Busch Stadium St. Luis (Baseball).jpg in St. Louis]] Baseball ist eine Ball- und Mannschaftssportart US-amerikanischer Herkunft. Sie gilt dort als die traditionsreichste Sportart, ist aber mittlerweile in der Beliebtheit von American Football überholt worden. Baseball wird in über 100 Ländern betrieben, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Das deutsche Brennball ist eine stark vereinfachte Variante von Baseball und kann als Ausgangspunkt für das Verständnis des Baseballs dienen.
Baseball wird von zwei Teams zu je neun Spielern gespielt. Das Ziel des Spiels ist es, mehr Runs (Punkte) zu erzielen als der Gegner. Mehrfach abwechselnd hat ein Team das Schlagrecht (Offense) und kann Punkte erzielen, während das andere (Defense) das Feld verteidigen und den Ball unter Kontrolle halten muss. Die Spieler der Offense versuchen, den von der Defense geworfenen Ball zu schlagen und anschließend gegen den Uhrzeigersinn den nächsten sicheren Standpunkt (Base) zu erreichen. Wenn die Spieler der Defense den Ball schnell unter Kontrolle bringen, können sie dies verhindern. Wenn ein Spieler der Offense den Ball nicht trifft oder sich nicht auf einer Base befindet, kann er durch Berührung mit dem Ball aus dem Spiel genommen werden (out).
Ein Run wird erzielt, wenn ein Spieler der Offense seinen Ausgangsstandpunkt (Home Plate) wieder erreicht hat. Wenn vom Team der Offense drei Spieler out sind wechseln beide Mannschaften.
Die meisten Aktionen finden im Infield statt (in der Zeichnung braun), einem Quadrat in der Spitze des Viertelkreises von 90 Fuß (etwa 27 m) Kantenlänge, dessen Ecken durch die drei Bases und die Home Plate markiert sind. Der Rest des Fair Territories heißt Outfield (in der Zeichnung grün dargestellt). Die Amerikaner nennen das Spielfeld wegen der Rautenform des Infields auch gerne Diamond.
Ein Spiel besteht im Regelfall aus neun solcher Innings. Führt die Heimmannschaft am Ende des achten Innings, und erzielen die Gäste in ihrem Teil des neunten keinen Run mehr, so wird auf das zweite Halbinning verzichtet und das Spiel ist entschieden.
In deutschen Ligen werden teilweise auch Double Header gespielt, also zwei Spiele hintereinander (2×5, 2×7, 1×7 und 1×9 Innings sind in Deutschland üblich). Dadurch soll die Zahl der Spiele pro Saison erhöht werden. Ein Unentschieden gibt es nicht. Steht es nach der festgelegten Zahl von Innings unentschieden, so wird jeweils so lange um ein weiteres Inning verlängert (Extra Inning) bis eine Mannschaft gewinnt.
Für einen Strike muss der Ball allerdings nicht völlig verfehlt werden. Wenn der Batter den Ball gerade noch eben – meist von unten – leicht trifft und dieser dann weit nach hinten ins Foul Territory (in die Tribüne) wegspringt, so ist auch dies ein Strike. So kann jedoch kein Strikeout erzielt werden. Der dritte Strike muss immer ein volles Verfehlen des Balls durch den Batter sein.
Trifft der Pitcher nicht in die Strike Zone, so ist dies ein Ball (englische Aussprache). Hat allerdings der Batter nach einem solchen Ball geschlagen und diesen nicht getroffen, so geht das als Strike zu seinem Nachteil, obwohl die Strike Zone verfehlt war. Sieht der Batter indessen noch rechtzeitig, dass der Ball zu hoch oder sonst kein Strike sein wird, und hält mit dem Schwung ein (Checked Swing), so bleibt der Wurf ein Ball.
Die Kunst des Pitchers besteht andererseits in großem Maße darin, den Bällen einen Effet mitzugeben, z.B. sie so drehen oder überraschend abwärts fliegen zu lassen (Slider, Sinking Ball, Changeup etc.), dass die Einschätzung des Batters fehl geht. So erlebt man es häufig, dass der Batter seine Schlagbewegung anhält, um dann vom Schiedsrichter (Umpire) belehrt zu werden, dass er einen Strike hat passieren lassen.
Unterlaufen dem Pitcher gegen einen Batter vier Balls, so darf dieser auf die erste Base vorrücken. Das nennt man gemeinhin Walk (regelkorrekt: Base on balls), weil der Batter in diesem Fall nicht riskiert, ausgeworfen zu werden und in aller Ruhe zur ersten Base „spazieren“ kann. Sollte auf dieser Base schon ein Runner stehen, so darf dieser auf die zweite Base vorrücken, da auf jeder Base jeweils nur ein Spieler stehen darf. Sind alle Bases besetzt (Bases loaded), dann kostet ein Walk zugleich einen Punkt (Run), da alle Runner eine Base weiterrücken, der Spieler auf dem dritten Base also die Home Plate erreicht und somit einen Run erzielt.
Der Walk wird nicht selten auch bewusst (siehe Strategie) eingesetzt, wenn man gegen einen als hochklassig bekannten Batter – mit hohem Trefferdurchschnitt (Batting Average) und vielleicht Dutzenden von in der Saison schon geschlagenen Home Runs – lieber nicht pitchen möchte; dies erst recht dann, wenn schon Bases besetzt sind und es zu mehreren Runs kommen könnte. Auf Zeichen seines Trainers (Manager) stellt sich der Catcher dann einen Meter neben die Home Plate und fängt dort mit ausgestrecktem Arm vier vom Pitcher bewusst an der Homeplate vorbei geworfene Bälle.
Wird sein geschlagener Ball (Fly Ball) von einem Feldspieler direkt aus der Luft gefangen, ist der Schlagmann selbst sofort out (Fly Out). Andere Runner auf dem Feld, die bereits vor dem Fly Out ihre Base verlassen hatten, müssen zu dieser zurückkehren und dürfen diese erst verlassen und zur nächsten Base laufen, sobald der Ball im Handschuh des Feldspielers gelandet ist. Erreichen sie dann noch die nächste Base, nennt man den (gefangenen) Flugball Sacrifice Fly, weil durch den "Verlust" des Schlagmanns der Mitspieler vorwärts kam und vielleicht sogar einen Run erzielen konnte.
Das out kann auch erzielt werden, wenn der mit dem Schläger nur gestreifte Ball steil hoch und dann hinter die Auslinie fliegt (foul pop). Der Ball ist dann im Foul Territory und etwaige Runner dürfen nicht weiterlaufen, die Verteidigung – meist der Catcher – darf den Ball jedoch dort fangen und damit das Out machen. Dabei ist schon mancher Spieler, der sich ganz lang machen wollte, über die Barriere am Spielfeldrand den Zuschauern vor die Füße gefallen.
Der neue Runner ist ebenfalls out, wenn ein Feldspieler den Ball vom Boden aufnimmt und zum ersten Baseman wirft – während dieser das erste Base berührt – bevor der Batter/Runner selbst dort ankommt (Force Out). Bei knappen Spielzügen entscheidet der Feldschiedsrichter (Field Umpire) zwischen safe oder out. Jeder Runner, der out ist, muss das Spielfeld verlassen und wieder auf der Spielerbank Platz nehmen, bis er wieder neu als Batter an die Reihe kommt.
Jeder Runner, der gerade kein Base berührt, ist auch out, wenn er von einem Feldspieler mit dem Ball selbst oder mit dem Handschuh berührt wird, in dem sich der Ball befindet (Tag Out). Das Abwerfen des Runners ist jedoch nicht erlaubt. Der Batter ist out, wenn er den Ball geschlagen hat, losläuft und auf dem Weg zur ersten Base im Fair Territory von dem geworfenen Ball getroffen wird. In diesem speziellen Fall muss der Schiedsrichter (Umpire) davon ausgehen, dass der aktuelle Batter absichtlich links der Foul Line gelaufen ist (obwohl er rechts davon laufen MUSS), um einen guten Wurf eines Feldspielers bzw. das Fangen des Balles für den angespielten Feldspieler durch das Blockieren der Sicht unmöglich zu machen. Wird ein Runner von einem geschlagenen Ball im Fair Territory getroffen, den vorher kein Feldspieler aufgenommen hat, ist er out.
Ein Runner ist safe, wenn er eine Base erreicht, bevor die Feldmannschaft den Ball dorthin bringen kann. Er kann jederzeit versuchen, auch zwei oder drei Bases auf einmal weiter zu laufen, es darf sich allerdings höchstens ein Runner auf jedem Base befinden.
Schafft es der Batter durch seinen eigenen Schlag auf das erste Base, hat er ein Single erzielt. Schafft er es zur zweiten oder dritten Base, erzielt er entsprechend ein Double beziehungsweise Triple. Ein Runner bleibt an einer Base, die er safe erreicht hat, bis ein neuer Batter zum Duell gegen den Pitcher antritt. Durch dessen Schlag können alle Runner dann weiter vorrücken oder sogar einen Run erzielen, in dem sie wieder sicher am Home Plate ankommen. Schlägt ein Batter den Ball über den Außenzaun hinweg, so nennt man das einen Home Run. Der Batter und alle eventuell sich gerade auf den Bases befindendlichen Runner dürfen die Bases in aller Ruhe ablaufen und je einen Run erzielen. Ein Schlagmann kann folglich mit einem Home Run maximal vier Punkte für seine Mannschaft verbuchen, nämlich für die Runner auf dem ersten, zweiten und dritten Base und für sich selber. Diese Maximalausbeute hat den Namen Grand Slam Homerun.
Ein Home Run ist auch dann möglich, wenn der Ball das Feld nicht verlässt (ein sog. inside the park homerun). Dieser Fall ist jedoch sehr selten, weil dazu einerseits ein Batter der läuferischen Spitzenklasse (der auch ein exzellenter Kurzstreckler wäre) und zudem ein Hit nötig ist, bei dem sich der Ball extrem schwer unter Kontrolle bringen lässt. Meist sind dies Bälle in die wirklich hinterste Ecke des Feldes, nicht zuletzt solche, die erst nach dem Aufschlagen ins Foul Territory rollen und damit der Regel nach alive, also noch im Spiel und nicht foul, sind. Oft wirken dabei auch besondere für die Verteidigung unglückliche Umstände mit, etwa ein Verspringen des Balles in eine nicht zu erwartende Richtung.
Allerdings ist nicht jeder Ball, der im Feld landet, damit auch schon ein Hit, auch wenn der Batter die erste Base erreicht. Wäre der Schlag für die Verteidigung leicht abzufangen gewesen, so spricht man von einem error (leichter Fehler), etwa wenn ein nicht sonderlich hart geschlagener Ball direkt auf einen Verteidiger (Fielder) zufliegt und dieser ihn dennoch nicht fängt. Ob ein Error – also kein Hit – vorliegt, entscheidet übrigens keiner der Schiedsrichter (Umpire), sondern ein dafür bestellter Spielschreiber (Official Scorer). Es sollen nicht selten schon Spieler recht unglücklich mit dessen Entscheidung gewesen sein, gehen Errors doch zu Lasten ihrer Schlagstatistik (Batting Average).
Nicht zuletzt deshalb ist ein guter Catcher für eine erfolgreiche Defense von großer Bedeutung, denn er muss mögliche Spielzüge im Voraus erkennen und entscheiden, wohin der Ball am Besten gespielt werden sollte, falls mehrere Gegner auf den Bases sind. Er muss erkennen, wo am leichtesten ein Out zu machen ist oder aber wo dies gerade am dringendsten benötigt wird. Natürlich muss er den Ball dann auch schnell und präzise dorthin werfen. Erfüllt er seine Aufgabe, so ist es durchaus möglich, mehrere Runner in einem Spielzug out zu machen (Double Play oder, sehr selten, Triple Play).
Als taktisches Mittel ist Base Stealing vor allem bei einem knappen Spielstand, besonders bei Gleichstand, interessant; dies zumal in den späten Innings, weil so durchaus ein Spiel gewonnen werden kann, etwa wenn der stärkere Teil des eigenen Batting Order noch folgt und man hoffen darf, ein Batter werde für einen guten Hit sorgen können. Schafft es der Runner auf diese Weise etwa von der zweiten auf die dritte Base, dann kann durchaus ein folgender langer Single genügen, um das Spiel zu gewinnen.
Die Nummer, die jeder Position zugeordnet ist, dient hauptsächlich der statistischen Erfassung der Spielzüge. Hierzu zwei Beispiele:
Auf Grund der vielen zu treffenden Tatsachenentscheidungen einerseits und des sehr umfangreichen Regelwerkes mit unzähligen Sonderregelungen andererseits werden Umpire häufig in Diskussionen verwickelt. Dies ist zwar auch bei vielen anderen Sportarten an der Tagesordnung, allerdings kann man (selbstverständlich nur in unteren Ligen) beim Baseball mitunter ein kurioses Treiben erleben. Während man beispielsweise beim Fußball grundsätzlich die Proteste der Spieler und Trainer gegen vermeintliche Fehlentscheidungen damit abtut, dass der Mann in Schwarz seine Entscheidung ohnehin nicht zurückziehen wird, kann es beim Baseball ganz anders kommen. Bei Protesten kann es passieren, dass die Trainer der Teams zusammen mit den Umpiren und evtl. auch dem Scorer minutenlang, möglicherweise auch unter Zuhilfenahme des Regelbuches, über die vergangene Spielsituation „verhandeln“ und am Ende vom Umpire in Chief (oder auch Crew Chief) eine andere als die ursprüngliche Entscheidung getroffen wird.
Nicht zuletzt wegen dieser Härte des Balls kommt es manchmal zu – oft handgreiflichen – Kontroversen (Brawls), wenn ein vom Pitcher geworfener Ball den Batter am Körper oder gar an Hals oder Kopf trifft (Brushoff Pitch). Da man jedem Pitcher so viel Präzision zutraut, dass er dies vermeiden kann, unterstellen die Gegner in solchen Fällen schnell Absicht (etwa Revanche wegen eines vom Pitcher gesehenen unfairen Verhaltens des Batters).
Die Bälle gelten als begehrte Sammelstücke bei Fans auf der ganzen Welt.
Der Schlagmann trägt gewöhnlich ein Paar dünne Lederhandschuhe, um Blasen an den Fingern zu vermeiden und einen besseren Griff zu haben. Manche Schlagmänner benutzen auch nur einen oder gar keinen Schlaghandschuh.
Der hinter ihm in der Hocke sitzende Plate Umpire ist ähnlich geschützt, trägt aber keinen Handschuh. Außerdem wird die Schutzbekleidung vom Plate Umpire unter der Kleidung getragen.
Das Spielfeld beim Softball ist ungefähr 1/3 kleiner als beim Baseball, ebenso sind die Bases nur 60 Fuß (etwa 18 m) voneinander entfernt. Die Schläger sind meistens etwas dünner und leichter.
Der Name des Spiels ist irreführend: Der Ball selbst ist größer als ein Baseball, ist aber genauso hart. Er kann nur wegen seiner Größe nicht ganz so hart geworfen und geschlagen werden.
In den USA wird freizeitmäßig von Erwachsenen vorwiegend Softball gespielt, Baseball dagegen von Profis und an Schulen. In Deutschland spielen Herren Baseball und Damen Softball.
Es gibt zwei Versionen von Softball, Fastpitch Softball und Slowpitch Softball.
Solange man in den USA für die Tabelle weiter nur die reine Zahl der Spiele (gewonnen/verloren) zählt, mag es einen gewissen Sinn haben, immer eine Entscheidung zu suchen. Dennoch ist es aber schon mehrfach vorgekommen, dass es zum Saisonende Gleichstand zwischen zwei Clubs gab und dann noch ein One Game Playoff (Entscheidungsspiel) ausgetragen werden musste.
Bei der im US-Baseball enorm aufwendig geführten Statistik (Hits, Runs, Home Runs, Stolen Bases bzw. beim Pitching Strikeouts und Walks, um nur einen Teil zu nennen) erschiene ein Gleichstand in der Schlusstabelle absolut undenkbar, würde man all dies werten, zumal bei der für europäische Verhältnisse geradezu astronomischen Zahl von mehr als 160 Spielen pro Saison. Auch so gesehen gibt es keinen wirklich guten Grund, Baseballspiele immer entscheiden zu müssen. Ausnahmen hiervon stellen natürlich die Meisterschaftsrunde und das All Star Game dar.
In Deutschland gibt es „Gnadenregeln“ (Mercy Rules), nach denen bei deutlichem Vorsprung einer Mannschaft das Spiel vorzeitig beendet werden kann. Auch können die Landesverbände in den Ligen unterhalb der Verbandsliga die Spieldauer begrenzen – aber auch in diesem Fall muss bei Spielende ein Sieger feststehen.
Typische Mittel dieser Art sind etwa das Einwechseln eines anderen Pitchers, wenn ein bestimmter Batter an den Schlag kommt – z. B. die Einwechslung eines linkshändigen Pitchers gegen einen linkshändigen Batter – oder in der Offensive das Einwechseln eines Ersatzmannes als Batter (Pinch Hitter). Auch ein anderer (schnellerer) Läufer (Pinch Runner) ist oft erwünscht, etwa bei einem knappen Spielstand, um den entscheidenden Run zu machen.
Hierhin gehört auch das bewusste Werfen von vier Balls durch den Pitcher (ein sogenannter Intentional Walk, da der Runner unbehindert auf das erste Base laufen darf), um nicht gegen einen bekannten Power Hitter pitchen zu müssen; dies vor allem, wenn Bases schon von gegnerischen Spielern besetzt sind und ein guter Hit mehr als einen Run einbringen bzw. kosten kann.
Ein sehr beliebtes Mittel klassischer Spieltaktik ist auch der Bunt. Dies ist – fast nur – ein „Wegschieben“ des Balls, wobei der Batter blitzschnell die typische Schlaghaltung aufgibt und den Schläger in eine schwer zu beschreibende Schräghaltung bringt, um den Ball fast nur „abtropfen“ zu lassen. Der Ball bleibt dabei meist im Infield.
Zum Thema Taktik gehört es andererseits auch, dass die Gegner in solchen Situationen, die nach einem Bunt-Versuch „riechen“, meist sehr eng zum Infield hin aufrücken, um für den Ballwurf kurze Wege zu haben.
Ziel des Bunt als Spielzug ist es, in knappen Situationen (etwa Gleichstand im achten oder neunten Inning) mit allen Mitteln einen Run zu erzielen oder wenigstens wesentlich vorzubereiten. Mit dem Bunt geht es vor allem darum, den Ball an eine Stelle zu befördern, wo es für die Gegner gerade lange genug dauert, ihn aufzunehmen und gegebenenfalls weiterzugeben, damit der/die eigenen Runner eine Base aufrücken können.
Sehr häufig ist dabei der Sacrifice Bunt, weil der Batter zwar wie üblich versucht, die erste Base zu erreichen, was ihm bei dem eben typischerweise kurz angelegten Ball oft nicht gelingt, da dieser doch recht schnell dorthin kommt und so dort ein out gemacht werden kann. Hat einer seiner Mitspieler unterdessen als Runner die nächste Base besetzt, ist der Zweck des Sacrifice erreicht. Der Batter hat sich also für die bessere Position seiner Mannschaftskameraden „geopfert“.
In manchen Fällen wird der Suicide Squeeze angewandt. Dies bedeutet, dass der Läufer von der dritten Base mit der Pitchbewegung in Richtung Homeplate losläuft – also noch bevor der Ball die Wurfhand des Pitchers verlassen hat. Der Batter muss nun mit aller Gewalt versuchen, den Ball ins Feld zu befördern, damit der Run zählt. In den meisten Fällen versucht der Batter den Ball zu bunten. Gelingt dem Batter nicht den Ball ins Feld zu befördern, hat man in einer „Selbstmordaktion“ gewissermaßen seinen Runner geopfert, da der Catcher nun einfach den Runner mit dem Ball berühren muss, bevor dieser die Homeplate erreicht.
Daraus resultiert auch die Möglichkeit, statistische Mittel auf die Bewertung der Leistungsfähigkeit eines Spielers oder einer Mannschaft anzuwenden. Der Schlagdurchschnitt (Batting Average) entspricht der Zahl der geglückten Schläge (Base Hits) dividiert durch die Zahl der Schlagversuche (At Bats). Er gilt bei ausreichend großer Anzahl von Messungen als halbwegs aussagekräftiger Parameter zur Fähigkeit eines Batters. Neben diesen traditionellen, eher intuitiven Statistiken, versucht die moderne Denkschule der Sabermetrics stärker für Sieg oder Niederlage aussagekräftige Statistiken durch mathematische Analysen zu begründen.
Hierzu zwei typische Szenarien:
Man kann sich leicht vorstellen, dass bei beiden Situationen das Verhalten der Spieler nicht immer einfach zwischen fairem und übertriebenem Einsatz oder sogar bewusstem Attackieren zu beurteilen ist.
Bei grob regelwidrigem Verhalten kann ein Spieler vom Feld gestellt werden (Ejection). Die Umpire können auch Pitcher des Feldes verweisen, die entweder ihrer Ansicht nach absichtlich oder im Laufe des Spiels häufiger Batter abgeworfen haben.
Der Ball ist zugleich aber auch das Mittel der Offensive, um Runs zu erzielen, indem sie versucht, diesen innerhalb des Fair Territory so weit oder so unzugänglich wie möglich weg zu schlagen, dass die Verteidigung ein maximales Maß an Mühe hat, diesen – gegebenenfalls durch Weitergabe unter den Verteidigern (Relay Throw) – in Richtung Infield zurückzubefördern, um den Angreifern so möglichst viel Zeit zum Ablaufen der Bases zu geben.
Wird ein Läufer zwischen den Bases mit dem Ball berührt, ist er out und kann keinen Punkt erzielen. Ein ähnliches Prinzip liegt auch den Sportarten Cricket und Brennball zugrunde.
In Kalifornien gibt es seit gut zehn Jahren eine Gesetzgebung unter dem Motto „three strikes, you're out“, die den Richtern bei jedem gerade zum dritten Mal straffällig gewordenen Täter die Verhängung von Freiheitsstrafe zwingend vorschreibt.
Baseball hatte in den USA bis in die 1970er Jahre eine so hohe Popularität gegenüber American Football und Basketball, dass mit den generischen Begriffen Ballplayer, Ballgame und Ballpark auch heute noch ein Baseballspieler, ein Baseballspiel bzw. ein Baseballstadion bezeichnet wird.
Heute sind knapp 30.000 Spieler in Deutschland aktiv.
Der Deutsche Baseball und Softball Verband e.V. organisiert mit seinen Landesverbänden den Spielbetrieb in verschiedenen Ligen:
Baseball Herren:
Softball Damen:
In Europa wird mit dem hierzulande im Sportbetrieb allgemein üblichen Auf- und Abstieg gespielt, während dieses in den USA praktisch unbekannt ist.
Hinzu kommen Nachwuchsligen in den Altersklassen Kinder (4–8 Jahre), Schüler (9–12 Jahre), Jugend (13–15 Jahre) und Junioren (16–18 Jahre).
Parallel zu dem Ligabetrieb findet der Betrieb des DBV-Pokals statt. In diesem im K.O.-System ausgetragenen Wettbewerb wird der Pokalsieger ermittelt. Qualifiziert sind jeweils die Gewinner der Pokalwettbewerbe der Landesverbände.
Die Austrian Baseball Federation (ABF) organisiert mit seinen Landesverbänden den Spielbetrieb in verschiedenen Ligen:
Baseball Herren:
Softball Damen:
Hinzu kommen noch diverse Nachwuchsligen in den Altersklassen Jugend (13–15 Jahre), Schüler (11–12 Jahre) und Kinder (7–10 Jahre), sowie die Österreichischen Nachwuchsmeisterschaften (Junioren, Jugend, Schüler, Kinder).
In Japan ist Baseball nicht etwa erst seit 1945 (Kriegsniederlage gegen die USA und Besetzung des Landes) populär, sondern geht in seinen Anfängen fast auf die gleiche Zeit Ende des 19. Jahrhunderts zurück, als dieser Sport sich auch in den USA etablierte.
In den USA selbst hat der einst alles beherrschende Baseball nach dem Zweiten Weltkrieg allmählich immer mehr Zuschauer an American Football und in den letzten Jahrzehnten auch an Basketball verloren. Die durch wiederholte Streiks erkämpften extremen Spielergehälter sowie undurchsichtige Deals und Ligaumstrukturierungen der Klubbesitzer haben dem Ansehen des Baseballs in den 1990er Jahren sehr geschadet. Der Sport hat aber immer noch eine große und treue Fanbasis und eine tiefe Verankerung in der US-amerikanischen Kultur. Das gemeinsame Baseballspielen oder -schauen gilt weithin immer noch als das Vater-Sohn-Erlebnis schlechthin.
Ein Vorteil des Baseballs ist, dass die Anzahl der Spiele einer Baseball-Mannschaft pro Saison sehr viel höher ist als in anderen Sportarten (162 Spiele in der regulären Saison), sodass die Eintrittspreise gewöhnlich niedriger angesetzt werden können und auch Fans aus den unteren Einkommensklassen ab und zu ins Stadion kommen können.
Die bekanntesten Profiligen in den USA werden von der Major League Baseball, kurz MLB, organisiert. Unterhalb dieser Ligen befinden sich die Minor Leagues, ebenfalls Profiligen, deren Teams meist mit je einem Major-League-Team eng assoziiert sind und ihnen als Talentpool dienen. Daneben gibt es noch unabhängige Ligen, in denen professionell Baseball gespielt wird. Meistens spielen dort Profis, die in einem MLB-Team keinen Vertrag mehr bekommen oder aus den Minor Leagues entlassen wurden. Die meisten US-Spieler in Deutschland kommen ebenfalls aus diesem Pool.
Ähnlich wie bei anderen Sportarten in den USA wird Amateur-Baseball hauptsächlich von Schulen und Universitäten betrieben. Die Universitäten spielen im traditionellen „Arbeitersport“ Baseball aber seit dem Ersten Weltkrieg eine viel geringere Rolle als in den einst „elitären“ Sportarten Football und Basketball. Oft werden die besten High-School-Spieler direkt von den professionellen Teams verpflichtet, was die Qualität der College-Ligen beeinträchtigt. Während der letzten Jahre ist jedoch ein gegenteiliger Trend zu beobachten. Geführt von den Oakland Athletics und den Boston Red Sox gehen immer mehr Vereine dazu über, College-Spieler den High School-Spielern vorzuziehen. Hauptkritikpunkte am Collegelevel sind, dass man aus Kostengründen mit Aluminiumschlägern spielt und es eine einheitliche Regel zu Gunsten des Designated Hitters gibt.
Der Jugendbereich wird von mehreren Organisationen abgedeckt, die bekannteste ist die Little League. Hier spielen Jungen und Mädchen zwischen 5 und 18 Jahren in sechs Altersklassen Softball und Baseball. Dabei wird häufig mit angepassten Regeln gespielt, so etwa auf kleineren Feldern und mit weniger Körperkontakt.
So entschied das IOC am 8. Juli 2005, dass Baseball und auch Softball zwar weiterhin gemäß Artikel 46 der Olympischen Charta „olympische Sportart“ bleiben, aber 2012 in London nicht ausgetragen werden. Damit sind Baseball und Softball die ersten aus dem Programm gestrichenen Sportarten seit 1936, als Polo gestrichen wurde.
Diese Entscheidung war vor allem gedacht, um Platz zu schaffen für neue Sportarten (u. a. Rugby, Golf, Karate und Squash waren angedacht), allerdings fand dann keine dieser Sportarten die nötige Mehrheit. 2008 in Peking wird es aber noch ein olympisches Baseballturnier und ein Softballturnier geben, und bei der IOC-Sitzung 2009 wird entschieden, ob es 2016 wieder eine Olympiateilnahme geben wird.
Von 3. bis 20. März 2006 fand in Tokio (Japan), San Juan (Puerto Rico), Orlando, Phoenix, Anaheim und San Diego (USA) das so genannte 2006 World Baseball Classic statt, aus dem die Mannschaft Japans als Sieger hervorging. Die zweite Veranstaltung dieser Art ist für 2009 geplant.
Dies ist nur eine Zusammenfassung der historischen Entwicklung des Baseball. Eine detaillierte Beschreibung findet sich im Artikel Geschichte des Baseball.
Das erste Baseballspiel auf deutschem Boden fand bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin statt. Damals verfolgte die größte und bis jetzt nicht einmal mehr annähernd erreichte Rekordkulisse von mehr als 100.000 Zuschauern ein Demonstrationsspiel zwischen zwei US-Teams im Berliner Olympiastadion.
Begünstigt durch die Anwesenheit US-amerikanischer Truppen in Deutschland entwickelte sich in den 1950er Jahren eine deutsche Baseball-Gemeinde. In den Jahren nach 1968 kam der Baseballsport in Deutschland praktisch zum Erliegen, erst ab 1982 entwickelte sich der Sport rasant.
Der deutschen Nationalmannschaft gelang es zwischen 1989 und 2005 nicht, sich dauerhaft in der europäischen Elite festzusetzen: Sie pendelte mehrmals zwischen A- und B-Pool hin und her.
Ausnahme als Einzelspieler ist Mitch Franke aus Strausberg, der als einziger Deutscher einen MLB-Profivertrag bei den Milwaukee Brewers hat und momentan für deren Minor-League-Team, die Arizona Brewers in Tempe, Arizona spielt.
Am 5. Dezember 1980 wurde mit dem Challengers Baseball Club offiziell der erste Baseballverein in Zürich gegründet. Dessen Exponenten waren im folgenden Jahr auch an der Gründung des Schweizerischen Baseball und Softball Verbandes (SBSV) beteiligt. Die Challengers gewannen anlässlich der Premiere des nationalen Championats 1982 den Schweizer Meistertitel.
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