| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen von Bath.jpg Wappen | Karte bath england.png |
| Basisdaten | |
| District: | Bath and North East Somerset |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 132 NN |
| Fläche: | 29 km² |
| Einwohner: | 86.000 |
| Bevölkerungsdichte: | 296 Einwohner je km² |
| Politik | |
| Member of Parliament: | Don Foster |
Bath ist eine Stadt im Westen Englands in der Grafschaft Somerset am Fluss Avon, etwa 20 km von der größeren Stadt Bristol entfernt. Sie ist berühmt für ihre römischen Bäder, welche ab dem Jahr 43 n. Chr. von den damals hier lebenden Römern aus den warmen Quellen entwickelt wurden. Es sind die einzigen heißen Quellen in England und der Überlieferung nach schon in vorrömischer Zeit bekannt gewesen. Seit der Zeit Elisabeth I. entwickelte sich Bath immer mehr zum Kurort der wohlhabenden Bevölkerung. Daraus resultierend befinden sich noch viele Gebäude, insbesondere aus der georgianischen Epoche in der Stadt. Eines der bekanntesten Bauwerke aus dieser Zeit ist der Royal Crescent. Bath ist von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft. In dem gesamten Regierungsbezirk Bath and North East Somerset lebten 2001 knapp 170.000 Menschen, in der Stadt selbst leben etwa 86.000 Menschen, die sich selber "Bathonians" nennen. Bath ist Universitätsstadt.
Der durch Bath fließende Fluss Avon verbindet die Stadt mit Bristol und dem Meer. Der Fluss ist schiffbar durch Schleusen und kann mit kleinen Booten befahren werden. Es besteht auch ein Wasserweg, der die Stadt mit der Themse und London verbindet, der Kennet und Avon Kanal. Der Kanal war viele Jahre geschlossen, wurde aber gegen Ende des letzten Jahrhunderts restauriert und kann jetzt wieder mit kleinen Booten befahren werden, die sich zur Touristenattraktion entwickelt haben. In früheren Jahren war der Kanal ein wichtiger Wasserweg nach London. Der Avon verursachte in früheren Jahren oft Überschwemmungen im Stadtgebiet. Hochwasserschutzmaßnahmen in den 1970er Jahren schafften schließlich Abhilfe.
Bath liegt am südlichen Ende der Cotswolds im Tal des Flusses Avon. Die Cotswolds sind als eine Hügelkette von landschaftlicher Schönheit bekannt. Die Hügel, die die Stadt umgeben sind an der höchsten Stelle, dem Landsdown Plateau, 238m hoch. Diese Hügel, die die gesamte Stadt umgeben, sorgen auch für die steilen Straßen und den optischen Eindruck, daß die Häuser praktisch die Anhöhe hinaufklettern.
Ihre Gründung hat die Stadt ihren Thermalquellen zu verdanken. Die Hauptquelle war bereits den Kelten bekannt, die sie der Göttin Sulis geweiht hatten. Nachdem die Römer die britische Insel im Jahr 43 erobert hatten, interessierten sie sich bald auch für diesen Ort und begannen, hier Badeanlagen nach römischem Vorbild zu errichten (Thermen) sowie weitere Gebäude. Sie nannten den Ort Aquae Sulis (dt. die Wasser der Sulis), interpretierten Sulis jedoch als Minerva.
577 eroberten die Angelsachsen den Ort. Sie gaben ihm u.a. den Namen Hat Batha (Hot Baths, dt. heiße Bäder), worauf der heutige Name zurückgeht. Mit dem Abzug der Römer und dem schwindenden Einfluss des römischen Reiches begann der Untergang der Badekultur und der Bäder, auch in Bath. Sie versanken buchstäblich im Schlamm und wurden erst im 19. Jahrhundert zufällig wiederentdeckt. Um 755 wurde in der Nähe der römischen Überreste das Kloster St. Peter gegründet, das später zum Benediktinerorden gehörte. Als erster König von England wird Edgar 973 in der Abteikirche von Bath gekrönt.
1066 folgt die Eroberung durch die Normannen. Johann von Tours wird Bischof von Bath, eingesetzt von Wilhelm II.. Er ließ anstelle der Abtei eine normannische Kathedrale erbauen, außerdem drei große Bäder: das King's Bath, das Cross Bath und das Hot Bath. Die Bäder unterstanden dem Bischof und erlangten bald in ganz England den Ruf, heilend zu sein. 1180 wurde ein Hospital unter Leitung des Klosters gegründet. Im Mittelalter entwickelte Bath sich aber vor allem zu einem Zentrum der Tuchweberei. Unter Heinrich IV. verfiel die Stadt dann erneut inklusive der Bäder.
Erst nach einem Besuch von Königin Elisabeth I. im Jahr 1574 begann ein erneuter Aufschwung, der mit der wachsenden Popularität von Heilwasser zusammenhing. Es war die Zeit ausgiebiger Badekuren, und Bath verfügte nun über fünf größere Bäder, die von Quellen gespeist wurden. Im 16. und 17. Jahrhundert kamen Adlige und sogar Monarchen zur Kur hierher und machten den Ort bekannt. Die englische Königin war 1702 zu Gast. Der steile Aufstieg als mondänes Kurbad von Weltruf begann. Um 1800 war die Bevölkerung dank der Kur auf 34.000 Menschen angewachsen; Bath war damit die achtgrößte Stadt Englands. Die Entwicklung der Stadt wurde Anfang des 18. Jahrhunderts sehr stark von Richard "Beau" Nash (1674-1761) geprägt, der den Ehrentitel "König von Bath" trug. Er bemühte sich um ein mondänes Image des Kurbads, sorgte für ein umfangreiches Vergnügungsangebot während der Saison und nahm Einfluss auf die Stadtplanung.
Im 19. Jahrhundert wurde Bath in seiner Bedeutung als Kurort allerdings von anderen europäischen Bädern überflügelt, und die Blütezeit war vorbei. Allerdings wurden 1889 King's and Queen's Bath restauriert und neu errichtet, und im Zuge dieser Bauarbeiten stieß man auf das alte römische Bad, das weitgehend erhalten war.
Im April 1942 wurde Bath während des Zweiten Weltkriegs von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Bei den Angriffen wurden etwa 19.000 Häuser zerstört oder beschädigt, rund 400 Menschen kamen ums Leben.
Seit 1987 gehört Bath zum Weltkulturerbe der Unesco. Im Jahr 2005 wurde als neue Attraktion der große Bäderkomplex Thermae Bath Spa mit mehreren Bädern sowie Wellness- und Beautybereich eröffnet.
Der Kuraufenthalt in Bath wurde fast ausschließlich durch das gesellschaftliche Leben und weniger durch medizinische Aspekte bestimmt. Entsprechend bescheiden sind die Thermalbäder des 18. Jahrhunderts, die sich zwar, wie das Hot Bath von 1775 durch eine raffinierte Grundrissgestalt, vor allem aber durch bescheidene Dimensionen auszeichnen. Dass der Trinkkur eine größere Bedeutung beigemessen wurde, verdeutlicht der Great Pump Room, 1786 bis 1796 von Thomas Baldwin und John Palmer als repräsentative Trinkhalle errichtet. Bath.jpg
Die typischen Einrichtungen von Bath sind zum Teil den Metropolen entlehnt und machten den Kurort auf diese Weise zum Brennpunkt eines neuen Freizeitvergnügens. Die neuen Formen des gesellschaftlichen Lebens verbanden sich mit Promenaden, Ballhäusern, Konzerthallen, Theater und Kaffeehäusern. Viele Besucher kamen nur für ein langes Wochenende, was den Ausbau der Verkehrswege, insbesondere nach London, förderte.
Auffällig sind vor allem die urbanen Strukturen der vom Palladianismus geprägten Architektur in Bath. Typisch ist auch die Übernahme von Symbolen aristokratischer Architektur durch das aufsteigende Bürgertum.
Von 1766 bis 1782 wirkte der deutsche Komponist, Musiker und Astronom Friedrich Wilhelm Herschel als Organist an der Oktagon-Kapelle in Bath. Er bereicherte das Konzertleben durch zahlreiche Konzerte, auf denen auch oft Herschels eigene Kompositionen gespielt wurden. Seit 1772 begann Herschel, sich mehr und mehr für Astronomie zu interessieren. Als ihm die herkömmlichen Instrumente nicht mehr ausreichten, baute er selbst Spiegelteleskope, worin er es zu beachtlichem Geschick brachte. Er goß und polierte die (Metall-)Spiegel sogar selbst. Am 13. März 1781 entdeckte Herschel im Garten seines Hauses in der New King Street Nr. 19 in Bath mit einem selbstgebauten Teleskop den Planeten Uranus. Dies war die erste Entdeckung eines Planeten seit dem Altertum. Zu Herschels Zeit dachte man eigentlich, es gebe am Himmel nichts mehr zu entdecken. Dementsprechend war die Entdeckung des neuen Planeten eine wissenschaftliche Sensation, die den Amateurastronomen Herschel mit einem Schlag in ganz Europa bekannt machte. Im Jahr 1782 nahm Herschel ein Angebot des englischen Königs Georg III. an, sein Hofastronom zu werden. Obwohl das Angebot finanziell für Herschel nicht sehr attraktiv war, nahm Herschel es an, da er die Chance sah, sich von nun an ganz der Astronomie widmen zu können. Später war Herschel noch einige Male für Kuraufenthalte in Bath.
Andere Parks in Bath sind: Alexandra Park, auf einem Hügel über der Stadt gelegen; Parade Gardens, am Flussufer in der Nähe der Bath Abbey unweit des Zentrums; Sydney Gardens, der im 18. Jahrhundert als Lustgarten bekannt war; Henrietta Park; Hedgemead Park; und Alice Park. Jane Austen schrieb über Sydney Gardens, dass „es schön wäre in den Sydney Gardens zu sein. Wir könnten jeden Tag ins Labyrinth gehen.“ Alexandra, Alice und Henrietta Parks wurden als Grünanlagen direkt in die Siedlungen gebaut.
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