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Die GSM-Basisstation oder englisch Base Transceiver Station (BTS) (engl. für Basis Sende- und Empfangsstation, deutsch auch Mobilfunksender oder umgangssprachlich Handymast genannt) ist ein Netzelement im Base Station Subsystem des digitalen GSM-Mobilfunknetzes. Das Pendant zur BTS ist bei UMTS der Node B.
Die BTS versorgt unmittelbar eine Funkzelle. In der Praxis werden meist Basisstationen verwendet, die bis zu drei Funkzellen, also BTS', in sich vereinigen. Als Antennen werden deshalb meistens Sektorantennen benutzt, die gezielt beispielsweise einen 120° breiten Bereich, den sogenannten Sektor, versorgen.
Die Größe der Zellen kann systembedingt maximal 35 Kilometer betragen. Die Sendeleistung liegt zwischen 2,5 und 320 Watt. In jeder Funkzelle können, je nach Ausbau und Hersteller der Basisstation, bis zu 48 Frequenzen genutzt werden. Die Basisstation dient hauptsächlich zur Übertragung für die Luftschnittstelle, die Steuerungs- und Überwachungsfunktionen werden weitgehend vom Base Station Controller (BSC) wahrgenommen.
Aufgaben
Zu den wesentlichen Aufgaben einer BTS gehören:
- Aktivierung und Deaktivierung der zugewiesenen Funkkanäle
- Verschlüsselung und Entschlüsselung
- Verbindungskontrolle
- Überwachung des Empfangspegels und der Empfangsqualität
- Einstellung der Sendeleistung
- Signalanpassung an die PCM-Schnittstelle, über die die Verbindung zur BSC erfolgt.
Standorte
Da in zellulären Mobilfunknetzen viele Sender für eine flächendeckende Versorgung benötigt werden, müssen viele Mobilfunksender an den unterschiedlichsten Standorten realisiert werden.
Mobilfunksender auf bestehenden Sendetürmen
Sofern möglich, können Mobilfunksendeeinrichtungen an bestehenden Sendetürmen und Sendemasten installiert werden. Prinzipiell können solche Einrichtungen auf allen Typen von Antennenträgern (auch auf gegen Erde isolierten,
selbststrahlenden Sendemasten, die während des Sendebetriebs unter hoher HF-Spannung stehen) montiert werden, doch wird man, aus wartungstechnischen Gründen, keine Mobilfunksendeantennen an gegen Erde isolierten Sendemasten montieren.
Je nach Bauart des Antennenträgers und verfügbaren Platz werden die Sendegeräte in einer vorhandenen Turmkanzel oder in einem Gebäude neben dem Turm untergebracht.
Mobilfunktürme
Häufig müssen für Mobilfunksender neue Funktürme errichtet werden. Diese sind als freistehende Konstruktion aus Stahlbetonfertigteilen oder auch als freistehende Stahlrohr- oder Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt.
Eine Realisierung als abgespannter Sendemast ist auch möglich, wird aber wegen des großen Platzbedarfs solcher Konstruktionen kaum durchgeführt. Mobilfunktürme sind im Regelfall zwischen 10 und 70 Meter hoch.
Größere Mobilfunktürme besitzen auch Plattformen für die Antennenanlagen und können ggf. anderweitig mitgenutzt werden.
Die Sendegeräte werden bei Mobilfunktürmen neben dem Turm aufgestellt oder in Containern und Häusern untergebracht.
Mikrozellen an Häuserwänden
Es kommt vor, das besonders in Innenstädten die Netzauslastung ziemlich hoch ist. Aus diesem Grund richten manche Netzbetreiber sogenannte
Mikrozellen ein. Diese haben eine sehr eingeschränkte Reichweite von selten mehr als 200 Metern. Sie dienen lediglich dazu, benachbarte Funkzellen zu entlasten.
Ein Beispiel für Mikrozellen ist das Einkaufszentrum "Sevens" in Düsseldorf. Hier befinden sich sogenannte Indoor-Mikrozellen. Sie versorgen den Innenbereich des Gebäudes.
U-Bahn Funkversorgung
Viele Netzanbieter wollen ihren Kunden auch eine unterirdische Netzversorgung in U-Bahnen bieten. Hier werden meist mehrere U-Bahn-Stationen mit jeweils mehreren Antennen zu einer BTS zusammengefaßt. Dies sind dann sogenannte Clusterzellen. Die Verbindung zwischen den einzelnen Bahnhöfen kann zum Beispiel per
Glasfaser realisiert werden. Bei größeren Strecken kommen hierbei sogenannte Remote-Units zum Einsatz. Diese Geräte sind vom Prinzip her vergleichbar mit Medienkopplern wie sie aus dem
Ethernet-Bereich bekannt sind. In eine Remote-Unit wird das Signal der BTS gespeist und dann (meist) über Glasfasern zu den Antennen geleitet.
Temporäre Sendemasten
Die meisten Netzanbieter richten auch für Großveranstaltungen, wie zum Beispiel den
Weltjugendtag 2005 (hier nur auf dem
Marienfeld bei Kerpen) oder das
Oktoberfest, zusätzliche Kanalkapazitäten durch Errichtung temporärer BTS ein.
Hier werden Stahlmasten aufgestellt, die sich meistens mehrere Netzanbieter teilen. Rechts ist der D2-Sendemast DXBY05 zu sehen, der mittem auf dem Feld stand.
Freileitungsmasten
Auch auf
Freileitungsmasten werden häufig Sendeeinrichtungen für den Mobilfunk installiert. Im Regelfall werden hierfür wegen der erforderlichen Höhe und aus statischen Gründen Maste von 380-kV-Leitungen verwendet, allerdings werden gelegentlich auch auf Masten von Freileitungen für 20 kV (Mittelspannung), 110 kV oder 220 kV Mobilfunkantennen installiert. Auch auf Masten von Bahnstromleitungen können Mobilfunksendeantennen montiert werden, doch dürfte dieses, wie auf anderen 110-kV-Hochspannungsleitungen eher selten erfolgen.
Im Regelfall wird bei Freileitungsmasten für Mobilfunkantennen unterhalb der Leiterseile eine Plattform mit den Antennen eingerichtet. Die Sendegeräte finden meist Platz in einem kleinen Häuschen unter dem Mast.
Gelegentlich werden Mobilfunkantennen auch auf der Mastspitze oberhalb der Leiterseile montiert, wofür ggf. auch eine kleine Plattform auf dem Mast installiert wird.
Der Betrieb der Hochspannungsleitung darf durch den Mobilfunksendebetrieb nicht behindert werden. In manchen Fällen werden auch einzelne Hochspannungsmaste stillgelegter Hochspannungsleitungen zu Mobilfunktürmen umfunktioniert, in dem man sie - im Unterschied zu den anderen Masten der Leitung - nicht abbaut.
Wassertürme
Auf der Spitze von
Wassertürmen können im Regelfall problemlos Sendeantennen für Mobilfunk installiert werden, oft werden diese aus Denkmalschutz oder ästhetischen Gründen verkleidet. Die Technikeinheit wird bei ausgedienten Wassertürmen im Inneren des Turms untergebracht.
Schornsteine
In Industriegebieten und an Stellen, wo sich selten hohe Häuser befinden, werden Mobilfunkstationen und deren Antennen gerne an vorhanden Schornsteinen angebracht. Häufig wird diese Möglichkeit von mehreren Mobilfunknetzbetreibern gleichzeitig genutzt, da es eine durchaus sehr kostspielige Variante ist. Vielfach muss der Schornstein komplett saniert werden, da er schon seit längerer Zeit nicht mehr genutzt wird. Wenn der Schornstein oben zugedeckelt wird, wandelt er sich in einen Mast um, der in den meisten Gemeinden genehmigungspflichtig ist.
Dächer von Gebäuden
Auf Flachdächern und auf Steildächern können Sendeantennen für den Mobilfunk installiert werden. Hierfür wird ein kleiner Stahlrohrmast - oft mit einer Steigleiter - auf das Dach gesetzt.
Als Gebäude für die Installation von Mobilfunkantennen kommen im Regelfall Kraftwerke, öffentliche Gebäude, Hochhäuser oder auch Feldscheunen zum Einsatz.
Eine Montage auf Gebäuden, die dem Denkmalschutz unterstehen, ist nur in Ausnahmefällen möglich. Mit entsprechender Verkleidung aus GFK (Glasfaser verstärktem Kunststoff) kann man die Masten und Mobilfunkantennen tarnen, meist wird dies als Schornstein ausgeführt, der sich in Farbe und Form der Schornsteine der Umgebung anpasst.
Straßenlampen
Gelegentlich werden auch auf
Straßenlampen Sendeantennen für den Mobilfunk installiert. Hierfür wird meist eine Antenne auf der Spitze derselben angebracht.
Kirchtürme
Auch
Kirchtürme können Sendeeinrichtungen für den Mobilfunk tragen. Da viele Kirchen unter Denkmalschutz stehen, müssen die entsprechenden Antennen oft unter dem Dach montiert werden, so dass das Vorhandensein von Mobilfunkeinrichtungen auf Kirchtürmen nicht in Erscheinung tritt.
Allerdings setzt diese Form der Montage ein Kirchendach voraus, welches möglichst frei von metallischen Teilen ist.
Sonstige Standorte
Manchmal werden Mobilfunkantennen auch an sehr ungewöhnlichen Standorten installiert. So wurden auch schon Mobilfunkantennen an Bäumen installiert. In Lichtenau gibt es auf dem Gelände der Firma LS telcom eine Base Transceiver Station, die wie ein Nadelbaum aussieht.
Kritik
In vielen Fällen wird auch Kritik an der hohen Anzahl der Masten laut, die sich einerseits auf das Bild der Masten in der Natur beziehen, andererseits an der Sendeleistung, die zu einem vermehrten
Elektrosmog führen soll.
Vielfach wird auch kritisiert, dass jeder Mobilfunkbetreiber seine eigenen Sendemasten aufstellt und keine Absprache zum Zusammenlegen mehrerer Sender auf einen Mast durchgeführt wird. Andererseits locken mögliche
Mieteinnahmen viele, die Erlaubnis auf ihrem Grund oder Haus Antennen montieren zu dürfen, zu geben. Dies führt oft zu Differenzen in der Bevölkerung.
Je nach Gesetzeslage, hat die Politik mehr oder weniger Rechte regulierend einzugereifen. In Österreich hat die Politik vom baulichen oder im Landschaftsschutz relativ wenig Eingriffsmöglichkeiten, deshalb hat das Land Niederösterreich eine so genannte Handymastensteuer ab 2006 beschlossen, dem sich auch andere Bundesländer Österreichs anschließen wollen.
Weblinks
Bild:D2 e57 a.jpg|Mobilfunksender an Straßenlaterne
Image:D2 585 a.JPG|Mobilfunksender an Hochspannungsmast
Image:D2 h19 h.jpg|versteckter Mobilfunksender...
Image:D2 h19 t.jpg|... im Dachstuhl einer Kirche
Image:Cellphone_relais_flaktower.jpg|Mobilfunkantennen am Gefechtsturm im Augarten (Wien)
Image:Dxby05-02-wjt2005.jpg|Sendemast auf dem WJT2005
Image:Rifu-26202-wxbh088.jpg|Richtfunkeinheit zur Kommunikation mit entfernten BTSen
Image:26202-wxbh088.jpg|Gesamtansicht der BTS-Schränke (WXBH088 Gelsenkirchen)
Image:D1-sender-dessauerstr-GE.jpg|Fotomontage aus Einzelbildern eines D1-Senders
Image:D2-wxbh88.jpg|Gesamtansicht der Sendeanlage WXBH088 Gelsenkirchen Kurt-Schumacher-Straße
Image:Indoor-mikrozelle-dxbd32.jpg|Mikrozelle Gebäudekomplex Sevens Düsseldorf
Image:Bts-schraenke-BO-WXB665.jpg|BTS-Schränke der Firma Ericsson
Image:Wxb665-tcomverteiler.jpg|Anbindung ans Festnetz
Image:Wxb665-label.jpg|Beschriftung BTS-Schränke
Image:Wxb665-gesamt.jpg|Gesamtansicht Schränke und Festnetzanbindung
Funktechnik | Mobilfunk