffbestandteilen 1,3-Dichlorpropen und 1,2-Dichlorpropan verwendet. Obwohl 1,2-Dichlorpropan wegen geringer Wirksamkeit seit 1987 in Deutschland nicht mehr zugelassen ist, findet man den Stoff aufgrund seiner hohen Stabilität heute noch in Böden und Grundwasser, teilweise kommt es auch zu Grenzwertüberschreitungen. Als Folge mussten im Kreis Pinneberg mehrere Brunnen und ganze Wasserwerke stillgelegt werden, bzw. Aktivkohle-Filteranlagen errichtet werden.
Durch die sogenannte "Gute fachliche Praxis" und Anwendung nach Ergebnissen wissenschaftlicher Versuche kann ein Umweltrisiko jedoch minimiert werden.
Seit 2001 gibt es in Schleswig-Holstein, dem Bundesland mit den größten Baumschulflächen, eine "Koordinationsstelle ökologische Baumschulwirtschaft Schleswig-Holstein", mit Sitz in Bordesholm, die ebenfalls dem Ziel dient, belastungen zu verringern.
Biologische Baumschulen arbeiten ganz ohne chemische Herbizide und Pestizide sowie ohne mineralische Düngemittel, setzen weit gestellte Fruchtfolgen, Zwischenfruchtanbau und Mulchverfahren, sowie Maßnahmen zur Nützlingsförderung ein und versuchen so, ein sich selbst regulierendes System aufzubauen.
Siehe auch: Baum, Gartenbau, Landwirtschaft, Forstwirtschaft
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